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Manni Burgsmüller
04.09.2003, 07:18
BVB
Schwarze Liste: Brasilianer sehen Rot
Von Sascha Fligge

Dortmund (3. September 2003) - Am Mittwoch Mittag, 12 Uhr, Borussia Dortmunds Trainingszentrum: Vier Brasilianer marschieren in den Pressepavillon. Ihren Gesichtsausdruck „stinksauer“ zu nennen, wäre eine deutliche Untertreibung. Flavio Conceicao glüht vor Wut.

Der Grund: Die „Schwarze Liste“ einer Boulevardzeitung. In Ihr werden Borussias Profis drei Kategorien zugeteilt. Die erste heißt „Sie weigern sich“. Die Namen Amoroso, Ewerthon und Conceicao finden sich hier wieder. Sie alle – so heißt es – sind nicht bereit, nach dem Scheitern in der Champions-League-Qualifikation auf 20 Prozent ihrer Bezüge (Grundgehalt plus Jahresleistungsprämie!) zu verzichten.

Nerven liegen blank

Ewerthon, Amoroso, und Conceicao stellen den Autor der „Liste“ zur Rede. „Außenminister“ Dede übersetzt hitzige Diskussionen. „Woher willst Du das wissen?“ – „Wie sollen wir jetzt vor die Fans treten?“ Conceicao ist wütend. Er sieht den Verfasser des Textes mit durchdringendem Blick an, sagt: „Wenn du nochmal über meine privaten Angelegenheiten schreibst, dann klären wir beide das ganz alleine...“ Der ehemalige Real-Star verlässt den Pavillon. Nerven liegen blank.

Mittwochabend führte die Samba-Fraktion im Steakhaus „Rodizio“ an der Wittekindstraße mit Michael Meier erste Gespräche in lockerer Atmosphäre. Der Manager hat für alle Verhandlungen über den Gehaltsverzicht einen Zeitraum von drei Wochen veranschlagt. Kapitän Christoph Metzelder soll vermitteln – seine erste Bewährungsprobe. „In so einer Situationen werden Persönlichkeiten geboren“, meint Matthias Sammer.

Einen kleinen Erfolg hat die BVB-KGaA bereits verzeichnet: In einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Mittwoch am Knie behandelten Giuseppe Reina wurden sich beide Seiten weitgehend einig. Einen mittelfristigen Transfer des Spielmachers Tomas Rosicky – vom Tschechen für den Fall ins Gespräch gebracht, dass Gespräche über Einbußen scheitern – hält Zorc für unrealistisch: „Wir haben Manchester und Madrid im Fall Metzelder abgesagt. Auch Rosicky bleibt!“

Borussia und das liebe Geld: Selbst die Handball-Damen, keine Empfängerinnen opulenter Überweisungen, verdienen künftig weniger. Zorc, Präsident Niebaum, Manager Meier und Trainer Sammer sind gewillt, zu verzichten. Eine Wochenzeitung veröffentlichte ihr angebliches Salär: Demnach verdient Sammer, 3,0, Niebaum 2,5, Meier 2,4 und Zorc 1,2 Millionen Euro. Meier wollte weder dementieren noch bestätigen, Sammer sagte: „Wenn man mir immer die Differenz zwischen genannten und korrekten Beträgen gezahlt hätte, wäre ich steinreich.“

Einige bleiben „im Bild“

Niebaum, Meier, Sammer, Zorc – sie eint das Unverständnis für jene Akteure, die während der letzten Tage Interna aus Sitzungen mit dem Management verrieten. Der Trainer: „Das ist, als würde man auf dem Platz keine Verantwortung übernehmen.“ Wie zuletzt so häufig gesehen. Insofern blieben einige Kicker im Bild.

+ + +

Bayern-Manager Uli Hoeneß versteht das BVB-Vorgehen nicht. Für ihn gibt es „keinen Zweifel daran, dass Verträge eingehalten werden müssen. Das erwarte ich von den Spielern, und dasselbe können sie von uns erwarten“.

jamiroquai
04.09.2003, 07:41
........... Conceicao ist wütend. Er sieht den Verfasser des Textes mit durchdringendem Blick an, sagt: „Wenn du nochmal über meine privaten Angelegenheiten schreibst, dann klären wir beide das ganz alleine...“ Der ehemalige Real-Star verlässt den Pavillon. Nerven liegen blank.

scheint ja bald loszugehen in dortmund. ;-)

Flambo
04.09.2003, 08:08
Harharhar...
Schön zu sehen, dass es Vereine gibt, bei denen es noch beknackter zugeht als bei uns.

Auch wenn das 'n schwacher Trost ist...

christian_1887
04.09.2003, 08:16
So eine Aktion kann man als Zeitung auch nicht bringen, da muss doch klar sein, dass da die Fans richtig sauer sein werden und die Spieler echt uebel am Pranger stehen. Ist natuerlich aber auch die Frage in wie weit es nun von verein gesteuert wurde, da ja so nun auch ordentlich Druck auf den Spieler erzeugt wird und sie wahrscheinlich ja eher dem 20% Abzug zustimmen werden.

Adua
04.09.2003, 08:22
Original geschrieben von christian_1887
da muss doch klar sein, dass da die Fans richtig sauer sein werden und die Spieler echt uebel am Pranger stehen.

Warum?
Mich wundert eher, dass so viele der Dortmunder Profis das einfach mitmachen.

Wie Herr Hoeneß hier schon ganz richtig sagt:
Der Verein erwartet von seinen Spielern, dass sie geschlossene Verträge einhalten (und wenn nicht, DANN sind die Fans gewaltig sauer), daher muss es selbstverständlich sein, dass der Verein selber bestehende Verträge nicht anzutasten hat (Es sei denn, die Spieler einigen sich einstimmig auf eine entsprechende Regelung).

Bei uns hat es ja auch nicht geklappt (nur 8% und war es wirklich nur Barbarez, der da 'querschoss' ?) , deshalb die Prämienstreichung (nicht festgeschriebene Vertragsbestandteile).

ehl@stisch
04.09.2003, 08:39
das ewige thema "spielergehälter" :rolleyes:

wenn dortmund und alle anderen vereine auch so blöde sind und ausschließlich nicht-leistungsbezogene garantiegehälter rausballern wollen, nur um auf "teufel komm raus" irgendwelche spieler zu verpflichten, dann muß man hinterher nicht anfangen streichungen vornehmen zu wollen und sich anschließend über das unverständnis der vertragspartner (spieler) zu beschweren.

wenn man als verein, die selbst ausgehandelten verträge nur dann einhalten kann, wenn der sportliche erfolg sich entsprechend einstellt, dann halte ich garantiegehälter wie jetzt im konkreten fall der borussia für wirtschaftlich bedenklich.

nichts desto trotz würde dem ein oder anderen spieler bei entsprechender weitsicht und bodenhaftung auffallen, daß auch nach abzug der angeblich von vereinsseite geforderten 20% kürzung noch genug zum leben überbleiben sollte, wenn man statt 200.000€ monatlich nur noch 160.000€ überwiesen bekommt. :eek: :rolleyes:

E-Proll
04.09.2003, 08:45
Es wäre schön, wenn alle, die jetzt der Meinung sind, dass Verträge von Vereinsseite einzuhalten sind, diese Meinung auch äußern, wenn Babsi dies auch vom HSV fordert.

Da hat er nämlich durchaus recht mit.

Wobei im Fall der KGAA das Ganze noch ein wenig lustiger ist: Erst werden 2 Spieler verpflichtet, die nicht zu bezahlen sind, wenn 2 Spiele verloren werden. Seriöse Planung sieht anders aus...

waldmensch 1887
04.09.2003, 09:23
...auf der einen seite freut es mich so ein kleines bisschen, dass bei einem verein, den ich nicht so besonders gut leiden kann, der hammer kreist.

andererseits finde ich die gesamtentwicklung in der bundesliga ziemlich bedenklich und frage mich, wielange es noch dauern wird, bis es mal so richtig kracht...

leider gibt es ja neben dem bvb noch einige andere vereine, die nicht sehr seriös wirtschaften. und irgendwann fallen diese maroden strukturen wie ein kartenhaus in sich zusammen...

MMKia
04.09.2003, 09:36
Original geschrieben von E-Proll
Es wäre schön, wenn alle, die jetzt der Meinung sind, dass Verträge von Vereinsseite einzuhalten sind, diese Meinung auch äußern, wenn Babsi dies auch vom HSV fordert.

Da hat er nämlich durchaus recht mit.



absolut richtig!!!

h-s-v
04.09.2003, 10:08
Original geschrieben von Manni Burgsmüller

Bayern-Manager Uli Hoeneß versteht das BVB-Vorgehen nicht. Für ihn gibt es „keinen Zweifel daran, dass Verträge eingehalten werden müssen. Das erwarte ich von den Spielern, und dasselbe können sie von uns erwarten“.

Typisch, dieser Proll.
Der soll man ganz ruhig sein.
Gab es bei den Bayern nicht auch schon solche Gedanken??

jottpeh
04.09.2003, 10:36
bis vor wenigen jahren waren die präsidenten oft mehr oder weniger ehrenamtlich tätig.
klar diverse "aufwandsentschädigungen" gab es immer!
finde die summen, die jetzt für niebaum 2,5 mio, meier 2,4 mio und zorc 1, 2mio im raum stehen absolut bedenklich, da es sich wohl auch um €uro handelt!
haben sich ja gegenseitig ganz ordentlich die taschen voll gemacht ide herren von der strobelallee, als aktionär sollte man die sache mal genauestens weiterverfolgen, sieht dort immer mehr nach fass ohne boden aus!!

jp

BR98 Carsten
05.09.2003, 18:24
Stellt euch mal vor der Barbarez würde noch in Doofmund spielen und er soll auf 20% Gehalt verzichten. Wäre ein ganz grosses Kino.

Cyano
05.09.2003, 19:13
Verstehen die Fußballmillionäre eigentlich nicht, dass sich die Rahmenbedingungen seit dem Zusammenbruch des Fernsehmarktes fundamental geändert haben oder wollen sie es nicht verstehen? Frei nach dem Motto: "Nach mir die Sintflut..."

Der ehemalige BSHH
05.09.2003, 19:29
Original geschrieben von Cyano
Verstehen die Fußballmillionäre eigentlich nicht, dass sich die Rahmenbedingungen seit dem Zusammenbruch des Fernsehmarktes fundamental geändert haben oder wollen sie es nicht verstehen? Frei nach dem Motto: "Nach mir die Sintflut..."

Das ist nicht falsch, aber andersherum wird auch ein Schuh daraus: Verstehen das Management nicht, dass es nur Verpflichtungen eingehen sollte, denen es auch dann nachkommen kann, wenn es nicht ganz optimal läuft? So haben z.B. Profis wie Rosicky, Conceicao, Jensen und Bergdölmo im Sommer einen neuen Vertrag bekommen. Und auch Mitte 2002 war die Krise doch schon absehbar, zumal für Brancheninsider.

Das Dortmunder Management hat einfach zu unüberlegt und zu riskant gehandelt. Und es war sicherlich nicht unbedingt geschickt, das Team seit der Rückrunde 2002/03 immer schärfer in der Öffentlichkeit zu kritisieren, und von den Spielern nun einen erheblichen Solidaritätsakt zu verlangen, der offenbar eher mäßig gelungen kommuniziert wurde. Und wenn die Zahlen aus der BILD nur ansatzweise stimmen, dann sind in Dortmund nicht nur die Spieler deutlich überbezahlt...

Gruß,
BSHH

Cyano
05.09.2003, 20:30
Sicherlich hast Du recht, nach dem warmen Geldregen des Börsenganges hat das Management viele Fehler begangen und auf zu großem Fuß gelebt, aber letztendlich ist für mich die Mannschaft schuld! Bei dem Kader finde ich die Einplanung der CL-Quali eigentlich nicht sehr riskant, bedenklich ist allerdings, dass der BVB nichtmal ein Jahr ohne CL überstehen kann! Als Spieler müßte man aber doch trotzdem die eigene Verantwortung erkennen und einer gemeinsamen Gehaltskürzung bei Vostand und Mannschaft zustimmen, besonders bei den fürstlichen Einkommen...

AndreK
05.09.2003, 21:56
Original geschrieben von Cyano
Sicherlich hast Du recht, nach dem warmen Geldregen des Börsenganges hat das Management viele Fehler begangen und auf zu großem Fuß gelebt, aber letztendlich ist für mich die Mannschaft schuld! Bei dem Kader finde ich die Einplanung der CL-Quali eigentlich nicht sehr riskant, bedenklich ist allerdings, dass der BVB nichtmal ein Jahr ohne CL überstehen kann! Als Spieler müßte man aber doch trotzdem die eigene Verantwortung erkennen und einer gemeinsamen Gehaltskürzung bei Vostand und Mannschaft zustimmen, besonders bei den fürstlichen Einkommen...

ich denke das es der verein schon überstehen würde - nur dortmund ist auch ein verein der viel investiert (wohl auch muss wg. der börse...) daher wollen sie eben die sichergeglaubten 15 mio + x € einfrieren - wenn dortmund nicht (lt. Meier) Cl Quali schafft und im UEFA sowie DFB Pokal Finale steht bekommen sie ihr Geld - finde das nur fair...

MFG Andre

Gast7
06.09.2003, 13:23
ein interessanter artikel zum thema finanz-tricks beim bvb findet sich auch im spiegel:

>>>>>>>>
Nacht- und Feiertagszuschläge für Profi-Fußballer / Borussia Dortmund zahlt Teil der Spielergehälter steuerbegünstigt aus

Bundesligist Borussia Dortmund zahlt seinen Spielern in diesemJahr Teile ihrer Gehälter als steuerbegünstigte Sonntags- und Feiertags- oder als Nachtzuschläge aus. Für Michael Meier, Geschäftsführer des börsennotierten Fußball-Unternehmens, gilt "der Satz, den ich an der Universität gelernt habe: Der Fiskus macht den ersten Zug - der Steuerpflichtige muss sehen, wie er den Spielraum nutzt." Trotz der Steuererleichterungen scheinen viele Profis nicht bereit, der jüngsten Aufforderung des Clubs zum Gehaltsverzicht Folge zu leisten. Die Borussia will 20 Prozent der fixen Bezüge ihrer Angestellten einbehalten und erst bei besonderen Erfolgen nach Saisonende als Prämien auszahlen. So soll der Verlust der Einnahmen nach dem Verpassen der lukrativen Champions League aufgefangen werden, den Manager Meier auf rund 24 Millionen Euro beziffert. Hinter den Kulissen geführte Verhandlungen mit den Beratern der Spieler ließen indes kaum Anzeichen für eine Einigung erkennen. Ein Borussen-Profi richtete dem Verein über seinen Agenten aus, er habe das Gehalt bereits für einen Hausbau verplant.

bangi
06.09.2003, 14:27
Original geschrieben von ArthurDent
ein interessanter artikel zum thema finanz-tricks beim bvb findet sich auch im spiegel:

>>>>>>>>
Nacht- und Feiertagszuschläge für Profi-Fußballer / Borussia Dortmund zahlt Teil der Spielergehälter steuerbegünstigt aus

Bundesligist Borussia Dortmund zahlt seinen Spielern in diesemJahr Teile ihrer Gehälter als steuerbegünstigte Sonntags- und Feiertags- oder als Nachtzuschläge aus. Für Michael Meier, Geschäftsführer des börsennotierten Fußball-Unternehmens, gilt "der Satz, den ich an der Universität gelernt habe: Der Fiskus macht den ersten Zug - der Steuerpflichtige muss sehen, wie er den Spielraum nutzt." Trotz der Steuererleichterungen scheinen viele Profis nicht bereit, der jüngsten Aufforderung des Clubs zum Gehaltsverzicht Folge zu leisten. Die Borussia will 20 Prozent der fixen Bezüge ihrer Angestellten einbehalten und erst bei besonderen Erfolgen nach Saisonende als Prämien auszahlen. So soll der Verlust der Einnahmen nach dem Verpassen der lukrativen Champions League aufgefangen werden, den Manager Meier auf rund 24 Millionen Euro beziffert. Hinter den Kulissen geführte Verhandlungen mit den Beratern der Spieler ließen indes kaum Anzeichen für eine Einigung erkennen. Ein Borussen-Profi richtete dem Verein über seinen Agenten aus, er habe das Gehalt bereits für einen Hausbau verplant.

Hmmm, da dürfte der Nachweis der geleisteten Arbeit zu den begünstigten Zeiten aber schwierig werden.....
Hoffentlich kommt da mal ne Prüfung !

Gast7
06.09.2003, 14:51
Original geschrieben von bangi
Hmmm, da dürfte der Nachweis der geleisteten Arbeit zu den begünstigten Zeiten aber schwierig werden.....
Hoffentlich kommt da mal ne Prüfung !

sonntags-zuschläge gehen ja noch. reichst du halt die sonntags-spiele und trainingseinheiten an sonntagen ein. aber die nachtzuschläge? bei den paar europapokal-spielen? :confused:

locke-spiegel.d
08.09.2003, 10:54
Original geschrieben von ArthurDent
sonntags-zuschläge gehen ja noch. reichst du halt die sonntags-spiele und trainingseinheiten an sonntagen ein. aber die nachtzuschläge? bei den paar europapokal-spielen? :confused:

Nachtzuschläge.. Hier könnten evtl. die Übernachtungen bei Auswärtsspielen, Trainingslager vor Heimspielen usw. mitgerechnet werden?! Sozusagen als ein 24-Std.-Tag/Job..

Gruß Locke

Crix
08.09.2003, 11:10
Original geschrieben von bangi
Hmmm, da dürfte der Nachweis der geleisteten Arbeit zu den begünstigten Zeiten aber schwierig werden.....
Hoffentlich kommt da mal ne Prüfung !

Als AG haben die doch nen WP regelmäßig im Haus.... denke das es nicht illegal ist, sondern eine clevere Optimierung.

C.

Der ehemalige BSHH
08.09.2003, 11:43
Original geschrieben von Cyano
Sicherlich hast Du recht, nach dem warmen Geldregen des Börsenganges hat das Management viele Fehler begangen und auf zu großem Fuß gelebt, aber letztendlich ist für mich die Mannschaft schuld! Bei dem Kader finde ich die Einplanung der CL-Quali eigentlich nicht sehr riskant, bedenklich ist allerdings, dass der BVB nichtmal ein Jahr ohne CL überstehen kann! Als Spieler müßte man aber doch trotzdem die eigene Verantwortung erkennen und einer gemeinsamen Gehaltskürzung bei Vorstand und Mannschaft zustimmen, besonders bei den fürstlichen Einkommen...
Die Profis haben gewiss nicht gerade die Leistung gebracht, die man von Ihnen erwartet hat. Aber dass Dortmund nicht über eine Mannschaft verfügt, die in einer gewissen Konstanz gute Leistungen bringt, hat doch spätestens die letzte Saison gezeigt. Nun war der FC Brügge kein übermächtiger, aber ein schwerer Gegner in der Qualifikation, dementsprechend erschrocken waren die Stellungnahmen der Herren Niebaum, Meier Zorc und Sammer nach der Auslosung.

Auch deswegen ist das Ausscheiden weniger ein überraschender Betriebsunfalls, als ein negativ, aber dennoch normaler Geschäftsvorfall eines im Sportbereich tätigen Unternehmens. Die Sichtweise, die Profis hätten alles verspielt, halte ich daher für falsch, zumal Dortmund mit dem Torwart-Novizen Weidenfeller bewusst ein höheres Risiko eingegangen ist. Deswegen sehe ich eigentlich keine moralische Verpflichtung, in dieser Höhe einen faktischen Gehaltsverzicht zu leisten (bei 5% mag die Abwägung anders ausfallen).

@ ArthurDent, bangi, locke-spiegel.d & Crix:

Meiers steuerrechtlich Einschätzung halte ich für zweifelhaft und stark von Sparzwängen geprägt. Die Steuervergünstigung soll Arbeitnehmern bei besonders ungewöhnlichen Arbeitszeiten eine Erleichterung bzgl. dieser Vergütungsteile bringen. Bei einem Lizenzspieler dürften die Arbeitszeiten bereits mit dem grundsätzlichen Gehalt abgegolten sein (so dass kein Spieler etwaige Zuschläge gegenüber dem Verein verlangen kann), zudem fällt die Trennung zwischen normalen und steuerbegünstigen Gehaltsanteilen sehr schwer. Bezeichnenderweise hat auch Dortmund seit 40 Jahren die Gehälter nicht so versteuert, so dass u.U. zugunsten des Finanzamts Gewohnheitsrecht gilt.

Dankenswerterweise war Meier töricht genug, um mehr oder minder deutlich zu bestätigen, dass Dortmund letztlich versucht, das Finanzamt auszutricksen. Das würde mich als dortigen Sachbearbeiter richtig motivieren, denen zu zeigen, wer Steuern festsetzen darf. Aber das Beispiel Kaiserslautern zeigt nur zu traurig, wie sanft die Finanzbehörden mit Steuerverbrechern umgehen, wenn sie nur ausreichend prominent sin :mad::(!

Gruß,
BSHH

Der ehemalige BSHH
08.09.2003, 11:43
Original geschrieben von Cyano
Sicherlich hast Du recht, nach dem warmen Geldregen des Börsenganges hat das Management viele Fehler begangen und auf zu großem Fuß gelebt, aber letztendlich ist für mich die Mannschaft schuld! Bei dem Kader finde ich die Einplanung der CL-Quali eigentlich nicht sehr riskant, bedenklich ist allerdings, dass der BVB nichtmal ein Jahr ohne CL überstehen kann! Als Spieler müßte man aber doch trotzdem die eigene Verantwortung erkennen und einer gemeinsamen Gehaltskürzung bei Vorstand und Mannschaft zustimmen, besonders bei den fürstlichen Einkommen...
Die Profis haben gewiss nicht gerade die Leistung gebracht, die man von Ihnen erwartet hat. Aber dass Dortmund nicht über eine Mannschaft verfügt, die in einer gewissen Konstanz gute Leistungen bringt, hat doch spätestens die letzte Saison gezeigt. Nun war der FC Brügge kein übermächtiger, aber ein schwerer Gegner in der Qualifikation, dementsprechend erschrocken waren die Stellungnahmen der Herren Niebaum, Meier Zorc und Sammer nach der Auslosung.

Auch deswegen ist das Ausscheiden weniger ein überraschender Betriebsunfalls, als ein negativ, aber dennoch normaler Geschäftsvorfall eines im Sportbereich tätigen Unternehmens. Die Sichtweise, die Profis hätten alles verspielt, halte ich daher für falsch, zumal Dortmund mit dem Torwart-Novizen Weidenfeller bewusst ein höheres Risiko eingegangen ist. Deswegen sehe ich eigentlich keine moralische Verpflichtung, in dieser Höhe einen faktischen Gehaltsverzicht zu leisten (bei 5% mag die Abwägung anders ausfallen).

@ ArthurDent, bangi, locke-spiegel.d & Crix:

Meiers steuerrechtlich Einschätzung halte ich für zweifelhaft und stark von Sparzwängen geprägt. Die Steuervergünstigung soll Arbeitnehmern bei besonders ungewöhnlichen Arbeitszeiten eine Erleichterung bzgl. dieser Vergütungsteile bringen. Bei einem Lizenzspieler dürften die Arbeitszeiten bereits mit dem grundsätzlichen Gehalt abgegolten sein (so dass kein Spieler etwaige Zuschläge gegenüber dem Verein verlangen kann), zudem fällt die Trennung zwischen normalen und steuerbegünstigen Gehaltsanteilen sehr schwer. Bezeichnenderweise hat auch Dortmund seit 40 Jahren die Gehälter nicht so versteuert, so dass u.U. zugunsten des Finanzamts Gewohnheitsrecht gilt.

Dankenswerterweise war Meier töricht genug, um mehr oder minder deutlich zu bestätigen, dass Dortmund letztlich versucht, das Finanzamt auszutricksen. Das würde mich als dortigen Sachbearbeiter richtig motivieren, denen zu zeigen, wer Steuern festsetzen darf. Aber das Beispiel Kaiserslautern zeigt nur zu traurig, wie sanft die Finanzbehörden mit Steuerverbrechern umgehen, wenn sie nur ausreichend prominent sind :mad::(!

Gruß,
BSHH

Der ehemalige BSHH
08.09.2003, 11:49
Original geschrieben von Crix
Als AG haben die doch nen WP regelmäßig im Haus.... denke das es nicht illegal ist, sondern eine clevere Optimierung.

C.

Da aller guten Dinge drei sind, fehlt nach meinem Doppelbeitrag (:confused:) ja nur noch einer. Deswegen die kurze Erläuterung: Die WP (Wirtschaftsprüfer) kommen regelmäßig, geben aber nur Testate für z.B. Bilanzen. Was Du wohl meintest, ist die Betriebsprüfung (BP) des Finanzamts (FA), die unregelmäßig kommt. Lohnsteueraußenprüfungen dürften auch bei größeren Unternehmen maximal halb- oder vierteljährlich sein. Daher gehe ich nicht davon aus, dass diese aktuelle Vorgehensweise mit dem FA abgestimmt ist.

Gruß,
BSHH

AufschwungNord
08.09.2003, 13:19
Vielleicht beantragt der BVB am besten gleich eine Gesetzesänderung nach ital. Vorbild:


Staatshilfe im Verdacht der Wettbewerbsverzerrung


München - Die EU-Kommission wird eine Ermittlung gegen ein verabschiedetes Gesetz des italienischen Parlaments zur Rettung der finanziell bedrohten Klubs aufnehmen.


Den Vereinen, die in den vergangenen Jahren für Rekordsummen Starspielern gekauft hatten, wird ermöglicht, die entstandenen Schulden in ihren Bilanzen abzuschreiben. So soll vermieden werden, dass viele Erstligisten wegen Verschuldung die Lizenz für die nächste Saison verlieren.


"Es besteht konkreter Verdacht, dass das Gesetz de facto eine Staatshilfe für die Serie A-Klubs ist", sagte EU-Kommissar Monti, der die Steuerentlastungen als wettbewerbsverzerrende Staatshilfen einstuft.

Crix
08.09.2003, 14:17
@BSHH
Genau das meinte ich. Nun, wennn die nur auf Verdacht oder Zuruf arbeiten, wird das ganze doch sogar noch schwieriger zu begründen.
Denn wenn die erst jetzt ihre Verträge ändern um Steuern zu sparen, wird der Gund ja nur zu deutlich und genau das wird das FA nicht mitmachen.

Ich war bisher davon ausgegangen, dass Meier das seit Jahren so macht und das vom FA zähneknirschend geduldet wird....

Bin mal gespannt was jetzt so passiert bim BVB....

C.

Joerginho
16.09.2003, 16:57
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/991/17974/

Nacht-Kicker
Gut vier Millionen Euro haben die 959 Deutschen, die Stütze aus der Heimat beziehen, den Staat im Jahr gekostet. Aus und vorbei. Gut vier Millionen Euro: So viel verdienen auch die Fußball-Profis Christian Wörns und Marcio Amoroso im Jahr. Bisher jedenfalls.

Über sie erregt sich seit der verpatzten Qualifikation für die Champions-League und dem Streit um mögliche Gehaltskürzungen der „Boulevard“ – und seit Montag auch die Politik. Edmund Stoiber, der bayerische Ministerpräsident, wittert eine „eklatanten Missbrauch“ und fordert, diesen „künftig auszuschließen“.

Auch Joachim Poß, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, will einschreiten: Sollte sich das, was aus Dortmund zu hören ist, als gängige Praxis der Bundesliga erweisen, „sollte sich der Gesetzgeber damit beschäftigen“.

Die Aufregung um „Westfalen-Christian“ und seine Kollegen ist verständlich: Denn der Bundesligist Borussia Dortmund, der inzwischen als Aktiengesellschaft an der Börse notiert und deshalb auf möglichst hohen Gewinn aus ist, tut offenbar alles, um seine Steuerlast zu minimieren.

Und so hat Manager Michael Meier, offenbar ganz im Sinne seiner Profis, die sich gegen den geforderten Abschlag bei den Brutto-Gehältern wehren, ein Schlupfloch entdeckt, das sich in Paragraph 3 b des Einkommensteuergesetzes verbirgt.

Demnach sind Zuschläge auf den Lohn, die ein Arbeitgeber zahlt, wenn die Beschäftigten nachts oder sonntags arbeiten, steuerfrei. Alle Volksparteien, von der SPD bis zur Union, haben diese Regel seit Jahrzehnten tapfer verteidigt: Schließlich sind Krankenschwestern, Busfahrer oder Fließbandarbeiter, die ohnehin wenig verdienen, auf diesen Extra-Verdienst angewiesen.



"Nicht für Fußball-Millionäre"
Der Zuschlag darf im Falle der Nachtarbeit maximal 25 Prozent des Grundlohns betragen, im Falle der Sonntagsarbeit 50 Prozent. Borussia Dortmund will den Extraeinsatz nun offenbar mit Spiel- und Trainigspläne beim Finanzamt nachweisen.

Das ärgert Bayern-Fan Stoiber. Die Steuererleichterung sei „für hart arbeitende Bürgerinnen und Bürger geschaffen worden, und nicht für Fußball-Millionäre“. Der Sozialdemokrat Poß, der unweit der Schalke-Arena in Gelsenkirchen zuhause ist, sieht das ähnlich: „Nachtarbeit, das heißt: Arbeit nach 20 Uhr abends, ist für Fußballspieler nichts besonderes.“

Der späte Dienst im Strafraum sei bei internationalen Spielen „schon aus eigenem Interesse geboten, denn ansonsten blieben Zuschauer und Fernsehgelder wohl fern“. Auch gelegentliche Sonntagsspiele stellen, wie Poß glaubt, „keine besonderen Härten“. Dergleichen sollte „von den hohen Gehältern der Profis abgedeckt sein“.

Mittlerweile beschäftigt sich auch Hans Eichel mit dem Fall. Man werde die Sache „genau prüfen“, heißt es im Bundesfinanzministerium. Wie er das Schlupfloch schließen will, weiß der bekennende Fan von Eintracht Frankfurt allerdings noch nicht.

Gast7
22.09.2003, 16:49
dortmunds spieler und der vorstand haben sich heute nach wochenlangen querelen geeinigt.
manager meier: "wir haben in den gesprächen mit allen spielern einvernehmen erzielt."
bezeichnet wird der gehaltsverzicht von 20 prozent übrigens als "gehaltsumwandlung".

quelle: sid

Der ehemalige BSHH
23.09.2003, 10:17
Die nunmehr eingefrorenen 20% des Gehalts sollen angeblich dann ausgezahlt werden, wenn Dortmund in der BL Platz 1-3 und das UEFA-Cup-Finale erreicht. Wenn das Team dann häufiger auftritt wie in Stuttgart, lässt sich endgültig von einem Verzicht sprechen;).

Letztlich können nun die entsprechend aktiven BVB-Fans von sich behaupten, den Gehaltsverzicht gefördert zu haben. Denn ich gehe fest davon aus, dass manche Spieler eine weitere Konfrotationmit den Fans scheuen und deswegen dem unproffessionellen Ansinnen des Vorstands zugestimmt haben. Es wird sich weisen, ob sich dadurch daas Betriebsklima in Dortmund verbessert. Stars wie Conceicao oder Rosicky werden sich künftig wohl überlegen, was die Gehaltsangebote des BVB wert sind, denn wegen der schönen und weltoffenen Stadt spielen die wenigsten dort.

Gruß,
BSHH

kHamsun
23.09.2003, 10:58
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Stars wie Conceicao oder Rosicky werden sich künftig wohl überlegen, was die Gehaltsangebote des BVB wert sind, denn wegen der schönen und weltoffenen Stadt spielen die wenigsten dort.


Klar, sonst wären sie ja schon längst beim HSV. ;)

batmichi
23.09.2003, 12:30
Original geschrieben von kHamsun
Klar, sonst wären sie ja schon längst beim HSV. ;)

so isses :D

ßred
16.10.2003, 18:03
Original geschrieben von ArthurDent
ein interessanter artikel zum thema finanz-tricks beim bvb findet sich auch im spiegel:

>>>>>>>>
Nacht- und Feiertagszuschläge für Profi-Fußballer / Borussia Dortmund zahlt Teil der Spielergehälter steuerbegünstigt aus

Bundesligist Borussia Dortmund zahlt seinen Spielern in diesemJahr Teile ihrer Gehälter als steuerbegünstigte Sonntags- und Feiertags- oder als Nachtzuschläge aus. Für Michael Meier, Geschäftsführer des börsennotierten Fußball-Unternehmens, gilt "der Satz, den ich an der Universität gelernt habe: Der Fiskus macht den ersten Zug - der Steuerpflichtige muss sehen, wie er den Spielraum nutzt." Trotz der Steuererleichterungen scheinen viele Profis nicht bereit, der jüngsten Aufforderung des Clubs zum Gehaltsverzicht Folge zu leisten. Die Borussia will 20 Prozent der fixen Bezüge ihrer Angestellten einbehalten und erst bei besonderen Erfolgen nach Saisonende als Prämien auszahlen. So soll der Verlust der Einnahmen nach dem Verpassen der lukrativen Champions League aufgefangen werden, den Manager Meier auf rund 24 Millionen Euro beziffert. Hinter den Kulissen geführte Verhandlungen mit den Beratern der Spieler ließen indes kaum Anzeichen für eine Einigung erkennen. Ein Borussen-Profi richtete dem Verein über seinen Agenten aus, er habe das Gehalt bereits für einen Hausbau verplant.

Hier die Lösung des Staates:

http://www.abendblatt.de/daten/2003/10/16/219063.html

Joerginho
17.10.2003, 16:58
Steigende Erlöse in nahezu allen Geschäftsfeldern kann die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA in ihrem Bericht für das Geschäftsjahr 2002/2003 (30.6.) vermelden. Die Gesamtleistung stieg auf 155,0 Mio. Euro (Vorjahr: 140,2 Mio. Euro). Im Konzern wurde eine Gesamtleistung von 162,3 Mio. Euro nach 150,4 Mio. Euro im Vorjahr erreicht.


An den Umsätzen der KGaA von 124,4 Mio. Euro (Vorjahr 102,4 Mio. Euro) waren Erlöse aus dem Ticketing mit 17,9 Mio. Euro beteiligt. Obwohl der BVB in der vergangenen Saison nur 23 Pflichtspiele (Vorjahr: 25 Begegnungen) im Westfalenstadion ausgetragen hatte, konnte das Vorjahresniveau nochmals um 0,3 Prozent gesteigert werden. Mit 1,45 Mio. Besuchern in den Heimspielen der Saison 2002/2003 ist Borussia Dortmund Marktführer in der Bundesliga und zählt zu den drei bestbesuchten Klubs in Europa.

Das Sponsoring trug mit 44,9 Mio. Euro (+ 60,7 Prozent) zum Gesamtumsatz bei. Der BVB profitierte hier von seiner starken Markenkraft, seiner hohen TV-Präsenz, der einmaligen Markenstellung des Westfalenstadions sowie von der Präsenz in der Königsklasse des europäischen Clubfußballs. Die große Bandbreite der Werbeplattformen nutzten erstmalig weitere neu gewonnene 'Champion-Partner' mit nationaler und internationaler Bedeutung. In dieser Steigerung wirkte sich auch der Ausbau der Kooperation mit dem weltweit größten Sportartikelhersteller Nike aus, mit dem eine langfristige Zusammenarbeit bis 2009 vereinbart wurde.

Die Erlöse aus der TV-Vermarktung beliefen sich auf 49,9 Mio. Euro (+ 8,6 Prozent). Allein die Teilnahme an der Champions League sicherte dem BVB ein Erlösvolumen in Höhe von 33,7 Mio. Euro. Hierdurch wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr der Rückgang der nationalen TV-Erlöse auf 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,0 Mio. Euro) mehr als kompensiert.

Das Merchandising war für Borussia Dortmund wiederum ein wichtiger Erlöstreiber und stellte darüber hinaus ein bedeutendes Instrument der Markenführung und Fanbindung dar. Die Deutsche Meisterschaft und das erfolgreiche Abschneiden auf internationaler Ebene ließen den Verkauf der Artikel mit dem Logo von Borussia Dortmund auf 11,3 Mio. Euro (+ 27,9 Prozent) wachsen.

Die Transfererlöse haben in Folge der geänderten Marktbedingungen nur noch 0,3 Mio. Euro (- 74,4 Prozent) erreicht. Konjunkturelle Schwächen auf den Fußballmärkten führten zu einer deflationären nationalen und internationalen Transfermarktsituation. Der Trend der Verpflichtung ablösefreier Lizenzspieler hat sich weiter fortgesetzt.

Der konsolidierte Konzernumsatz lag insbesondere wegen der Erlöse der goool.de Sportswear GmbH rund 4,7 Mio. Euro über dem der Konzernmutter und belief sich auf 129,1 Mio. Euro. Im Berichtsjahr erzielte die KGaA weiterhin sonstige betriebliche Erträge von 30,6 Mio. Euro (Vorjahr 37,9 Mio. Euro). Nennenswert hierzu beigetragen hat der im Vorjahr durchgeführte Beteiligungsumbau an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG. Mit der Veräußerung seiner Kommanditanteile hat Borussia Dortmund einen Ertrag in Höhe von 23 Mio. Euro erzielt.

Die größten Aufwandspositionen bilden die Personalaufwendungen mit 67,7 Mio. Euro (+ 2,1 Prozent), Abschreibungen in Höhe von 28,1 Mio. Euro (+ 12,1 Prozent) sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 51,8 Mio. Euro (+ 21,4 Prozent). Im letzten Fall ist die Erhöhung insbesondere auf den Spielbetrieb und die geänderte Stadionabrechnung ab 1.1.2003 zurückzuführen.

Der Konzern erreichte einen Gesamtgewinn von 3.257.000 Euro (Vorjahr 755.000 Euro). Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für die KGaA bei einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 916.000 Euro einen Jahresüberschuss von 823.000 Euro (Vorjahr 1.405.000 Euro) aus. Der cash flow stieg bei der KGaA auf 32,0 Mio. Euro (+ 7,7 Prozent), im Konzern auf 34,5 Mio. Euro (+ 3,9 Prozent).

Von der Bilanzsumme der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA in Höhe von 239,3 Mio. Euro entfallen 149,4 Mio. Euro (Vorjahr: 148,5 Mio. Euro) auf das Eigenkapital. Auch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2003/2004 zeigt, dass Borussia Dortmund in allen Erlösbereichen gut aufgestellt ist. Insbesondere die Erlöspotentiale im Sponsoring sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Im Bereich Ticketing profitiert Borussia Dortmund vom Ausbau des Westfalenstadions, das nunmehr über rund 83.000 Plätze bei nationalen und rund 67.000 Plätze bei internationalen Begegnungen verfügt.

Zudem wird die Ertragskraft durch weitere 3.500 zielgruppenorientierte Gastronomieplätze gesteigert. Das Merchandising wird insbesondere durch die Ausschöpfung weiterer Fanpotentiale im In- und Ausland nochmals profitieren können. Im Bereich der Transfererlöse wurden im neuen Geschäftsjahr bereits erste namhafte Erträge realisiert. Die fehlenden Einnahmen aus dem Nichterreichen der Champions League sollen so weit wie möglich kompensiert werden. Dazu hat Borussia Dortmund bereits umfassende Kostensenkungsmaßnahmen initiiert. Dieses Programm umfasst sämtliche Unternehmensbereiche und schließt ebenfalls bereits eingeleitete Möglichkeiten der Kostensenkung im Lizenzspielerkader und Managementbereich mit ein.

Quelle: Borussia Dortmund

http://www.bundesliga.de/news/liga/articles/04947.php

H-Dreamer
17.10.2003, 17:03
Original geschrieben von ßred
Hier die Lösung des Staates:

http://www.abendblatt.de/daten/2003/10/16/219063.html

Hat Herr Meier ja schon drüber gewettert. Wobei ich ihn da etwas verstehn kann. Wenns um solche populären Beschlüsse geht ist die Politik plötzlich so schnell mit dem neuen Beschluss das man kaum hinterher kommt. In andren Bereichen dagegen.... naja soll ja nich OT werden;)

Tommek
06.11.2003, 20:38
Wenn die nach dem Ausscheiden aus dem dfb-Pokal jetzt auch noch im UEFA-Cup rausfliegen, dann viel Spass beim Gehälterzahlen! (Nochmal Abschlag?)

Kursverlauf 36 Monate (http://www.ftd.de/cms/ContentServer?pagename=td%2FProChart&pagetype=CP_AT&TD_cat=stock&TD_cmd=over&TD_qf_instrument=bvb&TD_qf_exchange=all&TD_qf_resultsPerPage=20&TD_qf_searchType=exact&TD_qf_optionAll=all&TD_pf_instrumentIdx0=100252361&TD_pf_exchangeIdx0=2)

Schwede
29.11.2003, 22:19
Ein Freund, Wissenschaftler an der WHU, hat mir folgenden anregenden kurzen Kommentar gemailt:

"BVB 09 entwickelt sich zum Bankspielverein

Anmerkungen zur Jahreshauptversammlung von
Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

Wofür steht das BVB im Vereinsnamen von Borussia Dortmund? Bisher
konnte man stets davon ausgehen, dass dieses Kürzel für einen
Ballspielverein genutzt wurde. Schaut man sich jedoch die Bilanz von
Borussia Dortmund an, so könnte man auch auf den Gedanken kommen,
dass aus dem Ballspielverein ein Bankspielverein geworden ist: So
findet man in der Bilanz zum Bilanzstichtag 30.06.2003 mehr als 100
Mill. € an finanziellen Mitteln, die in Form von Kasse und Guthaben bei
Kreditinstituten (70,3 Mill. €), Wertpapieren des Anlage- (13,8 + 17,5
Mill. €) sowie des Umlaufvermögens (1,4 Mill. €) gehalten werden.
Die Marktkapitalisierung von gegenwärtig 74,1 Mill. € ist somit nur
geringfügig höher als das Guthaben bei den Kreditinstituten.

Besitzt die
Marke ‚Borussia Dortmund’ über die liquiden Mittel hinaus überhaupt
keinen eigenen Wert?
Wenn diese liquiden Mittel jedoch drei Jahre nach dem Börsengang
immer noch in der Bilanz schlummern, müssen sich die Verantwortlichen
schon der Frage stellen, warum Dortmund überhaupt an die Börse
gegangen ist.
Im Zulassungsprospekt wurde noch darauf hingewiesen, das in Steine &
Beine investiert würde. Das Stadion ist inzwischen ausgebaut. Die
Finanzierung wurde nun jedoch – zumindest für die nächsten 15 Jahre –
über eine Art „Sale and Buy Back“ Verfahren abgewickelt.
Auch scheint die Geschäftsentwicklung in den fußballaffinen
Geschäftsfeldern nicht immer so zu laufen wie geplant. So steht als
Ausrüster der Lizenzspielermannschaft ab der Saison 2004/2005 mit Nike
wieder einer der ganz großen Sportartikelhersteller hoch im Kurs. Doch
was soll aus der Hausmarke goool.de werden? Zwar wurde von Nike –
wie Dr. Niebaum erläuterte – vertraglich eine friedliche Koexistenz der
beiden Marken zugesichert, jedoch ist mehr als fraglich, wie eine kleine,
unbekannte Marke ohne langjährige Tradition im imageträchtigen und
daher werbeintensiven Markt der Sportbekleidung zukünftig ohne den
Rückenwind der Profimannschaft auskommen soll.

Nicht, dass ich missverstanden werde: Ich halte den Rückzug aus dem
Geschäftsfeld der Sportbekleidung für sinnvoll, weil ich diese Sparte
nicht als Kernkompetenz eines Fußballclubs und seines Managements
zähle. Jedoch sollte dieser Schritt eindeutig kommuniziert und
konsequent vollstreckt werden.
Die Investitionen in fußballaffine Marktfelder wurden u. a. deshalb
getätigt, um die Erlössituation vom fußballerischen Bereich unabhängiger
zu machen. Eine Frage ist jedoch, ob tatsächlich das Unternehmen selbst
eine Risikodiversifizierung vornehmen sollte? Ist dies nicht vielmehr die
Aufgabe des Investors, eine Diversifizierung herbeizuführen, indem er,
neben einem Investment in Borussia Dortmund, Anteile an einem
Sportartikelhersteller, einem Touristikunternehmen oder einer Bank
erwirbt?
Abschließend stellt sich somit die Frage, ob die Marke ‚Borussia
Dortmund’ wertlos ist oder der Wert von den Finanzmarktakteuren nur
noch nicht erkannt wurde! Kann das Management durch eine erhöhte
Transparenz das Geschäftsmodell BVB für Außenstehende
verständlicher machen? Fragen, die zu klären sind."

Dino
21.12.2003, 18:26
München - Borussia Dortmund bemüht sich nach Medienberichten momentan um eine Anleihe von 100 Millionen Euro.

Der Fußball-Bundesligist möchte dafür auf dem englischen Kapitalmarkt die Zuschauereinnahmen der nächsten zwölf Jahre verpfänden. Angeblich soll der Verein in der Saison 2002/2003 mit Mindereinnahmen in Höhe von rund 50 Millionen Euro rechnen.

Die Situation hat sich durch einen Geheimvertrag mit dem AC Parma verschlimmert. Der BVB muss Parma noch 15 Millionen Euro überweisen.

sport1.de (http://sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/News/Fussball/Bundesliga/Meldungen/fus_20bun_20bvb_20will_20100_20millionen_20euro_20 durch_20anleihe_20mel.html)

Da geht es wohl um den Amoroso/Evanilson-Deal mit Parma. Um Dortmund steht es wohl sehr, sehr schlecht.

y5
21.12.2003, 18:36
Sowas war frueher oder spaeter zu erwarten. Tippe mal drauf, dass wir einen Koller und/oder Rosicky naechste Saison nicht mehr beim BVB sehen werden.
Uli Hoeness scheint bald am Ziel zu sein : Keinen einzigen Konkurrenten mehr, der es auch nur ansatzweise mit dem FCB finanziell aufnehmen kann. Trotzdem kein Mitleid mit dem BVB.
Der HSV sollte sich hueten, die Einnahmen aus der Zukunft im Vorgriff aus dem Fenster zu werfen.

BR98 Carsten
21.12.2003, 18:49
Ich denke mal sie berechnen schon mal die Verluste die sie dieses Jahr durch dass verpassen der CL machen. So wie es aussieht sind sie 2004/2005 in der CL auch nicht dabei.

y5
21.12.2003, 18:52
Das ganze Gebahren der Vereine erinnert mich fatal an den Aufstieg und Fall des Neuen Markts, nur dass es da alles noch schneller ging.
Zuerst die grosse Euphorie, es wurde investiert und Geld zum Fenster hinausgeworfen, welches in der Zukunft verdient werden sollte. Dann begann irgendwann der Abstieg, der auch immer schneller und schneller wurde. Einige Unternehmen konnten sich durch scheinbar gute Zukunftsaussichten nochmal durch Kapitalerhoehungen oder Begeben von Anleihen (Brokat gruesst den BVB und Schalke 04 :D:D:D:D ) noch mal Finanzspritzen verschaffen, aber auch diese Quellen versiegten schnell. Am Ende ueberlebten nur wenige Unternehmen, ein grosser Haufen ist quasi auf dem Friedhof gelandet, die Produkte einiger Unternehmen wurden dann nach der Insolvenz oder kurz vor dem Gang zum Amtsgericht von Aufkaeufern aus Uebersee 'fuer'n Appel und'n Ei' gekauft.
Prognose : der BVB wird der erste deutsche Fussballverein mit einem ausl. Besitzer - denn den Gang zum Konkursrichter wollen sich Niebaum & co nicht antun, da gibt man dann die Eigenstaendigkeit lieber auf, trotz der vormals so bedacht gewaehlten Unternehmensform KgaA :D !

Bundeskanzler2020
21.12.2003, 21:30
jetzt versteht man auch den schmusekurs mit amoroso,
den müssen die unbedingt wieder hinbekommen und für ne menge euronen wieder verhökern!!

Bundeskanzler2020
21.12.2003, 21:31
bitte in den neuen, passenden fred im fussballtreff verschieben!!:p
dankehsvklatsch

Gast7
21.12.2003, 21:56
Original geschrieben von Bundeskanzler2020
bitte in den neuen, passenden fred im fussballtreff verschieben!!:p
dankehsvklatsch

umgekehrt dürfte es passender sein. ebenfalls danke hsvklatsch

Peppi
21.12.2003, 22:19
Ist doch geil, alle Gliedern aus und verhökern ihr Tafelsilber........ Nur der HSV hoffentlich nicht.

Pedde
21.12.2003, 22:51
ich hoffe inständig, das unser verein NIE solche mauscheleien wie der bvb durchgeführt hat.

lieber bleib ich ne graue maus der liga, aber bin wenigstens gesund !

20 millionen bilanzminus mit solchen "verträgen" zu kaschieren grenzt doch schon an illegale machenschaften oder nicht ?

ab morgen ist die bvb aktie nur noch einen euro wert :)

kHamsun
22.12.2003, 00:18
(dpa) Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund
bemüht sich nach übereinstimmenden Informationen von «Süddeutscher
Zeitung» und «kicker» (Montags-Ausgaben) auf dem englischen
Kapitalmarkt um eine Anleihe von bis zu 100 Millionen Euro. Für den
Betrag sollen die Zuschauereinnahmen der nächsten zwölf Jahre
verpfändet werden. Nach Angaben der beiden Blätter muss der
Börsen notierte Verein gegenüber der Saison 2002/2003 mit
Mindereinnahmen in Höhe von rund 50 Millionen Euro rechnen.

Mit der Geldspritze sollen Etatlöcher im laufenden Geschäftsjahr
gestopft werden. Investmentbanker Stephen Schechter (London), der im
April diesen Jahres schon für den FC Schalke 04 eine 75-Millionen-
Euro-Anleihe platzierte, stehe in aussichtsreichen Verhandlungen mit
der Geschäftsführung der Borussia.

Die wirtschaftliche Situation des BVB habe sich auch durch einen
2001 geschlossenen Geheimvertrag mit dem AC Parma verschlechtert.
Darin sollen sich die Dortmunder verpflichtet haben, die im Zuge der
Verpflichtung von Marcio Amoroso abgetretenen Transferrechte am
Spieler Evanilson im Sommer diesen Jahres zurückzukaufen, berichten
die «Süddeutsche Zeitung» und der «kicker». 15 Millionen Euro habe
die Borussia deshalb an den italienischen Club zahlen müssen. Die
Verabredung zwischen Parma und Dortmund soll laut den beiden Blättern
dazu gedient haben, in der Borussen-Jahresbilanz 2000/2001 einen
Verlust von fast 20 Millionen Euro zu kaschieren.

Flambo
22.12.2003, 07:10
Auf 12 Jahre die Zuschauereinnahmen verpfänden, für EIN schlechtes Jahr?? :eek:

Also, wenn das wahr ist:





*händereib* :D hsvklatsch hsvklatsch

Sieht mir ganz so aus, als ob ich unrecht hatte und die Majas zuerst den Bach 'runtergehen...:cool:

Aber keine Bange, die Schlacker werden folgen, so sicher wie das Amen in der Kirche...;)

Joerginho
22.12.2003, 07:37
Koennen wir uns entscheiden, ob wir im "Dortmund-Finanzen" oder in diesem thread diskutieren -ansonsten wird es unuebersichtlich.

Hiermal ein Artikel der Dortmunds Situation schoen wiedergibt.


Aus der SZ:

Borussia Dortmund vor dem Finanzcrash

Horrorschulden und Bilanztricks: Wie BVB-Präsident Niebaum den Traditionsverein in eine katastrophale Geschäftslage manövriert hat

Dortmund – Am Mittwoch wussten in Dortmund nur wenige Eingeweihte, wie Matthias Sammers düstere Andeutungen zu verstehen waren. „Wir sind in der schwierigsten Situation, seit ich in Dortmund bin – und das ist seit Januar 1993“, hatte der BVB-Trainer orakelt. Inzwischen ist durchgesickert, dass Borussia Dortmund – nach Eigendarstellung einer der finanzstärksten Klubs Europas – dringend eine neue Geldspritze braucht. Manager Michael Meier bereitet nach Informationen aus Branchenkreisen mit dem amerikanisch-englischen Investmenthaus Schechter & Co. eine Anleihe in Höhe von 80 bis 100 Millionen Euro nach dem Vorbild von Schalke 04 vor. Zur Absicherung des Deals würden Dortmunds Zuschauereinnahmen für die nächsten zwölf Jahre verpfändet.

Wie aus Vereinsgremien bekannt wird, regt sich erstmals erheblicher Widerstand gegen die Geldbeschaffungspläne des Klub-Präsidenten Gerd Niebaum. Anders als in Schalke, wo mit den Schechter-Millionen alte Kredite abgelöst wurden, würden die Anleihe-Millionen offenbar existenziell benötigt – um katastrophale Etatlöcher im laufenden Geschäftsjahr auszugleichen und liquide zu bleiben. „Wenn nicht noch ein Wunder geschieht“, wird der Hypovereinsbank-Analyst Peter-Thilo Hasler in Focus Money zitiert, „dürfte der BVB in der laufenden Saison gigantische Verluste einfahren.“ Geschätzt werden für die laufende Saison (die identisch mit dem Geschäftsjahr der börsennotierten Borussia Dortmund KGaA ist) mindestens 50 Millionen Euro Verlust. Das Tafelsilber, so eine Stimme aus dem engsten Führungskreis des BVB, sei bereits verkauft, nun plane Niebaum mit der Anleihe auf künftige Zuschauereinnahmen den „Ausverkauf der Zukunft des Vereins“.

Die rasante Investitionspolitik des Deutschen Meisters von 2002 hat seit dem Börsengang in nur drei Jahren bereits 200 Millionen Euro verschlungen, davon 130 Millionen aus dem Börsengang selbst und gut 23 Millionen aus dem Verkauf des vereinseigenen Westfalenstadions an die Leasing-Gesellschaft Molsiris. Zuletzt hatte Dortmund unter dem Sammelposten „Sponsoring-Einnahmen“ einen Gutteil des neuen, mit insgesamt 38 Millionen Euro dotierten Fünf-Jahres-Vertrags mit dem Ausrüster Nike in der Jahresbilanz der vergangenen Saison 2002/03 vorweg genommen. Der Vertrag ist erst ab 2004/05 datiert. Trotz solcher versteckten Bilanzmanöver wurde schon die letzte Unternehmensbilanz des BVB im November von Kritikern mit Argwohn betrachtet. Der Fußballkonzern meldete zwar Rekord-Umsatzzahlen (162,3 Millionen), erwirtschaftete aber nur einen mageren Gewinn von gut drei Millionen Euro. Dabei waren die Einnahmen enorm. Den über 33 Millionen Euro, die der BVB im Vorjahr allein in der Champions League verdiente, stehen in der laufenden Saison kaum sechs Millionen gegenüber. Außerdem wies die Bilanz die 23 Millionen „außerordentlicher Erträge“ aus dem Stadionverkauf aus, die es kein zweites Mal geben kann. Als diese Einkünfte noch nicht für eine Gewinndarstellung ausreichten, wurden auch noch die Nike-Millionen verbucht. So wollte Niebaum den Mitgliedern weismachen, der Verein sei „in allen Geschäftsbereichen gut aufgestellt“. Die Geschäftspolitik des Klubs, so ein Gremiumsmitglied, erinnere an einen Mann, der vom Dach eines Hochhauses springe und sich bei jeder Etage sage: „Bis jetzt ist noch alles gut gegangen.“

Zwar hängt die aktuelle Notlage des Traditionsklubs auch mit Kirch-Konkurs, Verletzungsmisere und der allgemeinen Finanzkrise im europäischen Fußball zusammen. Doch hat Dortmund offenbar schon früher fragwürdige Praktiken angewandt, um die Bilanz des Unternehmens in einem günstigeren Licht erscheinen zu lassen. So melden zuverlässige Quellen, dass der BVB 15 Millionen Euro für den Spieler Evanilson an den AC Parma überwiesen habe. Dortmund kam damit einer Geheimvereinbarung nach, die schon im Sommer 2001 beim Transfer von Marcio Amoroso mit den Italienern ausgehandelt wurde. Damals hatte Dortmund seinen Brasilianer Evanilson für geradezu utopisch anmutende 20 Millionen Euro bei Parma in Zahlung gegeben und deshalb nur 7,7 Millionen für den Weltstar Amoroso überweisen müssen. Wahrer Zweck des absurden Tauschhandels: Die virtuellen 20 Millionen für Evanilson wurden pünktlich zum 30. Juni 2001, also am letztmöglichen Tag, in die erste Jahresbilanz der neuen Borussia Dortmund Kommanditgesellschaft auf Aktien eingebucht. Ohne den Evanilson-Schachzug hätte Dortmund schon im ersten Jahr nach dem Börsengang einen fulminanten Verlust von fast 20 Millionen Euro ausweisen müssen.

Die Zeche für den schon damals von Bayern-Manager Uli Hoeneß als „anrüchig“ bezeichneten Deal mussten die Dortmunder nun zahlen. Wie knapp das Geld in Dortmund geworden ist, war bereits an der spektakulären Debatte um einen 20-prozentigen Gehaltsverzicht der BVB-Profis deutlich geworden. Auch der unverständliche Transfer von Nationaltorwart Jens Lehmann hatte offenkundig rein finanzielle Gründe. Sollte sich der unbeirrbar wachstumsgläubige Gerd Niebaum mit seinen Plänen für die Schechter-Anleihe bei Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat durchsetzen, hätte der Klub auf lange Zeit unter einer horrenden Rückzahlungs-Belastung von mindestens 27 Millionen Euro pro Jahr zu ächzen: Mindestens 17 Millionen davon, also fast 1,5 Millionen im Monat, muss Dortmund ohnehin schon als Pacht für das einst eigene Stadion berappen. Hinzu kämen an die 10 Millionen für die Rückzahlung der Schechter-Anleihe. 27 Millionen Euro, das ist deutlich mehr als der gesamte Saisonetat des Dortmunder Nachbarn VfL Bochum und mehr, als der VfB Stuttgart für seine kompletten Personalkosten ausgibt. „Wer soll solche Horrorsummen aufbringen, wenn das Stadion einmal nicht voll ist oder die Fernsehgelder wieder ins Stocken geraten?“, fragt ein konkurrierender Bundesliga-Manager.

In Gerhard Reibert, Hans-Dieter Michalski und Reinhold Schulte haben bereits drei der sechs Start-Mitglieder des Aufsichtsrats der KGaA inzwischen ihren Dienst im Kontrollgremium des Borussia-Konzerns quittiert. Reibert soll wegen kritischer Nachfragen regelrecht aus dem Amt gemobbt worden sein. Schulte, Vorstandvorsitzender des größten Dortmunder Arbeitgebers, des Versicherungskonzerns Signal-Iduna, und Michalski, Chef der Dortmunder Volksbank, gaben offiziell wegen Arbeitsüberlastung auf. Beiden wird unterstellt, sie hätten vor der Amtsführung des allseits gut verdrahteten Klub-Präsidenten Niebaum kapituliert. Der seit einem Jahr amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Materna, Inhaber des erfolgreichen Software-Unternehmens Materna mit 1300 Angestellten, sagt: „Die Kostenstrukturen müssen dringend den Einnahmestrukturen angepasst werden. Ich bin kein Freund von irgendwelchen Wechseln auf die Zukunft. Das entspricht nicht meinem unternehmerischen Weltbild.“ Materna, der auch Präsident der Industrie- und Handelskammer von Dortmund ist, geht auf Distanz zur Schechter-Anleihe: „Die Phantasie der Finanzjongleure und Geldverleiher kennt keine Grenzen. Aber als Aufsichtsratsvorsitzender einer KgaA hat man nicht die Möglichkeiten eines Aufsichtsrats einer normalen Aktiengesellschaft. Wir haben nur eine beratende Funktion. Das ist ein Nachteil. Meine Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.“

Das Grummeln über Niebaums Methoden wird unter den verbliebenen Gremiums-Mitgliedern immer lauter. Kaum einer hat Lust, in naher Zukunft für den absehbaren Aufprall des Klubs haftbar gemacht zu werden. Auch die Verflechtung der florierenden Anwaltskanzlei Niebaums und des von Niebaum einsam geführten Unternehmens Borussia Dortmund wird kritisiert. Die Kanzlei Niebaums erledigt alle Rechts- und Vertragsangelegenheiten des BVB – gegen Honorar. Mehr als wahrscheinlich, dass sein 18. Jahr an der Vereinsspitze für Niebaum das bisher schwierigste wird.

Freddie Röckenhaus

---

Der Kommentar des Autors dazu:

Geldvernichtung à la Borussia

Wenn nicht alles täuscht, betet über Weihnachten in München einer, dass der Borussia aus Dortmund kein Unheil geschehen möge. Uli Hoeneß, der Erzrivale und Antagonist schlechthin, wünscht sich geradezu flehentlich, dass dem einzig ernst zu nehmenden Dauer-Konkurrenten ein Absturz erspart bleiben möge. Nichts wäre schlimmer für die Bundesliga – und für den FC Bayern. Nach Jahren des Überflusses auf Pump und des stolz zelebrierten Größenwahns scheint Borussia Dortmunds treibende Kraft Gerd Niebaum an die Grenzen des Machbaren zu stoßen. So findig und gewieft waren die Ideen und die Geldbeschaffungspraktiken des Langzeit-Präsidenten, dass man bisher landauf, landab nur mit Bewunderung davon sprechen konnte.

Niebaum hat mit schon immer riskantem Expansionswillen aus einem Klub, der wenig mehr als Tradition besaß, eine der ersten Fußballadressen Europas gemacht, mit einem Stadion und einer Fangemeinde, die ihresgleichen suchen. Doch im Erfolgsrausch sind offenbar alle Maßstäbe über Bord gegangen. Fast fühlt man sich an die Geldvernichtungsapparate der New Economy erinnert, die in surrealem Zukunfts- und Wachstumsglauben immer weiter auf viel zu großem Fuß lebten – bis zum Zusammenbruch. Um diesen Totalverlust zu vermeiden, müssen sie in Dortmund nun offenbar alle Hebel umlegen. Die Borussia ist nicht nur das Ein und Alles von Millionen von BVB-Fans, sie ist auch das einzige vorzeigbare Aushängeschild einer vom wirtschaftlichen Umbruch gebeutelten Stadt.

Nicht einmal dem hochverehrten Präsidenten Gerd Niebaum wird man deshalb gestatten, „das Unternehmen BVB mit hundertachtzig Sachen vor die Wand zu fahren“, wie es ein Vereins-Insider formuliert. Als Regime nach Gutsherrenart stellt sich die Geschäftsführung des börsennotierten Klubs schon länger dar, in Dortmund spricht man von totaler Beratungsresistenz auf der Chefetage und von ständigen Drahtseilakten. Wo, wegen der geradezu märchenhaften Fan-Begeisterung in Dortmund, eigentlich die denkbar besten Voraussetzungen für Profifußball gegeben wären, wird man in nächster Zeit kleinere Brötchen backen müssen. Denn was bliebe noch, wenn erst einmal die Zuschauereinnahmen verpfändet sind, um noch einmal „frisches Geld“ zu beschaffen? Vielleicht ein Darlehen des russischen Öl-Milliardärs Abramowitsch? Oder von Libyens Diktator Gaddafi? Alles schon da gewesen.

Joerginho
22.12.2003, 07:53
Ich befuerchte es wird italienische Verhaeltnisse in der Buli geben, die skandaloese DFL wird keine Sanktionen gegenueber Dortmund aussprechen. Schon bei Lautern, den Kirch Betruegern und Frankfurt wurden merhmals beide Augen zugedrueckt - die Konsequenz riskantes, unserioeses Wirtschaften wird in der Buli belohnt. Lautern, die Kirch Betrueger und Dortmund sind dank ihrer Machenschaften zu Meistertiteln in den vergangenen 10 Jahren gekommen, Frankfurt hat sich den Aufstieg ergaunert.
Solange es keine drastischen Strafen wie Lizenzentzug auch fuer Traditionsvereine gibt, wird das Risikogeschaeft weitergehen.
Denn auch Dortmund wird naechstes Jahr, selbst bei einem Verkauf eines Leistungstraegers Meisterschaftesfavorit sein.



Aus HSV Sicht sehe ich leider auch die Tendenz sich in Richting Schalke - Dortmund zu entwickeln, wer mag es ihnen verdenken - Serioeses Wirtschaften wird von der DFL bestraft!

Gruss Joerginho

christian1234
22.12.2003, 08:27
Interessant an dem ganzen Kram finde ich den Satz des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Borussia: "Materna, der auch Präsident der Industrie- und Handelskammer von Dortmund ist, geht auf Distanz zur Schechter-Anleihe: „Die Phantasie der Finanzjongleure und Geldverleiher kennt keine Grenzen. Aber als Aufsichtsratsvorsitzender einer KgaA hat man nicht die Möglichkeiten eines Aufsichtsrats einer normalen Aktiengesellschaft. Wir haben nur eine beratende Funktion. Das ist ein Nachteil. Meine Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt", das war mir dann auch neu, dass ein Aufsichtsrat bei einer KgaA nur beratend taetig ist, man stelle sich das mal bei uns vor, Hoffmann darf ohne Grenzen walten, mein Gott.

Kermit75
22.12.2003, 09:23
Original geschrieben von christian1234
Interessant an dem ganzen Kram finde ich den Satz des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Borussia: "Materna, der auch Präsident der Industrie- und Handelskammer von Dortmund ist, geht auf Distanz zur Schechter-Anleihe: „Die Phantasie der Finanzjongleure und Geldverleiher kennt keine Grenzen. Aber als Aufsichtsratsvorsitzender einer KgaA hat man nicht die Möglichkeiten eines Aufsichtsrats einer normalen Aktiengesellschaft. Wir haben nur eine beratende Funktion. Das ist ein Nachteil. Meine Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt", das war mir dann auch neu, dass ein Aufsichtsrat bei einer KgaA nur beratend taetig ist, man stelle sich das mal bei uns vor, Hoffmann darf ohne Grenzen walten, mein Gott.

Hallo,
ja das ist richtig. Es gibt da übrigens noch weitere Unterschiede, diese habe ich mal aufgelistet.
Gruß Guido


Der Aufsichtsrat
Wie jede Aktiengesellschaft, muß auch die KGaA einen Aufsichtsrat haben. Nach § 278
Abs.3 gelten für die KGaA die Vorschriften des ersten Buches des AktG sinngemäß. Damit sind die in den §§ 95 – 116 AktG stehenden Bestimmungen anzuwenden, soweit aus der Sonderstellung der KGaA als hybrides Gebilde keine anderen Regelungen erforderlich sind.31

Abweichungen zu den üblichen aktienrechtlichen Vorschriften zum Aufsichtsrat ergeben sich
vor allem in folgenden Punkten:
- Persönlich haftende Gesellschafter können nicht Mitglied des Aufsichtsrates sein.32
Bei der GmbH&Co.KGaA ist der phG eine GmbH&Co.KG; in diesem Fall dürfen die Geschäftsführer
der Komplementär-KG nicht in den Aufsichtsrat der KGaA.
- Keine Personalkompetenz:
Das in § 84 AktG normierte Recht des Aufsichtsrates die Mitglieder des Vorstands zu bestellen
und abzuberufen entfällt bei der KGaA wegen der unabdingbaren Geschäftsführungs-
und Vertretungsbefugnis der Komplementäre.
- Keine Mitbestimmungskompetenz:
Aus der fehlenden Personalkompetenz folgt auch, daß der Aufsichtsrat nicht befugt ist, einen
Arbeitsdirektor für den Vorstand zu bestellten.
- Keine Zustimmungskompetenz:
Nach § 111 Abs. 4 AktG kann der Aufsichtsrat bestimmen, daß bestimmte Arten von Geschäften
nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen. Bei der KGaA ist diese
Zustimmungsbefugnis des Aufsichtsrates nicht gegeben.
- Keine Geschäftsordnungskompetenz:
Nach § 77 Abs. 2 AktG hat der Aufsichtsrat das Recht, eine Geschäftsordnung für den
Vorstand zu erlassen. Dieses Recht hat er bei der KGaA nicht.
- Keine Kompetenz zur Feststellung des Jahresabschlusses:
Während bei der normalen AG die Feststellung des Jahresabschlusses in die Kompetenz
des Aufsichtsrates fällt 37, ist bei der KGaA hier ausschließlich die Hauptversammlung zuständig,
allerdings mit Zustimmungspflicht der Komplementäre.
Im Vergleich mit einer normalen AG fehlen dem Aufsichtsrat einer KGaA ganz wesentliche
Befugnisse. Insbesondere ist er nicht in der Lage, die weitgehenden Machtbefugnisse der persönlich
haftenden Gesellschafter zu begrenzen.
Dem Aufsichtsrat der KGaA verbleibt somit ein relativ begrenzter Kompetenzbereich. Nach §
287 AktG führt er die Beschlüsse der Kommanditaktionäre (Hauptversammlung) aus und
vertritt in Rechtsstreitigkeiten die Kommanditaktionäre gegen die persönlich haftenden Gesellschafter.
Darüberhinaus hat er eigentlich hat er nur zwei Aufgaben:
1. Die Kontrollfunktion (Überwachung der Geschäftsführung) ,
2. die Informationsfunktion (Einsichtnahmerecht in die Bücher und Unterrichtung
durch den Vorstand ).


Zum Vergleich die Aufgaben unseres AR (aus der Satzung)

§ 18

Aufgaben des Aufsichtsrates
1.) Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand und beruft ihn ab. Er beschließt die Geschäftsordnung des Vorstandes und zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres über den vom Vorstand vorzulegenden Finanzplan. Er bestellt den Wirtschaftsprüfer, der nach Abschluß des Geschäftsjahres den vom Vorstand erstellten Jahresabschluß mit Lagebericht zu prüfen und zu bestätigen hat, und verabschiedet den Jahresabschluß mit Lagebericht. 2.) Der Aufsichtsrat überwacht den Vorstand in seiner Geschäftsführung und in der Wahrnehmung der Vereinsaufgaben. Ihm stehen dabei uneingeschränkte Prüfungs- und Kontrollrechte zu. 3.) Der Aufsichtsrat wirkt bei Beschlüssen des Vorstandes gemäß §20 Ziffer 3.) mit.
§20 (3)
Der Vorstand bedarf der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrates für Erwerb, Veräußerung und Belastung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten, für die Übernahme von Bürgschaften und Eingehung von Mitverpflichtungen für Verbindlichkeiten Dritter, für den Abschluß von Rechtsgeschäften jeder Art, die für den Verein mit finanziellen Verpflichtungen von mehr als 500.000,- Euro verbunden sind, sowie für sonstige Geschäftshandlungen, die über den normalen Betrieb des Vereins hinausgehen. Die Pflicht zur vorherigen Zustimmung für solche Geschäfte entfällt, soweit sie bereits in dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Finanzplan enthalten sind.

y5
22.12.2003, 09:47
http://bilder23.parsimony.net/forum50498/bvb-pleite.jpg

y5
22.12.2003, 09:56
Es stellt sich mir allerdings die frage, was mit den etlichen Mios aus dem Boersengang geschehen ist. Klar, ein Teil ist ins Stadion geflossen, aber was ist mit dem Rest ? Die Vermutung liegt nahe, dass mit dem Geld aus dem Boersengang massiv Altschulden abgeloest wurden.

Der ehemalige BSHH
22.12.2003, 10:03
1.
@ christian1234:

Soweit ich mich recht erinnere, sind die ausgegebenen Aktien der KGaA sowieso nicht stimmberechtigt (dafür aber mit höherer Dividendenausschüttung:D). Deswegen wäre ein Aufsichtsrat, der ja die Anteilseigner repräsentiert, ohne besondere Weisungsbefugnisse eigentlich nur folgerichtig. Beim HSV stellt der Aufsichtsrat aber eine Vertretung der Mitglieder dar, so dass er zwangsläufig sehr viel mächtiger sein muss.

2.
Original geschrieben von Joerginho
Ich befuerchte es wird italienische Verhaeltnisse in der Buli geben, die skandaloese DFL wird keine Sanktionen gegenueber Dortmund aussprechen. Schon bei Lautern, den Kirch Betruegern und Frankfurt wurden merhmals beide Augen zugedrueckt - die Konsequenz riskantes, unserioeses Wirtschaften wird in der Buli belohnt. Lautern, die Kirch Betrueger und Dortmund sind dank ihrer Machenschaften zu Meistertiteln in den vergangenen 10 Jahren gekommen, Frankfurt hat sich den Aufstieg ergaunert.
Solange es keine drastischen Strafen wie Lizenzentzug auch fuer Traditionsvereine gibt, wird das Risikogeschaeft weitergehen.
Denn auch Dortmund wird naechstes Jahr, selbst bei einem Verkauf eines Leistungstraegers Meisterschaftesfavorit sein.

Aus HSV Sicht sehe ich leider auch die Tendenz sich in Richting Schalke - Dortmund zu entwickeln, wer mag es ihnen verdenken - Serioeses Wirtschaften wird von der DFL bestraft!

Gruss Joerginho

Ich bin ebenfalls kein großer Anhänger des BVB und noch weniger ein solcher des Dortmunder Finanzgebahrens. Aber wann und weswegen hätten DFB/DFL einschreiten sollen? Allein ein Verlust 2000/2001 in Höhe von € 20 Mio. scheint verschleiert worden zu sein, aber für den diesjährigen Verlust des HSV von über € 14 Mio. gab es trotz einer mittlerweile deutlich schlechteren Gesamtsituation bei TV-Einnahmen und Transfererlösen als 2001 keine merklichen Sanktionen. Deswegen halte ich eine DFL-Bestrafung Dortmunds auch für unangebracht. Aber ob der Vorstand wegen einer möglicherweise unrichtigen Bilanz noch angegangen wird, bleibt abzuwarten.

Ob beim HSV wirklich seriös gewirtschaftet wird, kann ich nach dem Eingeständnis, dass für 2002/2003 auch bei optimistischer Planung ein Defizit von € 7,3 Mio. geduldet wurde, leider nur bezweifeln. Man ist wohl grundsätzlich gut beraten, sich bei Fußballunternehmen eher auf die Einnahmen und Ausgaben sowie die Struktur der Verbindlichkeiten zu konzentrieren, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Vereins zu beurteilen. Die Bolanzdaten sind längst nicht immer aussagekräftig - und z.T. wohl sogar offensichtlich geschönt.

Gruß,
BSHH

Joerginho
22.12.2003, 10:03
@P.P

Also die Herren Amoroso, Rosicky, Koller, Ewerthon, Frings, Kehl um nur die Spitze der Transfers zu nennen, hat man nicht bekommen, weil Dortmund ne schoene Stadt ist...

Gruss Joerginho

y5
22.12.2003, 10:10
Original geschrieben von Joerginho
@P.P

Also die Herren Amoroso, Rosicky, Koller, Ewerthon, Frings, Kehl um nur die Spitze der Transfers zu nennen, hat man nicht bekommen, weil Dortmund ne schoene Stadt ist...

Gruss Joerginho
Klar - aber die Dortmunder haben doch angeblich 130 Mio durch den Boersengang eingenommen.
Wenn ich jetzt diese Spieler zusammenrechne, komme ich auf ungefaehr 60 Mios, wobei ja einige Spieler bereits vor dem Boersengang verpflichtet wurden (Rosicky..) und wir mittlerweile auch wissen, dass éin Grossteil des Geldes fuer Amoroso ja erst jetzt zu zahlen war. Es muesste noch was da sein - wenn die Dortmunder nicht eine so immens hohe Payroll haben, die sich nicht aus den Einnahmen ( die ja im Vergleich zum HSV auch immens hoch waren in den letzten Jahren ..) finanzieren laesst.
SCheinbar sind nicht die Schalker die groessten Geldverbrenner, sondern die Dortmunder.

Joerginho
22.12.2003, 10:29
@BSHH

Das Beispiel hast Du ja selbst gebracht, haette es damals Konsequenzen gegeben, wer weiss, wie sich der HSV Jahre spaeter verhalten haette, vielleicht haetten wir keinen Ledesmatransfer abgewickelt, aber solange die DFL keine Strafen ausspricht die wehtuen (3 Punkteanzug ist laecherlich), werden die Vereine kaum weniger Risiko eingehen.


@P.P.

Mir fehlt die Musse alle Transfer aufzurechnen, aber incl. Gehaltskosten, erscheint es mir durchaus moeglich, dass die 130 Mio in die Mannschaft geflossen sind. Schade, dass das BVB FOrum kostenpflichtig ist, dort haette man sicher bessere Infos, aber da scheint jemand wirklich jeden Cent zu brauchen...

Gruss Joerginho

y5
22.12.2003, 10:45
@Joerginho : Es macht sicher auch keinen Sinn, das alles per Heller und Pfennig nachzurechnen. Festzuhalten bleibt, dass beim BVB scheinbar ueber Jahre ein gigantischer Groessenwahn ausgelebt wurde, der jedoch nicht solide zu finanzieren war.

Nebenbei erstaunt mich auch die in dem Artikel aufgefuehrte Pacht von unglaublichen 17 Mio Euro p.a. fuer das Stadion. War die Geldnot schon vor einem Jahr so immens, dass man damals bereits nur durch einen Verkauf des Stadions die aergsten Loecher im Finanzplan schliessen konnte ?

Joerginho
22.12.2003, 10:59
Der kicker spricht auch von mehr als 100 Mio fuer Transfers - OHNE Gehaelter und Handgeldern.

http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?caldate=22.12.2003&folder=3000&object=292617&liga=1&saison=2003/04&spieltag=17&spielpaarung=292629

Ansonsten stehen Spielerverkaeufe an, um die Lizenz zu sichern.

Mit Barbarez hat der HSV ja gute Erfahrungen was Dortmunder Spieler angeht...


Gruss Joerginho

y5
22.12.2003, 11:11
Wieso in den Artikeln eigentlich angefuehrt, dass der BVB 'nur' 10 Mio p.a. an Zinsen und Tilgung fuer die Anleihe aufbringen muesste ? Das erscheint mir doch als sehr gering fuer einen 100 Mio-Kredit ueber 12 Jahre.

Der ehemalige BSHH
22.12.2003, 11:26
1.
@ Joerginho:

Ohne Näheres zu kennen, dient das Lizensierungsverfahren insbesondere dazu, eine Insolvenz während der Spielbetriebs und damit massive Wettbewerbsstörungen zu vermeiden. Ob Dortmund Mitte 2001 bei einem ordnungsgemäßen Verlustausweis insolvenzreif gewesen wäre, ist fraglich: Der Verein (bzw. die Gesellschaft:rolleyes:!) war offenbar zahlungsunfähig und hat sich mit dieser Bilanzierung ohnehin keine Liquidität beschafft.

Ob eine Überschuldung vorlag, ist fraglich; ich gehe zudem davon aus, dass Dortmund deswegen so eine aberwitzige Ablösesumme für den damals langzeitverletzten Amoroso auch im Hinblick auf die vorläufige Verrechnungsmöglichkeit akzeptiert hat. Eine ähnlich Situation gab es beim Vieri-Transfer von Lazio zu Inter, als plötzlich mittelmäßige Kicker wie S. Concecao oder Simeone mit jeweils deutlich über € 15 Mio. bewertet und verrechnet wurden.

Wir wissen also nicht, ob Dortmund 2001 insolvenzreif oder -nah gewesen wäre, was wohl eine DFL-Sanktion rechtfertigen würde. Ferner sind mir etwaige Auflagen aus damaliger Zeit (gegen die z.B. Frankfurt ganz eindeutig verstieß und dafür bestraft wurde) nicht bekannt. Und auch Deine anderen Beispiele passen nicht ganz: Der FC Bayern hat m.E. bewusst vorlegungspflichtige Verträge, die zudem im Zusammenhang mit den TV-Verträge der Liga stand, zurückgehalten. Und K'lautern hat (meines Wissens neben Auflagenverstößen) eine Steuerhinterziehung in erheblichem Umfang betrieben und damit auch dem Ansehen der gesamten Liga geschadet. Das sind aus meiner Sicht wesentlich krassere Formen von Fehlverhalten als das der Dortmunder, die tatsächlich viel zu milde bzw. faktisch überhaupt nicht geahndet wurden:mad:.

2.
@ PrivateParts:

Zur Frage, wohin das Geld geflossen sein könnte, wäre auch zu überlegen, ob bei den angegebenen € 130 Mio. aus dem Börsengang schon die üblichen Vergütungen für Berater (ich denke da auch an die RAe Niebaum & Danzer;)) und insbesondere die Emissionshäuser bzw. -banken berücksichtigt sind. Damit wären erhebliche Abflüsse zu erklären.

Noch merkwürdiger erscheint mir aber die Stadionrechnung: Der Veräußerungserlös soll nur € 23 Mio., die Jahrespacht aber € 17 Mio. betragen (haben)? Selbst wenn dem BVB die Einnahmen aus der Weitzerverpachtung an Dritte zuständen und der verkaufte Anteil etwa 10% beträgt, erscheint mir das immer noch als ein sehr schlechtes Geschäft für den Verkäufer und Pächter. Und steuerliche Vorteile eines sale-and-lease-back-Geschäfts wird der BVB angesichts des zu erwartenden Verlustes 2003/2004 inzwischen wohl nicht mehr zu schätzen wissen.

Gruß,
BSHH

y5
22.12.2003, 11:32
@BSHH : M.E. hat der BVB das Stadion bzw. seine Anteile daran damals fuer 75 Mio Euro verkauft. Allerdings hat man einen Grossteil der Summe irgendwo angelegt, da man beabsichtigt, das Stadion nach dem Auslaufen des Pachtvertrages wieder zurueckzukaufen.
Ich denke, die 23 Mio sind nur das, was dem BVB aus dem Verkauf an Liquiditaet direkt zugeflossen ist, da der Rest wie gesagt irgendwo festgesetzt wurde.

Der ehemalige BSHH
22.12.2003, 11:38
Übrigens scheint der kicker bei der Darstellung eines möglichen Verlustes ähnlich souverän wie die Wams vor kurzem: So wie ich den nachfolgenden Ausschnitt verstehe, wird dort der Erlös aus dem Stadionanteilsverkauf als Aufwand verbucht:

Das schrieb der kicker
Allein 27 Millionen Euro gegenüber der vergangenen Saison betragen die Mindereinnahmen des BVB, weil er sich nicht für die Champions League qualifizierte und sich anschließend im UEFA- Cup vom französischen Provinzklub FC Sochaux vorführen ließ. Die 23 Millionen Euro aus dem Verkauf der Stadionanteile an die MOLSIRIS Vermietungsgesellschaft hübschen das Betriebsergebnis 2002/03 auf, können aber nur einmal auf der Habenseite verbucht werden. Addiert man zu diesem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro noch die 15 Millionen Euro hinzu, die Dortmund einem Geheimvertrag von 2001 zufolge für den Spieler Evanilson an den AC Parma überwies (vgl. Extrastory auf Seite 18), klafft im Vergleich zur Vorsaison schon jetzt ein 65(!)- Millionen-Euro-Loch. [/QUOTE]

Oder habe ich etwas übersehen bzw. falsch verstanden? So ein herber Fehler muss doch irgendwo auffallen, wahrscheinlich ist die Passage bereits gedruckt und ausgeliefert.

Gruß,
BSHH

y5
22.12.2003, 11:42
@BSHH : Den Sportjournalisten faellt sowas nicht auf, da sie eh keine Ahnung haben. Bei Sport1 wurde ja auch nach dem Ausscheiden gg. Dnjpr der HSV-Schuldenstand neuberechnet, man kam dann auf etwa 18,5 Mio Euro Schulden, da die Schuldenlast aus der letzten Spielzeit schliesslich 14,3 Mio betragen haette und man pro Runde UEFA-Cup gut 2 Mio Euro einkalkuliert haette :rolleyes: ...

Gast6
22.12.2003, 11:47
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Übrigens scheint der kicker bei der Darstellung eines möglichen Verlustes ähnlich souverän wie die Wams vor kurzem: So wie ich den nachfolgenden Ausschnitt verstehe, wird dort der Erlös aus dem Stadionanteilsverkauf als Aufwand verbucht:



Wird er nicht, nur war der Verkauf letztes Jahr, da ist Dortmund quasi mit Null rausgekommen, hatte aber die CL und eben 23 Millionen Verkaufseinnahme. Dieses Jahr haben sie keine CL, also 27M€ weniger, und den Verkauf weniger. Macht gesamt 50M€ weniger.

Oder?

Der ehemalige BSHH
22.12.2003, 11:51
Auf Spiegel.de (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,279495,00.html) räumt Meier nun erstmals einen "finanziellen Engpass" ein. Eigentlich ließ schon der seltsame Lehmann-Transfer keine andere Deutung zu als ein Indiz für Liquiditätsprobleme. Schade, dass keiner der Sportjournalisten so etwas hartnäckliger hinterfragt, bevor es vollkommen offensichtlich ist. Da war das Forum schon wesentlich weiter, und zwar nicht nur durch waghalsige Spekulationen.

Gruß,
BSHH

SVHonk ohne pw
22.12.2003, 12:31
Laut Videotext will Dortmund eine Anleihe über EUR 100 Mio. aufnehmen, um die Einnahmeverluste von ca. "50 Mio." auszugleichen. Sie wollen die Zuschauereinnahmen der nächsten 12 Jahre dafür verpfänden.
In dem Zusammenhang stand etwas über einen Geheimvertrag mit dem AC Parma, der ihnen 2001 eine Geldspritze zur Verfügung stellte (irgendwas mit Transferrechte für Evanilson, die sie für Amoroso abgetreten haben und jetzt zurückkaufen müssen), um die Bilanz zu schönen.

Das sieht ja gut aus, bei den schwarz-gelben... ;-)

AufschwungNord
22.12.2003, 12:39
Original geschrieben von Flambo
Auf 12 Jahre die Zuschauereinnahmen verpfänden, für EIN schlechtes Jahr?? :eek:

Also, wenn das wahr ist:





*händereib* :D hsvklatsch hsvklatsch

Sieht mir ganz so aus, als ob ich unrecht hatte und die Majas zuerst den Bach 'runtergehen...:cool:

Aber keine Bange, die Schlacker werden folgen, so sicher wie das Amen in der Kirche...;)

Das Witzigste überhaupt ist die Tatsache, daß die (vermeintlich) auf Verschuldung bzw. Krediten aufgebauten Teams der Reviernachbarn Schlacke und BvBäh jetzt schon hinter den (offenbar) seriös agierenden Bochumern hinterher hinken. :D

SVHonk ohne pw
22.12.2003, 12:40
ups, schon lange bekannt...
- hab nur beim HSV-Teff nachgesehen und mich gewundert..

welch eine Schande!

z9
22.12.2003, 12:48
100.000.000 Euro!

--------------------------------------------------------------------------------
Irgendwann im Januar wird Borussia Dortmund seine Aufsichtsräte zusammentrommeln. Zu einer außerordentlichen Sitzung. Dann sollen die Mitglieder des Gremiums abnicken, was Dr. Gerd Niebaum und Michael Meier in den vergangenen Wochen angeschoben haben - eine Anleihe von bis zu 100 Millionen Euro, für die der Klub seine Zuschauereinnahmen verpfänden wird.

Was auf den ersten Blick wie ein neuer Coup der in finanziellen Fragen ungemein kreativen Klubführung aussieht, wirft in Wirklichkeit ein düsteres Licht auf die bedrohliche wirtschaftliche Verfassung des Vereins. Alles deutet darauf hin, dass sich Borussia Dortmund in einem akuten Liquiditätsengpass befindet und frisches Geld benötigt, um riesige Haushaltslöcher im laufenden Geschäftsjahr zu stopfen. Sich dabei einer Anleihe, eines hochverzinslichen Darlehens, zu bedienen, bereitet Dr.
Winfried Materna, dem BVB-Aufsichtsratsvorsitzenden, Bauchschmerzen: "Ich bin kein Freund von solchen Wechseln auf die Zukunft. Das entspricht nicht meinem unternehmerischen Weltbild."

Verhandlungen der Dortmunder Geschäftsführung mit der englisch-amerikanischen Investmentbank "Schechter & Co. Ltd" sind weit fortgeschritten. Die Anleihe soll eine Laufzeit von zwölf Jahren haben, elf Jahre weniger, als Stephen Schechter, Inhaber des Geldhauses, mit seinen ersten Vertragspartnern aus der Bundesliga verabredete: Bereits im April 2003 platzierte Schechter eine 75-Millionen- Euro Anleihe für den FC Schalke 04, der das inzwischen um zehn Millionen Euro aufgestockte Kapital verwendete, um alte Kredite abzulösen und Transferschulden zu begleichen.

Quelle: Kicker vom 22.12.03

Also wenn das stimmt stürzt die Biene Maja bald fürchterlich ab.

Zebra
22.12.2003, 12:51
Wie geil wäre das bitte. ich würde mich totlachen. Herr Mayer und Herr Niebaum sind für mich in der Top Ten Listen der Größten Arschlöcher

H-Dreamer
22.12.2003, 12:52
da hats schon nen fred zu.:rolleyes:

z9
22.12.2003, 12:52
Mist, hier der Rest des Beitrags:

Dass Dortmund "in allen Geschäftsfeldern gut aufgestellt" sei, wie Niebaum als Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) bei den Mitglieder- und Aktionärsversammlungen im November glauben machen wollte, hält einer kritischen Überprüfung nicht mehr stand. Gegenüber der Bilanzrekordsaison 2002/2003 (Umsatz: 162,3 Millionen Euro) kündigt sich im laufenden Geschäftsjahr ein dramatischer Verlust an. Peter Thilo Hasler, Analyst der HypoVereinsbank, bewertete den zu erwartenden Einbruch gegenüber "Focus Money" sogar als "gigantisch, wenn nicht noch ein Wunder geschieht".

Allein 27 Millionen Euro gegenüber der vergangenen Saison betragen die Mindereinnahmen des BVB, weil er sich nicht für die Champions League qualifizierte und sich anschließend im UEFA- Cup vom französischen Provinzklub FC Sochaux vorführen ließ. Die 23 Millionen Euro aus dem Verkauf der Stadionanteile an die MOLSIRIS Vermietungsgesellschaft hübschen das Betriebsergebnis 2002/03 auf, können aber nur einmal auf der Habenseite verbucht werden. Addiert man zu diesem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro noch die 15 Millionen Euro hinzu, die Dortmund einem Geheimvertrag von 2001 zufolge für den Spieler Evanilson an den AC Parma überwies (vgl. Extrastory auf Seite 18), klafft im Vergleich zur Vorsaison schon jetzt ein 65(!)- Millionen-Euro-Loch.

Das Kostensenkungsprogramm, das der Verein inzwischen auflegte, und die Mehreinnahmen durch die Stadionerweiterung lindern die wirtschaftliche Not nicht wirklich. Das Geld ist knapp geworden in Dortmund, wo auch Sponsorenverträge an die Tabelle gekoppelt und entsprechend eingeschmolzen sind. Obwohl seit dem Jahr 2000 weit mehr als 200 Millionen Euro durch Börsengang (130 Millionen) und Stadionverkauf (75,4 Millionen) in die Kassen flossen, ächzt der Verein unter den Lasten, die ihm besonders von dem nach Prestige trachtenden, streng wachstumsgläubigen Niebaum in den vergangenen Jahren auferlegt wurden. Inzwischen warnen Intimkenner der Dortmunder Szene sogar vor dem totalen Kollaps. Dem wirtschaftlichen, wohlgemerkt

z9
22.12.2003, 12:53
Original geschrieben von H-Dreamer
da hats schon nen fred zu.:rolleyes:

Danke, dann bitte zusammenlegen ;)

ElbePower
22.12.2003, 12:55
Das ist doch wohl der Witz des Jahres!! lol

H-Dreamer
22.12.2003, 12:55
Original geschrieben von Niedersachse
Danke, dann bitte zusammenlegen ;)

Kann bei der neuen Forumsstruktur ja mal vorkommen.;)

Guck mal im "Fussball-Treff"

ehl@stisch
22.12.2003, 12:55
Original geschrieben von Niedersachse
Danke, dann bitte zusammenlegen ;)

außerdem falsches unterforum! gehört in den fussball-treff ;)

H-Dreamer
22.12.2003, 12:56
Original geschrieben von ehl@stisch
außerdem falsches unterforum! gehört in den fussball-treff ;)

:D :D :D

Gut das Forum stimmt nu, aber was iss mit zusammenlegen?
:D :D :D

Kasseläner
22.12.2003, 13:40
Normalerweise müsste man sich ins Fäustchen lachen, aber ganz ehrlich: Mir wird eher schlecht, wenn ich den oben geposteten Artikel aus der SZ lese! Das liest sich so, als sei der BVBäh die größte Geldvernichtungsmaschine des deutschen Fußballs - mit weitem Abstand! Einen Verein innerhalb kurzer Zeit so gegen die Wand zu fahren ... unglaublich! :confused:

Guckt Euch mal den heutigen Aktienkurs der GmbH & Co. KGaA an: z.B. bei www.comdirect.de WPKN: 549309.

-12,44 % = 3,28 EUR.

Emissionskurs war 11 EUR damals! Nett, wie man mit der Liebe der eigenen Fans gespielt hat und denen ihre sauer erwirtschafteten Ersparnisse abgenommen hat, um sie anschließend quasi zu vernichten!! :mad: :mad:

ehl@stisch
22.12.2003, 13:47
Original geschrieben von H-Dreamer
:D :D :D

Gut das Forum stimmt nu, aber was iss mit zusammenlegen?
:D :D :D

eine berechtigte frage :D

Darth Heide
22.12.2003, 14:55
Dordmund bald 50 Mio Verlust!?!

Horrorschulden und Bilanztricks: Wie BVB-Präsident Niebaum den Traditionsverein in eine katastrophale Geschäftslage manövriert hat


Am Mittwoch wussten in Dortmund nur wenige Eingeweihte, wie Matthias Sammers düstere Andeutungen zu verstehen waren. „Wir sind in der schwierigsten Situation, seit ich in Dortmund bin – und das ist seit Januar 1993“, hatte der BVB-Trainer orakelt. Inzwischen ist durchgesickert, dass Borussia Dortmund – nach Eigendarstellung einer der finanzstärksten Klubs Europas – dringend eine neue Geldspritze braucht. Manager Michael Meier bereitet nach Informationen aus Branchenkreisen mit dem amerikanisch-englischen Investmenthaus Schechter & Co. eine Anleihe in Höhe von 80 bis 100 Millionen Euro nach dem Vorbild von Schalke 04 vor. Zur Absicherung des Deals würden Dortmunds Zuschauereinnahmen für die nächsten zwölf Jahre verpfändet.


Wie aus Vereinsgremien bekannt wird, regt sich erstmals erheblicher Widerstand gegen die Geldbeschaffungspläne des Klub-Präsidenten Gerd Niebaum. Anders als in Schalke, wo mit den Schechter-Millionen alte Kredite abgelöst wurden, würden die Anleihe-Millionen offenbar existenziell benötigt – um katastrophale Etatlöcher im laufenden Geschäftsjahr auszugleichen und liquide zu bleiben. „Wenn nicht noch ein Wunder geschieht“, wird der Hypovereinsbank-Analyst Peter-Thilo Hasler in Focus Money zitiert, „dürfte der BVB in der laufenden Saison gigantische Verluste einfahren.“ Geschätzt werden für die laufende Saison (die identisch mit dem Geschäftsjahr der börsennotierten Borussia Dortmund KGaA ist) mindestens 50 Millionen Euro Verlust. Das Tafelsilber, so eine Stimme aus dem engsten Führungskreis des BVB, sei bereits verkauft, nun plane Niebaum mit der Anleihe auf künftige Zuschauereinnahmen den „Ausverkauf der Zukunft des Vereins“.


Die rasante Investitionspolitik des Deutschen Meisters von 2002 hat seit dem Börsengang in nur drei Jahren bereits 200 Millionen Euro verschlungen, davon 130 Millionen aus dem Börsengang selbst und gut 23 Millionen aus dem Verkauf des vereinseigenen Westfalenstadions an die Leasing-Gesellschaft Molsiris. Zuletzt hatte Dortmund unter dem Sammelposten „Sponsoring-Einnahmen“ einen Gutteil des neuen, mit insgesamt 38 Millionen Euro dotierten Fünf-Jahres-Vertrags mit dem Ausrüster Nike in der Jahresbilanz der vergangenen Saison 2002/03 vorweg genommen. Der Vertrag ist erst ab 2004/05 datiert. Trotz solcher versteckten Bilanzmanöver wurde schon die letzte Unternehmensbilanz des BVB im November von Kritikern mit Argwohn betrachtet. Der Fußballkonzern meldete zwar Rekord-Umsatzzahlen (162,3 Millionen), erwirtschaftete aber nur einen mageren Gewinn von gut drei Millionen Euro. Dabei waren die Einnahmen enorm. Den über 33 Millionen Euro, die der BVB im Vorjahr allein in der Champions League verdiente, stehen in der laufenden Saison kaum sechs Millionen gegenüber. Außerdem wies die Bilanz die 23 Millionen „außerordentlicher Erträge“ aus dem Stadionverkauf aus, die es kein zweites Mal geben kann. Als diese Einkünfte noch nicht für eine Gewinndarstellung ausreichten, wurden auch noch die Nike-Millionen verbucht. So wollte Niebaum den Mitgliedern weismachen, der Verein sei „in allen Geschäftsbereichen gut aufgestellt“. Die Geschäftspolitik des Klubs, so ein Gremiumsmitglied, erinnere an einen Mann, der vom Dach eines Hochhauses springe und sich bei jeder Etage sage: „Bis jetzt ist noch alles gut gegangen.“


Zwar hängt die aktuelle Notlage des Traditionsklubs auch mit Kirch-Konkurs, Verletzungsmisere und der allgemeinen Finanzkrise im europäischen Fußball zusammen. Doch hat Dortmund offenbar schon früher fragwürdige Praktiken angewandt, um die Bilanz des Unternehmens in einem günstigeren Licht erscheinen zu lassen. So melden zuverlässige Quellen, dass der BVB 15 Millionen Euro für den Spieler Evanilson an den AC Parma überwiesen habe. Dortmund kam damit einer Geheimvereinbarung nach, die schon im Sommer 2001 beim Transfer von Marcio Amoroso mit den Italienern ausgehandelt wurde. Damals hatte Dortmund seinen Brasilianer Evanilson für geradezu utopisch anmutende 20 Millionen Euro bei Parma in Zahlung gegeben und deshalb nur 7,7 Millionen für den Weltstar Amoroso überweisen müssen. Wahrer Zweck des absurden Tauschhandels: Die virtuellen 20 Millionen für Evanilson wurden pünktlich zum 30. Juni 2001, also am letztmöglichen Tag, in die erste Jahresbilanz der neuen Borussia Dortmund Kommanditgesellschaft auf Aktien eingebucht. Ohne den Evanilson-Schachzug hätte Dortmund schon im ersten Jahr nach dem Börsengang einen fulminanten Verlust von fast 20 Millionen Euro ausweisen müssen.


Die Zeche für den schon damals von Bayern-Manager Uli Hoeneß als „anrüchig“ bezeichneten Deal mussten die Dortmunder nun zahlen. Wie knapp das Geld in Dortmund geworden ist, war bereits an der spektakulären Debatte um einen 20-prozentigen Gehaltsverzicht der BVB-Profis deutlich geworden. Auch der unverständliche Transfer von Nationaltorwart Jens Lehmann hatte offenkundig rein finanzielle Gründe. Sollte sich der unbeirrbar wachstumsgläubige Gerd Niebaum mit seinen Plänen für die Schechter-Anleihe bei Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat durchsetzen, hätte der Klub auf lange Zeit unter einer horrenden Rückzahlungs-Belastung von mindestens 27 Millionen Euro pro Jahr zu ächzen: Mindestens 17 Millionen davon, also fast 1,5 Millionen im Monat, muss Dortmund ohnehin schon als Pacht für das einst eigene Stadion berappen. Hinzu kämen an die 10 Millionen für die Rückzahlung der Schechter-Anleihe. 27 Millionen Euro, das ist deutlich mehr als der gesamte Saisonetat des Dortmunder Nachbarn VfL Bochum und mehr, als der VfB Stuttgart für seine kompletten Personalkosten ausgibt. „Wer soll solche Horrorsummen aufbringen, wenn das Stadion einmal nicht voll ist oder die Fernsehgelder wieder ins Stocken geraten?“, fragt ein konkurrierender Bundesliga-Manager.


In Gerhard Reibert, Hans-Dieter Michalski und Reinhold Schulte haben bereits drei der sechs Start-Mitglieder des Aufsichtsrats der KGaA inzwischen ihren Dienst im Kontrollgremium des Borussia-Konzerns quittiert. Reibert soll wegen kritischer Nachfragen regelrecht aus dem Amt gemobbt worden sein. Schulte, Vorstandvorsitzender des größten Dortmunder Arbeitgebers, des Versicherungskonzerns Signal-Iduna, und Michalski, Chef der Dortmunder Volksbank, gaben offiziell wegen Arbeitsüberlastung auf. Beiden wird unterstellt, sie hätten vor der Amtsführung des allseits gut verdrahteten Klub-Präsidenten Niebaum kapituliert. Der seit einem Jahr amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Materna, Inhaber des erfolgreichen Software-Unternehmens Materna mit 1300 Angestellten, sagt: „Die Kostenstrukturen müssen dringend den Einnahmestrukturen angepasst werden. Ich bin kein Freund von irgendwelchen Wechseln auf die Zukunft. Das entspricht nicht meinem unternehmerischen Weltbild.“ Materna, der auch Präsident der Industrie- und Handelskammer von Dortmund ist, geht auf Distanz zur Schechter-Anleihe: „Die Phantasie der Finanzjongleure und Geldverleiher kennt keine Grenzen. Aber als Aufsichtsratsvorsitzender einer KgaA hat man nicht die Möglichkeiten eines Aufsichtsrats einer normalen Aktiengesellschaft. Wir haben nur eine beratende Funktion. Das ist ein Nachteil. Meine Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.“


Das Grummeln über Niebaums Methoden wird unter den verbliebenen Gremiums-Mitgliedern immer lauter. Kaum einer hat Lust, in naher Zukunft für den absehbaren Aufprall des Klubs haftbar gemacht zu werden. Auch die Verflechtung der florierenden Anwaltskanzlei Niebaums und des von Niebaum einsam geführten Unternehmens Borussia Dortmund wird kritisiert. Die Kanzlei Niebaums erledigt alle Rechts- und Vertragsangelegenheiten des BVB – gegen Honorar. Mehr als wahrscheinlich, dass sein 18. Jahr an der Vereinsspitze für Niebaum das bisher schwierigste wird.

Aus der SZ!

Darth Heide
22.12.2003, 15:33
Sorry Leute,
habe hier irgendeine Umstrukturierung des Forums verpaßt. Aber es gibt ja genug Leute, die aufpassen.

Der ehemalige BSHH
22.12.2003, 16:23
Original geschrieben von Schwede
Managements
zähle. Jedoch sollte dieser Schritt eindeutig kommuniziert und
konsequent vollstreckt werden.
Die Investitionen in fußballaffine Marktfelder wurden u. Ein Freund, Wissenschaftler an der WHU, hat mir folgenden anregenden kurzen Kommentar gemailt:

"(...) Abschließend stellt sich somit die Frage, ob die Marke ‚Borussia
Dortmund’ wertlos ist oder der Wert von den Finanzmarktakteuren nur
noch nicht erkannt wurde! Kann das Management durch eine erhöhte
Transparenz das Geschäftsmodell BVB für Außenstehende
verständlicher machen? Fragen, die zu klären sind."

Jedenfalls wäre eine Aktivierung der Marke nach § 248
Abs. 2 HGB grundsätzlich verboten. Wie es nach einer Übertragung aussieht, ist mir allerdings nicht bekannt.

Gruß,
BSHH

Kasseläner
22.12.2003, 18:10
Das sagen sie beim BVBäh auf deren Homepage:

http://borussia-dortmund.lycos.de/?%82%98%2Ak%97%84%ECYb%E4%8D%9C

Stimmt natürlich alles nicht ... :confused:

Wobei: Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen.

GODHSV
22.12.2003, 20:01
Original geschrieben von Kasseläner
Das sagen sie beim BVBäh auf deren Homepage:

http://borussia-dortmund.lycos.de/?%82%98%2Ak%97%84%ECYb%E4%8D%9C

Stimmt natürlich alles nicht ... :confused:

Wobei: Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen.

ist doch klar das sie dementiern, sonst fält die Aktie noch weiter und in dem Artikel steht ja auch nicht das sie Aktuell nicht Liquide sind aber alles darauf ihn deutet das es bald soweit istt

Tommek
22.12.2003, 23:09
Aus Netzeitung (http://www.netzeitung.de/sport/bundesliga/266444.html) :

"...denn wie auch immer man die Nachrichtenlage deutet, die Bilanzen des westfälischen Traditionsklubs bleiben bedenklich. So bestätigte Meier, dass ein Gutteil des Sponsorenvertrags mit der Firma «Nike» bereits in der Bilanz für 2003 verbucht worden ist, obwohl der Deal erst ab 2004/2005 greift. So werden hohe Geldbeträge frühzeitig gebunden, mit denen bei normaler Finanzlage in der Zukunft gewirtschaftet werden könnte.
"

"Doch wie sollen die Millionenverluste aufgefangen werden, wenn die geplante Anleihe dafür nicht angepackt wird? Die Antwort auf diese Frage war erst einmal nebulös. «Eine solche Form der Öffentlichkeitsarbeit hindert einen daran, zu arbeiten», sagte Meier ausweichend. Um dann doch noch einen Einblick zu geben, wie der Meister von 2002 der kritischen Lage Herr zu werden gedenkt. Es gehe darum, «Transfererlöse zu erzielen, mit Jens Lehmann sind wir ja gerade damit angefangen». Spielerverkäufe seien «eine klassische Einnahmequelle eines Vereins, die wir wieder beleben werden»."

TL3
23.12.2003, 06:34
Dortmund (dpa) - Aus dem einstigen deutschen Vorzeigeclub Borussia Dortmund ist ein Sorgenfall mit ungewisser Zukunft geworden. Nicht nur im sportlichen Bereich ist der Fußball-Bundesligist in negative Schlagzeilen geraten.

Nach der Talfahrt der vergangenen Monate mit dem Scheitern in der Champions-League-Qualifikation, dem frühen Aus im UEFA-Cup und DFB-Pokal sowie dem Sturz auf dem 6. Platz denkt der einstmals prosperierenden Verein über die Erschließung neuer Geldquellen nach. Allerdings bestritt die Vereinsführung, dass die geplante Anleihe in Höhe von angeblich 80 bis 100 Millionen Euro Indiz für eine bedrohliche Schieflage der Borussia sei.

«Wir arbeiten stets transparent. Jeder kann unsere Geschäftsberichte einsehen», sagte Gerd Niebaum. Der Präsident des einzigen deutschen Börsen notierten Fußball-Unternehmens bestätigte Gespräche mit dem amerikanisch-englischen Investmenthaus Schechter & Co. über eine Anleihe, wertete sie aber als gängige Reaktion eines Unternehmens. Die Anleihe sei nicht dazu da, weggebrochene Einnahmen auszugleichen, sondern um neue Investitionen zu tätigen. Laut Manager Michael Meier wurde dem Verein die Anleihe bereits vor vier Monaten angeboten. «Das ist ein klares Fehlurteil, das Angebot eines Finanzmaklers in Verbindung zu bringen mit fehlenden Beträgen. Damit wird unsere Kreditwürdigkeit fahrlässig und mutwillig in Frage gestellt», erklärte er.

Damit setzte sich Meier gegen übereinstimmende Berichte in der «Süddeutschen Zeitung» und dem Fachmagazin «Kicker» zur Wehr. Demnach soll sich der Verein in eine «katastrophale Geschäftslage» (Süddeutsche) manövriert haben. Obwohl seit dem Jahr 2000 rund 200 Millionen Euro durch Börsengang und Stadionverkauf in die Vereinskasse geflossen seien, könne der Club die finanziellen Lasten kaum noch bewältigen. So drohe im laufenden Geschäftsjahr eine Mindereinnahme von 50 Millionen Euro. Um Liquiditätsengpässe zu beseitigen, sei der Verein auf die Erschließung neuer Geldquellen angewiesen.

Setzt der BVB seine Pläne um, folgt er dem Beispiel des FC Schalke 04: Der Revier-Rivale hatte im April eine Anleihe über 75 Millionen Euro aufgenommen. In diesem Fall müsse die Borussia mit «gigantischen Rückzahlungsbelastungen» («Kicker») rechnen. Neben dem jährlichen Pachtzins für das Stadion in Höhe von 17 Millionen Euro sollen dann weitere 10 Millionen Euro für Zinsen und Tilgung der Anleihe fällig werden.

Diese Berichte sorgten auch bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für Diskussionen. «Die DFL sieht einen solchen Vorgang nur als problematisch an, wenn die Gelder zum Stopfen von Löchern eingesetzt werden», meinte Wilfried Straub, Vorsitzender Geschäftsführer der DFL. Das sei bei Borussia Dortmund jedoch noch nicht der Fall. Schließlich habe sich der Verein bisher nicht für eine Anleihe entschieden. Im Falle einer Einigung mit der Investmentbank würde der BVB der DFL absprachegemäß mitteilen, wie er das Geld einsetzen wolle. Prinzipiell hält Straub Anleihe-Praktiken für eine «interessante Variante» der Zukunftssicherung.

Obwohl Niebaum und Manager Michael Meier in einer eilig einberufenen Pressekonferenz um Schadenbegrenzung bemüht waren und von einer Anleihe-Summe unter 100 Millionen Euro sprachen, reagierte die Finanzwelt negativ. So gab die BVB-Aktie bis in die Mittagsstunden um mehr als 10 Prozent auf 3,37 Euro nach - weit entfernt von der Auftakt-Notierung (11 Euro) am 31. Oktober 2000. «Jetzt treten die großen Löcher auf, die wir befürchtet haben. Es ist Besorgnis erregend, dass Löcher im operativen Geschäft durch eine solche Geldspritze ausgeglichen werden sollen», klagte Carsten Heise, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Eine Anleihe sollte nach den Worten des DSW-Chefs nur aufgenommen werden, um Werte zu schaffen oder künftige Erträge zu heben.

Bedenklich sei laut Heise zudem die wachsende Distanz zwischen einigen Aufsichtsratsmitgliedern und der Geschäftsführung der KGaA. In Gerhard Reibert, Hans-Dieter Michalski und Reinhold Schulte haben bereits drei der sechs Start-Mitglieder des Aufsichtsrates ihren Dienst quittiert. Und der seit einem Jahr amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Materna, Inhaber eines erfolgreichen Unternehmens mit 1300 Angestellten, kann den Anleihe-Plänen des risikofreudigen Präsidenten Niebaum nur wenig abgewinnen: «Ich bin kein Freund von irgendwelchen Wechseln auf die Zukunft. Das entspricht nicht meinem unternehmerischen Weltbild.»

Der ehemalige BSHH
23.12.2003, 09:58
Die in der Pressekonferenz kritisierte SZ hält weiter an ihren Berichten fest. Meier soll sogar die Darstellung indirekt bestätigt haben:

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Eingeständnis einer Schieflage

Borussia Dortmund gibt Finanzprobleme zu und wird von der DFL kritisiert.

Dortmund – Die eilig anberaumte Pressekonferenz von Borussia Dortmund brachte gestern Nachmittag nur eine Erkenntnis. Klub-Manager Michael Meier bestätigte, dass „uns Verluste erwarten und dass wir uns deshalb um eine Anleihe bemühen“. Der Umfang der nach Meiers Angaben in Zusammenarbeit mit dem Londoner Investment-Unternehmen Schechter & Co. Ltd. geplanten Anleihe stehe allerdings noch nicht fest. Das zu erwartende schlechte Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres könne allerdings zusätzlich durch Spielerverkäufe in größerem Umfang gemildert werden, deutete Meier an. „Es gibt Branchen, die machen in einem Monat 90 Prozent ihres Jahresumsatzes.“ Allerdings sind fast alle BVB-Spieler langfristig an den Verein gebunden und beziehen herausragende Gehälter, so dass Transfers bei Licht betrachtet sehr schwierig sein dürften.

Der Manager bestätigte indirekt, dass alle übrigen Fakten in der Berichterstattung dieser Zeitung und des Fachmagazins kicker richtig seien. Meier: „Es hat keiner gesagt, dass die Fakten falsch sind.“ Der Manager und der ebenfalls angetretene Präsident Gerd Niebaum, beide sind auch gemeinsam Geschäftsführer der Borussia Dortmund Kommanditgesellschaft auf Aktien, bestritten allerdings, dass sich der BVB bereits in aktuellen Liquiditätsengpässen befinde. Die Frage, warum der Klub sich dann ohne Not einer weiteren höheren Verschuldung per Schechter-Anleihe aussetze, blieb von dem Vorstands-Duo unbeantwortet. Meier erklärte allerdings, eine Anleihe würde die „Wachstumsdynamik“ des BVB unterstützen.

Nur wenige Stunden zuvor hatte bereits Wilfried Straub, Geschäftsführer der DFL, gegenüber dem Sport-Informationsdienst klare Kritik an solchen Anleihe-Konstruktionen geübt, und dieses Verfahren eher als letztes Mittel der Geldbeschaffung eingestuft. „Wir sehen es nicht gerne, wenn die Zukunft eines Vereins quasi verpfändet wird, weil dann die Ertragskraft dieses Vereines durch die hohen Rückzahlungsverpflichtungen natürlich belastet wird.“ Für Dortmund kommen Experten auf eine Rückzahlungssumme von jährlich fast 30 Millionen Euro, falls die Anleihe im geplanten Umfang realisiert würde.

Eine Radiomeldung des Westdeutschen Rundfunks, nach der bereits zwei Spieler des BVB an ein Düsseldorfer Bankhaus verkauft und wieder zurück geleast seien, dementierte Meier mit einem knappen: „Nein.“ Nicht mehr dementiert wurde von Meier und Niebaum, dass als eine Möglichkeit der Absicherung der geplanten Millionen-Anleihe (man geht von einem Volumen von 80 bis 100 Millionen Euro aus) die Verpfändung künftiger Zuschauereinnahmen in Frage komme. Insider aus dem Klub berichten aber, dass für die Sicherung anderer Darlehen (im letzten Geschäftsbericht sind rund 49 Millionen Euro ausgewiesen) bereits die meisten denkbaren anderen Einkünfte eingesetzt seien.

Meier und Niebaum verweigerten nähere Auskunft über das Volumen des neuen Ausrüstervertrages mit Nike, und auch darüber, wie viel von dem erst ab der kommenden Saison geltenden Deal bereits in der abgelaufenen Saison 2002/2003 in die Bilanz aufgenommen wurde. Auch die Höhe der derzeit zu erwartenden Verluste für das laufende Saisonjahr wollten Meier und Niebaum nicht beziffern. Meier hatte jedoch selbst zu einem früheren Zeitpunkt eine Summe von „etwa 44 Millionen“ als möglichen Fehlbetrag errechnet, der sich aus dem aktuellen sportlichen Misserfolg ergeben würde. Dortmund hat in der laufenden Serie die Teilnahme an der Champions League verpasst. Offensichtlich waren aber die Geschäftspläne so kalkuliert, dass eine Teilnahme an der europäischen Königsklasse unbedingt erforderlich war, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des BVB, Software-Unternehmer Winfried Materna, hat bereits angemahnt: „Wir müssen zu realistischen Einschätzungen des realistisch Machbaren kommen und die Kostenstrukturen dem anpassen.“ Materna ist im Ehrenamt Präsident der Dortmunder Industrie- und Handelskammer. Der sehr erfolgreiche Unternehmer sagt außerdem: „Es gibt allgemein im Profifußball etwas ungewöhnliche Gepflogenheiten, an die ich mich nur zum Teil gewöhnen möchte.“

In Dortmunder Wirtschaftskreisen, die das Gros der Sponsoren des Klubs ausmachen, regt sich reger Widerstand gegen die Geschäftsführung und die riskante Vereinspolitik. „Es geht hier auch um eine Beschädigung des Standorts Dortmund“, glaubt ein Mitglied des Sponsorenkreises. (siehe auch Wirtschaftsteil).

Freddie Röckenhaus

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Ohne jetzt wirkliche Fakten zu kennen, würde ich die äußeren Anzeichen auch als Indiz für Liquiditätsprobleme sehen. Diese haben sich schon vor der Saison abgezeichnet, als trotz des relativ enttäuschenden Verlaufs keine neuen Spieler gekauft wurden und stattdessen Lehmann ohne wirklichen Ersatz wechseln durfte. Die den Spielern aufoktroyierte faktische Gehaltskürzung lässt sich auch kaum anders deuten.

Gruß,
BSHH

y5
23.12.2003, 10:09
Ich glaube allerdings, dass jetzt auch viele Journalisten auf den 'Panikmache-Zug' aufspringen, ohne die wahren Fakten zu kennen.
Spieler sollen an ein Bankhaus verkauft und zurueckgeleast worden sein ? Da stellen sich mir 2 Fragen.
1. Ist so etwas vom deutschen Recht her ueberhaupt gestattet ?
2. Muss so etwas dann nicht auch in der Bilanz bzw. im Jahresabschluss auftauchen ?
Falls Punkt 2 zutrifft, warum sollte Meier diesen Vorgang dann verleumden, wo es dann doch im Bericht nachzulesen sein wird ?! Alles sehr unglaubwuerdig und scheinbar aufgebauscht.

E-Proll
27.12.2003, 12:10
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Jedenfalls wäre eine Aktivierung der Marke nach § 248
Abs. 2 HGB grundsätzlich verboten. Wie es nach einer Übertragung aussieht, ist mir allerdings nicht bekannt.

Gruß,
BSHH

Solche Werte, ich verstehe ihn mal als"goodwill", sind nach IAS sehr wohl aktivierbar. Ich kenne dieses Vorgehen allerdings nur für Firmenkäufe- Ob man quasi seinen eigenen Goodwill aktivieren kann, ich glaube nicht. Allerdings kann man da wohl in der Bilanz ein wenig tricksen, durch Kauf - und Verkauf von Rechten am Namen.

In HGB geht dies grundsätzlich nicht.

Ich weiss nicht, nach welcher Bilanzierungsregel der BVB veröffentlicht.

E-Proll
27.12.2003, 12:16
Original geschrieben von PrivateParts
Ich glaube allerdings, dass jetzt auch viele Journalisten auf den 'Panikmache-Zug' aufspringen, ohne die wahren Fakten zu kennen.
Spieler sollen an ein Bankhaus verkauft und zurueckgeleast worden sein ? Da stellen sich mir 2 Fragen.
1. Ist so etwas vom deutschen Recht her ueberhaupt gestattet ?
2. Muss so etwas dann nicht auch in der Bilanz bzw. im Jahresabschluss auftauchen ?
Falls Punkt 2 zutrifft, warum sollte Meier diesen Vorgang dann verleumden, wo es dann doch im Bericht nachzulesen sein wird ?! Alles sehr unglaubwuerdig und scheinbar aufgebauscht.

1.) Das ist sehr wohl rechtens.
2.) Das weiss ich nicht. Für aussergewöhnliche Erträge gibt es für Aktiengesellgeschaften bestimmte VEröffentlichungspflichten im Anhang der Jahresbilanz (weiss nicht, ob es hier fuer AG und KGaA Unterschiede gibt). Diese koennen allerdings nicht allzu detailliert sein, ansonsten haette man die Einbuchung des Nike-Deal sowie den Evanilsontransfer wohl auch veröffentlichen muessen.

Adua
27.12.2003, 13:53
Original geschrieben von E-Proll
Ich weiss nicht, nach welcher Bilanzierungsregel der BVB veröffentlicht.

Deutsche Unternehmen dürfen erst ab nächstem Jahr nach IAS veröffentlichen.

E-Proll
27.12.2003, 14:26
Original geschrieben von Adua
Deutsche Unternehmen dürfen erst ab nächstem Jahr nach IAS veröffentlichen.

Das kann so nicht stimmen, das Unternehmen für das ich arbeite veröffentlicht bereits das 3. Jahr gemäß IAS und war damit das letzte Dax-notierte.

Tommek
27.12.2003, 23:18
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Meier und Niebaum verweigerten nähere Auskunft über das Volumen des neuen Ausrüstervertrages mit Nike, und auch darüber, wie viel von dem erst ab der kommenden Saison geltenden Deal bereits in der abgelaufenen Saison 2002/2003 in die Bilanz aufgenommen wurde.

Zwar gibt es das Periodisierungsprinzip (Gem. § 252 Abs.2 Nr.5 HGB sind Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres unabhängig von dem Zeitpunkt der entsprechenden Zahlung im Jahresabschluß zu erfassen.), die Aufnahme des Postens in die Vorjahresbilanz verhindert aber das Realisationsprinzip (Das Realisationsprinzip ist in § 252 Abs.1 Nr. 4 HGB fixiert. Es ist Bestandteil der vorsichtigen Bilanzierung. Danach sind nur die am Abschlußstichtag realisierten Gewinne auszuweisen. Das Realisationsprinzip besagt, daß Gewinn durch eine Marktleistungsabgabe, also dem Umsatzakt im Absatzmarkt, entsteht. Durch diesen Umsatzakt im Absatzmarkt entsteht Rechtssicherheit. Damit wird gleichzeitig die Ausschüttung nur risikofreier Gewinne gewährleistet.)!

Allerdings sieht das IAS es anders: Ausweis unrealisierter Gewinne nach IAS zulässig!

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Niebaum und Meier wissen schon, warum sie die Auskunft verweigert haben!

BR98 Carsten
29.12.2003, 15:30
Dortmund will also Spieler verkaufen, schön und gut.
Treffen wird es dann wohl Rosicky,Koller,Amoroso,Dede,Evanilson, Kehl,Frings,Metzelder,Ewerthon (der komische Brasilianer der von Madrid ausgeliehen ist, (keine Ahnung wie man den schreibt)).
Diese Spieler werden auch Geld in die Kasse spülen, keine Frage.
Nur, sind die Spieler überhaupt bereit zu gehen denn sie werden wohl excellent in Dortmund verdienen und so dicke Angebote werden sie wohl kaum irgendwo kriegen. Dass Dortmund pleite ist dürfte sich auch ziemlich schnell rumsprechen. Also sind die anderen Vereine die an deren Spieler interessiert sind in der deutlich besseren Verhandlungsposition. Ich denke mal dass viele Ablösefrei evtl. angeboten werden um dass Gehalt zu sparen. Lassen wir uns mal überraschen wie der BVB aus dieser Misere rauskommt.

Der ehemalige BSHH
29.12.2003, 16:30
Aus meiner Sicht ist ein Verkauf von Spielern bei Dortmund nicht unvernünftig. Aber wieviel Geld ist zu erwarten? Machen wir die Rechnung einfach mal (viel zu vorschnell, natürlich;)) auf:

- Rosicky:
Sicherlich ist der Tscheche das Kronjuwel. Zuletzt aber nicht mehr in der absoluten Galaform, daher sollte mindestens eine ordentliche EM folgen, um rund € 20 Mio. zu erlösen.

- Koller:
International weit weniger renommiert als Rosicky, allerdings ebenso momentan nicht in blendender Verfassung. Da der Spieler im nächsten Sommer immerhin 31 Jahre alt ist, dürften maximal € 7,5 Mio. zu holen sein.

- Amoroso:
Der Spieler wird mindestens bis zum Sommer 2004 ausfallen. Danach läuft sein Vertrag noch ein Jahr, sowohl sein Gehalt als auch seine Allüren dürften potenziellen Käufern bekannt sein. Ich gehe daher von höchstens € 2,5 Mio. Ablöse aus.

- Dede:
Barcelona hatte Interesse. Eine feste Größe in Dortmund, keine in der Nationalelf. Bei einer starken Rückrunde sind vielleicht € 10 Mio. erzielbar.

- Evanilson:
International kaum in Erscheinung getreten, und nach der nun bekannt gewordenen Nachzahlung an Parma endgültig als krass überbewertet "geoutet". Auch die Verletzung drückt den Erlös auf etwa € 2-4 Mio., zumal eine herausragende Rückrunde nicht zu erwarten ist.

- Frings:
Eine sehr starke WM 2002, danach aber wenig für die Notizbücher der reichen Clubs zeigen können. Hier hängt vieles von der Rückrunde und der EM ab, allerdings warten die reichen Clubs nicht gerade auf deutsche Mittelfeldspieler. Deshalb sollten maximal € 7,5 Mio. realistisch sein.

- Kehl:
International weithin unbekannt, national eher unbeliebt (besonders bei den Bayern). Seine Form stagniert, und bei der EM spielen wahrscheinlich andere. Deswegen dürften etwa € 3-5 Mio. auch bei positiver Entwicklung realistisch sein.

- Ewerthon:
International fast völlig unbekannt, national derzeit kein gesuchter Spieler (zumal Klose und wohl auch Agali auf dem Markt sind). Trotz Verletzungsmisere nicht immer Stammspieler, wenig ansprechende Leistungen. Bei einer ordentlichen Rückrunde höchstens € 3-5 Mio.

- Metzelder:
Hoch veranlagt, aber langzeitverletzt. Falls er 2004 kein Pflichtspiel absolviert, nur als Hoffnungswert handelbar. Ansonsten wohl in Höhe von € 3-5 Mio. zu taxieren.

- Fazit:
Außer für Rosicky und mit Abstrichen Dede wird Dortmund für kaum einen Spieler nennenswerte Erlöse einplanen können. Außerdem droht bei manchen Spielern noch ein Buchverlust beim Verkauf, da die sehr teuren Anschaffungskosten noch teilweise bilanziert sein dürften. Falls Erlöse von über € 15 Mio. erzielt werden sollen, droht außerdem eine deutlich sportliche Schwächung.

Gruß,
BSHH

E-Proll
30.12.2003, 14:20
Wenn man sich die Bilanz des BVB anschaut (übrigens gem. HGB veröffentlicht, habe sie extra runtergeladen, liest sich wie wirtschaftliche Exkurse bei Anstoss 3 ;) ), stellt man fest, dass noch ueber 100 Mio EK bilanziert sind. Ich glaube nicht, dass dem BVB akut die Pleite droht, da selbst ein riesiger Verlust von 50 Mio € bequem aufgefangen werden kann, zur Not eben unter Abbau des EKs. (Und mit dieser EK-Ausstattung sollte auch eine Liquiditätssicherung möglich sein).

Fakt ist aber, dass das grosse Rad, das der BVB seit dem Börsengang gedreht hat, so nicht mehr durchzuhalten sein wird, weil einfach viel zu viele Spieler viel zu teuer eingekauft wurden. Der BVB hat die Gelder des Börsengangs - entgegen immer anderslautender Beteuerungen - in erster Linie in Beine investiert. Da diese Strategie nicht aufgegangen ist, und diese Beine ja nicht einmal ihre Kosten eingespielen, scheint es so, als wenn dem BVB von der grossen Geldspritze nur ein Meistertitel übrigbleibt.

PS: Habe neulich dann auch noch gehört, dass das Westfahlenstadion einzig fuer Fussi genutzt werden kann. Keine Zulassung zu Konzerten u.ä. Wenn das mal gut investiertes Kapital war???

Der ehemalige BSHH
30.12.2003, 16:00
Original geschrieben von E-Proll
Wenn man sich die Bilanz des BVB anschaut (übrigens gem. HGB veröffentlicht, habe sie extra runtergeladen, liest sich wie wirtschaftliche Exkurse bei Anstoss 3 ;) ), stellt man fest, dass noch ueber 100 Mio EK bilanziert sind. Ich glaube nicht, dass dem BVB akut die Pleite droht, da selbst ein riesiger Verlust von 50 Mio € bequem aufgefangen werden kann, zur Not eben unter Abbau des EKs. (Und mit dieser EK-Ausstattung sollte auch eine Liquiditätssicherung möglich sein). (...)

Spätestens seit der Bewertung des Spielers Evanilson in Höhe von € 20 Mio. ist m.E. bei Dortmunder Zahlenwerken Vorsicht geboten. Durch Abgänge von Spielern wie Amoroso oder Koller drohen außerdem noch Abschreibungen.

Auch die Beteuerungen von Niebaum und Meier sollten gründlich hinterfragt werden. Angeblich war die Gehaltsumwandlung (in niemals fällige Prämien) keine Notmaßnahme, um über den Winter zu kommen. Jetzt stellt sich das Szenarion anders dar, obwohl bsilang keine realen Einnahmeausfälle akut wurden, denn die nächste Runde im UEFA-Cup findet 2004 statt. Auch die Deutsche Bank, deren Mitteilungsfreudigkeit über Kunden allerdings inzwischen gerichtsbekannt ist;), hat sich öffentlich zur Dortmunder Infomationspolitik äußern wollen, obwohl sie ihr Aktienpaket abgestoßen hat.

Allerdings teile ich Deine Ansicht, dass den Dortmundern keine Überschuldung droht und eine Zahlungsunfähigkeit vermieden werden wird. Ebenso teile ich auch Deinen Ausblick. Für mich ist aber Dortmund eine absolute Sensation, denn wie man jetzt Liquiditätsschwierigkeiten haben kann, obwohl
- durch den Lehmann-Verkauf eine positve Transferbilanz erwirtschaftet wurde
- immerhin drei Europapokalheimspiele mit TV-Übertragung stattfanden
- der Zuschauerschnitt ca. 70.000 beträgt
- das Finale des Ligapokals erreicht wurde
- das Team zumindest 6. und damit im oberen Tabellendrittel ist
- auch im DFB-Pokal eine Live-Übertragung anfiel.

Dass Dortmund en passant die Börsengelder verjubelt und auch in guten Zeiten keine Kostendeckung erreicht hat, ist natürlich auch erstaunlich. Ich kann nur hoffen, dass dem HSV solche Folgen der Großmannssucht erspart bleiben!

Gruß,
BSHH
- und einige Gehälter wegen der Verletzungen den Verein momentan nicht belasten.

Tommek
03.01.2004, 13:29
Dortmunder Spieler kassieren wieder voll

Netzeitung (http://www.netzeitung.de/sport/bundesliga/267364.html)

BVB-Profi Tomas Rosicky hat geplaudert: Bei der Gehaltskürzung für die Dortmunder Profis handelte es sich offenbar nur um eine kurzfristige Sparmaßnahme.

Bei der 20-prozentigen Gehaltskürzung für die Profis von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund handelt es sich offenbar nur um eine kurzfristige Sparmaßnahme. Die «Westfälische Rundschau» berichtet am Samstag unter Berufung auf BVB-Mittelfeldstar Tomas Rosicky, dass die Streichung von Gehaltsteilen seit dem Aus der Westfalen in der Champions-League-Qualifikation im vergangenen Spätsommer auf 2003 begrenzt gewesen sei und es seit Jahresbeginn wieder volle Zahlungen gebe.

Rosicky würde gehen

Angesichts der finanziellen Probleme des Ex-Meisters, der alleine durch die Nichtteilnahme an der Champions League mindestens 15 Millionen Euro Einnahmen verpasste und zurzeit Pläne für eine Anleihe in Höhe von angeblich 100 Millionen Euro erwägt, schließt Rosicky einen Wechsel zu einem anderen Klub nicht mehr aus.

Dass der BVB den noch bis 2008 laufenden Vertrag zum Saisonende im Falle eines lukrativen Angebots auflösen lassen könnte, sieht der Spielmacher von Deutschlands EM-Vorrundengegner Tschechien «bei der derzeitigen Situation der Borussia als durchaus logisch» an.

Der 23-Jährige scheint auch grundsätzlich zu einem Abschied von den Schwarz-Gelben bereit zu sein: «Ich fühle mich sehr wohl in Dortmund, würde aber genauso gerne in einer anderen Umgebung spielen.» Interesse an Rosicky haben mehrere Klubs aus Italien und Spanien angemeldet. (nz)

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Tja, ist die Anleihe unter Dach und Fach, oder wird Rosicky (oder ein anderer oder mehrere) verkauft? Es darf weiter spekuliert werden!

Tommek
03.01.2004, 13:33
www.spiegel.de

FUSSBALL-SÖLDNER

BVB-Star Rosicky spricht von Abschied

Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten, in die Borussia Dortmund nicht zuletzt durch das Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation geraten ist, kann sich Tomas Rosicky einen vorzeitigen Wechsel zu einem europäischen Top-Club vorstellen. Er würde gerne in einer anderen Umgebung spielen, erklärte der Tscheche.

Mag sich die Dortmunder Misere nicht mehr mitanschauen: Tomas Rosicky

Dortmund - Dass der BVB den noch bis 2008 laufenden Vertrag zum Saisonende im Falle eines lukrativen Angebots auflösen lassen könnte, bezeichnete Rosicky gegenüber der "Westfälischen Rundschau" "bei der derzeitigen Situation der Borussia als durchaus logisch". Bereits in der Winterspause der vergangenen Spielzeit hatte der 23-Jährige heftig mit dem FC Barcelona geflirtet, ehe er im Sommer in Dortmund um zwei weitere Jahre verlängerte.
Dem Deutschen Meister von 2002 fehlen in dieser Saison allerdings alleine durch die Nicht-Qualifikation für die Champions League mindestens 15 Millionen Euro Einnahmen. Der börsennotierte Club, der anschließend auch im DFB-Pokal und im Uefa-Cup vorzeitig auf der Strecke blieb und in der Bundesliga 14 Punkte hinter Tabellenführer Bremen zurück liegt, prüft zurzeit angeblich Pläne für eine Anleihe in Höhe von 100 Millionen Euro.

Rosicky hält nichts in Dortmund

Rosicky, an dem mehrere Vereine aus Italien und Spanien Interesse haben, scheint grundsätzlich zu einem Abschied von den Schwarz-Gelben bereit zu sein: "Ich fühle mich sehr wohl in Dortmund, würde aber genauso gerne in einer anderen Umgebung spielen." Der Tscheche war vor drei Jahren für die Ablösesumme von 25 Millionen Mark von Sparta Prag ins Ruhrgebiet gewechselt.

Dabei muss der hoch bezahlte Profi - geschätztes Jahreseinkommen 2,2 Millionen Euro - nach eigenen Angaben in dieser Saison nicht mehr mit finanziellen Einbußen rechnen. Kürzungen der Spielergehälter in Höhe von 20 Prozent waren angeblich nur eine kurzfristige Sparmaßnahme von Borussia Dortmund. Rosicky sagte der "Westfälischen Rundschau", dass die Streichung von Gehaltsteilen seit dem Aus in der Champions-League-Qualifikation im vergangenen Spätsommer auf 2003 begrenzt war und seit Jahresbeginn wieder volle Zahlungen erfolgen würden.

Bundeskanzler2020
03.01.2004, 21:57
mir fällt zu diesen schwatzgelben nicht mehr viel ein!
jede woche 80.000+x und finanzprobleme, wohl nur amateure am werk, wie?

http://www.my-smileys.de/beevaubee.gif

Bundeskanzler2020
05.01.2004, 07:43
Borussia Dortmunds Lage ist noch ernster als angenommen - ohne Anleihe
geht möglicherweise nichts mehr

Dortmund - Die Finanzlage von Borussia Dortmund scheint noch ernster
zu sein als bisher angenommen. Manager Michael Meier beschrieb die
kürzlich von der SZ veröffentlichte Situation am Sonntag zurückhaltend
als "angestrengt". Auf einer Eilsitzung des Aufsichtsrats des
Bundesligisten sollen deshalb vor Weihnachten zum ersten Mal "die
Fetzen geflogen" sein, wie Teilnehmer berichten. Klub-Präsident und
Geschäftsführer Gerd Niebaum, bisher eher ein Freund von einstimmigen
Beschlüssen, soll dabei auf eine grundsätzlich neue, weniger
risikofreudige Linie gezwungen worden sein. Aufsichtsratsvorsitzender
Winfried Materna, im Hauptberuf Chef eines Software-Unternehmen mit
1300 Angestellten, hatte gefordert: "Wir brauchen einen kompletten
Paradigmen-Wechsel." Soll heißen: Alles muss anders werden.

Fehlen 25 Millionen?

Die Frage ist nur: Kommt der Kurswechsel noch rechtzeitig? Das
Vertrauen der Bankenszene ist offenbar "tiefgreifend erschüttert", wie
ein Banken-Insider glaubt. Bis Saisonende kann Borussia Dortmund nach
internen Informationen planmäßig nur noch mit etwa 25 Millionen Euro
Einnahmen rechnen (acht Millionen aus Zuschauereinnahmen und der
"Hospitality" der Vip-Logen, weitere maximal 17 Millionen aus Fernseh-
und Sponsorengeldern). Wegen des schlechteren Tabellenplatzes in der
Bundesliga sinken auch diese erfolgsabhängig gestaffelten Erträge.
Dagegen stehen in den nächsten sechs Monaten allein Gehaltszahlungen
von 27 Millionen. Hinzu kommen Stadionpacht (über acht Millionen),
Kapitaldienst für Darlehen (3,8 Millionen), Kosten für die allgemeine
Verwaltung (fünf Millionen) inklusive der Gehälter der beiden
Geschäftsführer und jene 20 Prozent, die der Klub aus
Sponsoringeinnahmen wieder an die Agentur Sportfive abgeben muss (1,4
Millionen). Es könnten Borussia also in den letzten sechs
Saisonmonaten 20 bis 25 Millionen Euro an flüssigen Mitteln fehlen.
Manager Meier ist derzeit fieberhaft damit beschäftigt, neue
Geldquellen zu erschließen, um den BVB nicht abstürzen zu lassen.

Uneins sind sich die offenbar aufgescheuchten BVB-Gremien noch, ob zur
Vermeidung des Schlimmsten doch eine massive Anleihe mit Hilfe des
Londoner Finanzmaklers Stephen Schechter besorgt werden muss. Von
Schechter könnte sich Dortmund mindestens 60 Millionen, eventuell bis
zu 100 Millionen Euro beschaffen und hätte damit den "finanziellen
Engpass", von dem Meier spricht, zunächst hinter sich.
Gremiums-Mitglieder wie Winfried Materna sträuben sich zwar, aber wenn
kurzfristig keine anderen "außerordentlichen Erträge" zu beschaffen
wären, müsse man auch die Schechter-Anleihe ins Auge fassen. Eine
Anleihe würde die Borussia auf sehr lange Zeit zu extremen
Rückzahlungsverpflichtungen zwingen. Neben den mindestens 17 Millionen
Euro, die die "Borussia Dortmund Kommanditgesellschaft auf Aktien"
jährlich für die Pacht des vor einem Jahr verkauften Westfalenstadions
aufbringen muss, kämen dann normale Darlehenszahlungen von derzeit
acht Millionen und noch einmal acht bis zehn Millionen für die
Rückzahlungen aus der Anleihe. "Ein eventueller Nachfolger von
Niebaum", so ein Gremienmitglied, "hätte angesichts solcher
Belastungen überhaupt keine Chance mehr. Niemand würde so ein
Himmelfahrtskommando übernehmen. Deshalb muss das verhindert werden."
Niebaum und Meier hatten auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz
am Tag vor Heiligabend noch jeden Zusammenhang zwischen der geplanten
Anleihe und den Etatlöchern bestritten. Insider des Klubs bleiben
jedoch dabei: Ohne Anleihe oder sonst eine neue Geldquelle geht nichts
mehr.

Als Indiz für die problematische Finanzlage von Borussia Dortmund wird
auch genommen, dass mehrere Spieler über ihre Berater behaupten, zum
Teil schon Monate auf "vereinbarte Sonderzahlungen" zu warten. Manager
Meier blieb ein klares Dementi dazu schuldig. Mittelfeldspieler Tomas
Rosicky dagegen hat ein angebliches Zitat bestritten, der
ausgehandelte 20-prozentige Gehaltsverzicht der Spieler gelte nur bis
31. Dezember 2003. Rosicky erklärte allerdings, dass er durchaus damit
rechne, Dortmund zum Saisonende verlassen zu müssen. Angesichts der
"Situation des Vereins" sei dies "logisch".

Meier hatte bereits vor Weihnachten gesagt, dass vor allem die Spieler
Dede, Rosicky und Ewerthon zur Disposition stünden. Auch Kehl, Frings
und Koller kämen in Frage, ebenso der als Leihgabe in Bochum spielende
Oliseh oder Reservisten wie Reina und Herrlich, die mit Gehältern von
einer Million bzw. 1,5 Millionen Euro zu Buche stehen. Die
Vertragsverhandlungen mit dem verletzten Christoph Metzelder werden
seit Monaten verschleppt. Nach Aussagen von BVB-Insidern müssen "sechs
bis acht Topverdiener" verkauft werden, um die Mannschaft wieder
bezahlbar zu machen. "Zweimal ohne Champions League", sagt Meier,
"können wir uns mit dieser Mannschaft nicht leisten." Andere in den
Gremien glauben, dass der Kostenapparat selbst für äußerst
erfolgreiche Jahre um 30 Millionen Euro pro Saison zu hoch lag.

Offenbar liegen die Gehälter von Top-Verdienern wie Amoroso, Wörns
oder Kehl weit über bisherigen Schätzungen. Kehl soll bei seinem
Wechselpoker zwischen Dortmund und München bei 3,5 Millionen Euro den
Zuschlag gegeben haben. Über das Gehaltsniveau wird jetzt in den
Klubgremien ebenso gestaunt wie über andere Ungereimtheiten. So soll
der Verkauf (mit anschließender Rückpacht) des Westfalenstadions den
Klub über die Jahre mindestens 255 Millionen kosten, obwohl die letzte
Ausbaustufe nach eigenen Angaben nur 35 Millionen Euro (plus
Hypothekenzinsen) hätte kosten müssen.

Freddie Röckenhaus

Quelle!!

http://www.sueddeutsche.de/sz/sport/red-artikel508/

pp_auf_arbeit
05.01.2004, 16:11
Falls die Lage wirklich so ernst sein sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich ueberhaupt eine Bank/Versicherung auf einen solchen Anleihendeal mit dem BVB einlaesst. Das Risiko einer Insolvenz waere nicht von der Hand zu weisen - mit der Betonung auf 'waere', denn ich glaube, dass hier von den Medien wieder massive Panikmache betrieben wird. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die BVB-Finanzen dermassen auf Sand gebaut sind und in diesem Jahr 20-25 Mio an liquiden Mitteln fehlen. Vielleicht ganz gut fuer den HSV, dass die Journalistenmeute endlich ne neue Sau gefunden hat, die sie durchs Dorf treiben kann.

Der ehemalige BSHH
05.01.2004, 16:41
Original geschrieben von pp_auf_arbeit
Falls die Lage wirklich so ernst sein sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich ueberhaupt eine Bank/Versicherung auf einen solchen Anleihendeal mit dem BVB einlaesst. Das Risiko einer Insolvenz waere nicht von der Hand zu weisen - mit der Betonung auf 'waere', denn ich glaube, dass hier von den Medien wieder massive Panikmache betrieben wird. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die BVB-Finanzen dermassen auf Sand gebaut sind und in diesem Jahr 20-25 Mio an liquiden Mitteln fehlen. Vielleicht ganz gut fuer den HSV, dass die Journalistenmeute endlich ne neue Sau gefunden hat, die sie durchs Dorf treiben kann.

Auch wenn es schier unglaublich klingt, aber Dortmund hat sich wohl tatsächlich so hohe Kosten aufgebürdet, dass auch in Zeiten des soliden Erfolgs ein Defizit auftritt. Anders sind die bisherigen Maßnahmen (etwa der Stadionverkauf, ungewöhnliche Bilanzierungsmethoden, Lehmanntransfer ohne Zukäufe, Gehaltskürzung) kaum sinnvoll zu erklären. Selbst wenn die konkreten Angaben nicht stimmen sollten, scheint die Borussia trotz Börsengang, Meisterschaft und steter Europapolalpräsenz keine liquiden Reserven mehr zu haben.

Deswegen könnte ich mir schon vorstellen, dass derzeit die Zahlungsunfähigkeit droht, sofern keine Kosten kurzfristig gekappt und/oder außerplanmäßige Einnahmen erzielt werden können. Die Liste der fragwürdigen Maßnahmen ist lang:
- Amoroso wurde für mindestens € 22,5 Mio. (bar) gekauft
- Ewerthon kostete ca. € 7 Mio., hat aber nur einen Vertrag bis 2005
- der fast 30jährige Koller wurde sehr teuer eingekauft
- für den verliehenen Oliseh zahlt Dortmund immer noch 2/3 des Gehalts
- Frings wurde trotz Überangebot im defensiven Mittelfeld sehr teuer abgeworben
- und weswegen bezieht Trainerneuling Sammer, der dem Club ohnehin als verbunden gilt, immerhin rund € 2,5 Mio. Gehalt?

Ob eine Insolvenz auch bei Auszahlung eines Anleihendarlehens droht, ist schwer abzuschätzen. Eine Zahlungsunfähigkeit kann natürlich auch in den nächsten Jahren eintreten, wenn der Vorstand seine Politik nicht grundlegend ändert; darauf wird der Kreditgeber schwerlich Einfluss nehmen können, sogar der Aufsichtsrat ist faktisch machtlos. Und ob eine Überschuldung zu befürchten ist, möchte mangels Kenntnis der Bilanzen, aber auch mangels Vertrauen in deren geistige Urheber nicht beurteilen. Jedenfalls wäre Schechter & Co. gut beraten, sich neben den künftigen Zuschauereinnahmen auch z.B. die Transferrechte an Rosicky und Dede als krisenfeste Sicherheiten abtreten zu lassen und eventuell einen Teil der Darlehenssumme in Raten auszuzahlen, um die Liquidität auch im Jahr 2005 zu stützen.

Gruß,
BSHH

kHamsun
05.01.2004, 18:09
@BSHH

Grundsätzlich Zustimmung, aber muss der BVB nicht nur für 50% des Oliseh-Gehalts aufkommen? Zudem meine ich, dass Ewerthon Vertrag bis 2006 hat.

E-Proll
05.01.2004, 18:25
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Auch wenn es schier unglaublich klingt, aber Dortmund hat sich wohl tatsächlich so hohe Kosten aufgebürdet, dass auch in Zeiten des soliden Erfolgs ein Defizit auftritt.

So unglaublich klingt das gar nicht. Denn immerhin war dem BVB in den letzten Jahren nichts zu teuer, und das "Scoutingsystem" des BVB beschränkt sich doch schon seit Anfang der Neunziger darauf Spieler an denen andere Topvereine (insbes. Bayern) Interesse haben mit Geld so zuzuschmeissen, dass sie letztlich beim BVB landen. Was hatte Hoeness noch bei Rosicky gesagt? Das waren Zahlen, die sie nicht bereit waren mitzugehen. Wenn man sich dann mal vor Augen hält wie teuer Maakay geworden ist, kann man sich ja ausmalen, was der BVB für Rosicky locker gemacht hat.


Anders sind die bisherigen Maßnahmen (etwa der Stadionverkauf, ungewöhnliche Bilanzierungsmethoden, Lehmanntransfer ohne Zukäufe, Gehaltskürzung) kaum sinnvoll zu erklären. Selbst wenn die konkreten Angaben nicht stimmen sollten, scheint die Borussia trotz Börsengang, Meisterschaft und steter Europapolalpräsenz keine liquiden Reserven mehr zu haben.


Auf jeden Fall! Insbesondere der Stadionverkauf ist äußerst undurchsichtig. Warum hat man für das gleiche Geld nicht einfach die Namensrechte verkauft??

Die Liquditätsprobleme werden von Meier ja auch nur noch halbherzig dementiert


Deswegen könnte ich mir schon vorstellen, dass derzeit die Zahlungsunfähigkeit droht, sofern keine Kosten kurzfristig gekappt und/oder außerplanmäßige Einnahmen erzielt werden können. Die Liste der fragwürdigen Maßnahmen ist lang:
- Amoroso wurde für mindestens € 22,5 Mio. (bar) gekauft

Ich dachte, Amoroso haette nur 7 Mio € gekostet, aber dafuer wurde dieser komische Everthontransfer in die Wege geleitet - oder bin ich da jetzt :confused: ?


- Ewerthon kostete ca. € 7 Mio., hat aber nur einen Vertrag bis 2005
- der fast 30jährige Koller wurde sehr teuer eingekauft
- für den verliehenen Oliseh zahlt Dortmund immer noch 2/3 des Gehalts
- Frings wurde trotz Überangebot im defensiven Mittelfeld sehr teuer abgeworben
- und weswegen bezieht Trainerneuling Sammer, der dem Club ohnehin als verbunden gilt, immerhin rund € 2,5 Mio. Gehalt?

Das man Sammer so teuer bezahlt hat wohl auch damit was zu tun, dass man ihm damit eben auch eine gewisse Autorität mitgeben will und ihn nicht als "billigen Jakob" durch die Gegend laufen lassen will.

Beim Rest fällt mir auch keine passende Begründung ein...


Ob eine Insolvenz auch bei Auszahlung eines Anleihendarlehens droht, ist schwer abzuschätzen.

Klares Nein. Wenn die Liquilücke bis zum Jahresende 2004 tatsächlich 100 Mio € betragen würde, dann wären , meiner Meinung nach, auch schon in der Bilanz/GuV erste Anzeichen für einen Zusammenbruch zu sehen. Das sind sie aber nicht. (Ich weiss das Liquidität und Bilanz(gewinn) nicht 100%ig korrelieren, aber ein massiver Wertverlust schlägt langfristig auch sowohl auf die Liqidität als auch auf die GuV/Bilanz). Bisher sind dort lediglich zweifelhafte Bewetrtungspraktiken zu beobachten, die langfristig natürlich einen erheblichen Liquiabfluss bedeuten werden. Bilanziell stehen auch noch über 100 Mio EK zu Buche - Geld, dass für "unerwartete Verluste" bereit steht.

Wie das allerdings in der zweiten Hälfte der LAufzeit aussehen wird, wer weiss es. Aber das schreibst Du ja auch ;) :


Eine Zahlungsunfähigkeit kann natürlich auch in den nächsten Jahren eintreten, wenn der Vorstand seine Politik nicht grundlegend ändert; darauf wird der Kreditgeber schwerlich Einfluss nehmen können, sogar der Aufsichtsrat ist faktisch machtlos. Und ob eine Überschuldung zu befürchten ist, möchte mangels Kenntnis der Bilanzen, aber auch mangels Vertrauen in deren geistige Urheber nicht beurteilen. Jedenfalls wäre Schechter & Co. gut beraten, sich neben den künftigen Zuschauereinnahmen auch z.B. die Transferrechte an Rosicky und Dede als krisenfeste Sicherheiten abtreten zu lassen und eventuell einen Teil der Darlehenssumme in Raten auszuzahlen, um die Liquidität auch im Jahr 2005 zu stützen.

Gruß,
BSHH

Ich bin mir momentan nicht sicher, welches Szenario für Schlechter derzeit besser ist: Ein - in der öffentlichen Meinung -krisengeschüttelter BVB, der mit einem Horrorrating hohe Margen bringt, oder aber ein "solider" BVB, mit einem guten Rating.
Es ist auf jeden Fall schon einmal seltsam, dass sich die Sueddeutsche so in diesem Thema festbeisst.

Achja, und Schalke ist in meinen Augen der nächste Kandidat, dessen Bilanz und GuV mal strenger unter Lupe genommen gehört. Bei deutlich niederigen Einnahmen wurde dort in den letzten JAhren auch das Geld zum Fenster rausgeworfen. Liquiditätsprobleme wird es dort aufgrund der Anleihe bis auf Weiteres nicht geben, allerdings frage ich mich, wie Schalke ohne Bilanzierungstricks in den letzten Jahren Gewinne ausweisen konnte??

E-Proll
05.01.2004, 18:34
Anm. zu meinem obigen Posting:

Es ist natuerlich so, dass zweifelhafte Bilanzierungstricks langfristig auf den Bilanzgewinn durchschlagen werden. Der Liquiditätseffekt ist bereits eingetreten.

Diese Bilanztricks müssten aber erst einmal positiv auf die Liquidität wirken: Der Stadionverkauf spült kurzfristig Geld in die Kasse - erst langfristig wirkt dieser liquiditätsenkend. Darum glaube ich auch nicht, dass die Liquilücke bereits jetzt so riesig ist.

Allerdings kommen da wohl langfristig massive Probleme auf den BVB zu

Tommek
05.01.2004, 19:30
Der Müll ist doch: Wenn der worst case eintritt, und Vereine wie BvB oder S04 von der Bühne abtreten, kommen alle andere in Schwulitäten! Mainz & Co. werden wohl kaum Zuschauermagneten sein, weder im Stadion noch in der Glotze!

Wir haben (Gottseidank) keinen Mussolini an der Spitze des Staates, der seine schützende Hand drüberhält, aber beim Platzen dieser enormen Blase wird es lange Zeit dunkel in der Fussballlandschaft!

Wie dem auch sei: Ich hoffe, der HSV kann sich in hanseatisch-kaufmännischer Art dem Ganzen entziehen und anschliessend wie Phoenix aus der Asche auferstehen!

Der Fussball wird nämlich nie sterben!

Der ehemalige BSHH
05.01.2004, 19:49
@ kHamsun:

Ich meine, www.kicker.de kolportiert einen Anteil von 2/3. Insgesamt dürfte die Differenz nur rund T€ 300 betragen - und damit auch nach offizieller Dortmunder Darstellung nur ein Tropfen auf dem glühend heißen Stein sein. Ich glaube, den Vertragsablauf Ewerthon habe ich auch daher, 2006 klingt allerdings glaubhafter. Nichtsdestotrotz ein stolzer Preis für einen Spieler, der seit anderthalb Jahren keine Spitzenleistungen mehr zeigt.

@ E-Proll:

1. Dortmunder Probleme

Ähnlich wie PrivateParts halte ich die Insolvenzgefahr in Dortmund auch nach einem Liquiditätszufluss von rund € 100 Mio. keineswegs für gebannt. Ein Teil dieser Summe, angenommen rund 25% fließt in die Deckung bereits bestehender Kosten, ohne neue Erträge zu gerieren. Und hinsichtlich des Restbetrags besteht die Gefahr, dass dieser ähnlich schlecht investiert wird wie die bisherigen Unsummen, die das Unternehmen Borussia Dortmund auf seinem Weg in die Krise unwiederbringlich ausgegeben hat.

Ein Kreditgeber muss also befürchten, das "System BVB" mit den hohen Kosten zu unterstützen und am Leben zu erhalten. Allerdings würden Dortmund in den kommenden Jahren diejenigen Liquiditätszuflüsse aus den Zuschauereinnahmen fehlen, die zur Tilgung des Anleihenkredits nebst Zinsen vorab an den Kreditgeber fließen. Daher könnte auch künftig die Zahlungsunfähigkeit drohen.

Auf Sanierungsmaßnahmen wird der Kreditgeber kaum wirkungsvoll hinwirken können, da Niebaum und Meier fast allmächtig sind und sogar gegen den Willen des Aufsichtsrats handeln können. Und selbst wenn sich Dortmund von Spielern wie Rosicky und Dede trennt, droht ein sportlicher Substanzverlust, der wiederum weitere Einnahmeeinbußen nach sich ziehen könnte. Immerhin hat die Borussia diese finanziellen Probleme, obwohl sie seit Jahren immer unter die ersten 3 Teams kam; es hätte noch wesentlich schlimmer werden können.

Ohnehin zeigen momentan die Zeichen m.E. eher nach unten (was den HSV auch beschäftigen wird): Die TV-Vermarktung der Liga ist ungewiss, und die bisherige Melkkuh Premiere steht immer noch wirtschaftlich auf tönernden Füßen. Auch die CL-Einnahmen sind bereits eingebrochen und wegen der fehlenden Zwischenrunde wesentlich schwerer zu kalkulieren. Im Bereich der Zuschauereinnahmen dürfte Dortmund bei sportlicher Stagnation den Sättigungsgrad weitgehend erreicht haben. Und der Transfermarkt verspricht ebenfalls wenig Einnahmen; derzeit können sich Interessenten günstig bei den Todeskandidaten Leeds und Parma bedienen, bald könnten die Problemfälle auch Lazio Rom oder FC Barcelona heißen. Außerdem läuft den Dortmunder bei einigen Verträgen die Zeit davon.

Aus meiner Sicht wäre ein Investor gut beraten, sich über verpfändete Stammaktienpakete im Ernstfall die Mehrheit an der KGaA zu sichern, um jedenfalls dann die Geschäftspolitik (mit)bestimmen zu können. Dazu müssten wohl die bisherigen (Vorzugs)Aktionäre einer Regelung zustimmen, die einem Investor eine bevorrechtigte Gewinnentnahme sichert.

Zu den kritisierten Einzelmaßnahmen Amoroso/Sammer sei angemerkt, dass für Amoroso ursprünglich ca. € 7,7 Mio. gezahlt wurden, weitere € 20 Mio. sollten durch die Übertragung der Transferrechte an Evanilson verrechnet werden. Es war aber auch vereinbart, dass Parma zu einem Stichtag statt dessen eine Nachzahlung von € 15 Mio. verlangen kann. Dies ist nun erfolgt. Das von Dir präsentiere Kalkül bei der Aufstockung von Sammers Gehalt kann ich zwar verstehen, aber Autorität hat ein Trainer (zumal Sammer) doch nicht durch seine Einkünfte. Außerdem wäre Sammer mit ca. € 1,5 Mio. immer noch überdurchschnittlich entlohnt.

Und als kleiner Exkurs: Anscheinend hat die SZ einen Informanten im engeren BVB-Umfeld und ist deswegen so mitteilungsfreudig. Niebaums und Meiers rüde Volten haben auch sicherlich nicht für nachlassenden Ehrgeiz bei Röckienhaus & Co. gesorgt.

2. Schalker Situation

Die finanzielle Wurzel der sportlichen Blüte auf Schalke dürfte in den rund € 35 Mio. Verbindlichkeiten liegen, die der Club sukzessive aufgebaut hat, ohne dafür das Stadion zu finanzieren. Zwar mag die Anleihe eine Senkung der Zinsbelastung gebracht haben, aber künftig wird auch Schalke weniger Geld aus den Zuschauereinnahmen zur Verfügung haben - und gleichzeitig die hohen Abträge auf die Arena leisten müssen. Angesichts des Umstands, dass der Verein auch in guten Zeiten weiter Verbindlichkeiten aufnehmen musste, m.E. eine spannende Angelegenheit.

Gruß,
BSHH

y5
05.01.2004, 20:05
@BSHH : Ich habe von Insolvenzgefahr gesprochen, falls die ganzen Horrormeldungen aus der Presse zutreffend sein sollten. Allerdings glaube ich nicht daran, dass es wirklich so schlecht um den BVB bestellt ist. Man erinnere sich nur an die ganzen Horrorgeschichten ueber den HSV nach dem Ausscheiden aus dem UEFA-Cup. Damals wurden in den Medien Spielerverkaeufe zur Winterpause (Ujfalusi und Mahdavikia wurden genannt ) als einziger Ausweg aus der finanziellen Misere aufgezeigt - wir wissen ja nun, was aus diesen Verkaeufen geworden ist ( OK, 4 Wochen Zeit sind ja noch .... ;) ).
Sicherlich ist die Lage des BVB ernst, aber sie wird nicht so schlimm sein wie dargestellt. Bzgl. Schalke 04 masse ich mir auch keine Prognose an, ich glaube einfach nicht, dass Assauer und seine Leute blindlings in ihr Verderben rennen. Beide Klubs ( BVB, S04 ) haben uebrigens gemein, dass sie leider auch ohne CL erheblich hoehere Einnahmen generieren als der HSV.

Der ehemalige BSHH
05.01.2004, 20:18
Original geschrieben von Tommek
Der Müll ist doch: Wenn der worst case eintritt, und Vereine wie BvB oder S04 von der Bühne abtreten, kommen alle andere in Schwulitäten! Mainz & Co. werden wohl kaum Zuschauermagneten sein, weder im Stadion noch in der Glotze!(...)

Das sehe ich anders: Die unmittelbaren Nachrücker werden eher Bremen, Stuttgart oder Wolfsburg sein, die schon jetzt den beiden Westfalen die Schau stehlen. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass der spröde Werksclub aus Leverkusen 55.000 Fans trotz Topzuschlag zieht oder dass die merkwürdige Hertha auch für viele Besucher sorgt? Wahrscheinlich war die BL finanziell noch nie so unausgewogen wie diese Saison, aber trotzdem gelingt es den Bayern nicht, der Konkurrenz zu enteilen.

@ PrivateParts:

Ich behaupte auch nicht, dass den beiden beliebtesten Clubs aus NRW das Ende unmittelbar bevorsteht. Im Notfall wird auch das Land (Wahl 2005?) seine schützende Hand über diese beiden Ikonen halten. Aber anhand der Zahlen und Maßnahmen gehe ich davon aus, dass weder Schalke noch Dortmund in den fetten Jahren kostendeckend arbeiten konnten. Und ich bin einfach skeptisch, dass es ihnen in den schlechteren Jahren plötzlich gelingen soll.

Gruß,
BSHH

E-Proll
05.01.2004, 21:05
@ehemaliger BSHH:

Ich stimme Dir schon zu, dass langfristig der BVB in akute wirtschaftliche Schwierigkeiten kommt. Allerdings glaube ich, dass die 100 Mio € eine Insolvenz (was ja gleichbedeutend mit einem negativen Zahlungsmittelbestand wäre ) langfristig verhindern.

Denn spätestens wenn die gelegten Minen in der Bilanz langsam hochkommen, werden Niebaum und Meier nicht mehr die KGaA führen. Zwei Jahre mit einem bilanziellen Verlust im nicht geringen zweistelligen Miobereich überlebt selbst dieser Vorstand nicht.

Der BVB aber schon:
Die EK-Ausstattung belegt (oder bei der Bilnazierzungspraxis suggeriert ;) ?), dass dieser Klub gegen Rückschläge (seien sie nun durch aktuelle Probleme oder auch Hochkommen des Bilanzschmu) eben sehr gut gewappnet sein dürfte, oder zumindest soweit, dass er Verluste über einige Zeit damit ausgleichen kann. Zur Not steht der BVB dann eben mit 10 Mio EK dar. Das wäre zwar ein Offenbarungseid für die Führung Niebaum/Meier, aber es wäre eben kein Grund, warum der BVB nicht mehr fortbestehen könnte.

Natürlich wird der BVB massiv auf die Kostenbremse treten müssen, weil er schon einen guten Teil der zukünftigen Einnahmen "investiert" hat.

Ich sehe es derzeit aber eher so, dass der BVB seine Gelder aus dem Börsengang verpulvert hat, aber (derzeit) noch nicht mehr. Wenn er ungebremst weiter macht, droht ihm schon die Überschuldung. Aber das ist ein - zugegebenermassen nicht unwahrscheinliches - Zukunftsszenario.

Die Vorgänge zeigen allerdings, dass das Niebaum/Meier-Märchen, dass es dem Verein finanziell blendend geht eben nur ein Märchen war.
Das Kalkül dies durch stetiges Wachstum zu verschleiern hat am neuen Markt nicht funktioniert und es scheint auch im Fussball kein probates Mittel.

Vielleicht ist es auch müssig über Insolvenz u.ä. zu spekulieren, da wir ja beide weder die genauen Verluste kennen, noch was sich sonst so in der Bilanz an Überraschungen befindet. Ich glaube schon, dass wir beide was Ähnliches meinen.

Zu Schalke: Der Irrsinn ist ja, dass dort das Geld weiterhin mit vollen Händen ausgegeben wird. Naja, irgendwie muss man das Geld ja investieren: Auf der Bank bringt es ja weniger als FK-Satz ... :rolleyes:

@ Tommek:

Ich glaube schon, dass die Liga es verkraften würde, wenn der BVB in den nächsten Jahren gegen den Abstieg kämpft und es ihn vielleicht mal erwischte. Die Bundesliga hat ja auch 2 Jahre ohne Köln, Gladbach usw. ausgehalten. Und auch heute fehlen "traditionelle Vereine" wie Essen, Düsseldorf, Braunschweig, u.ä.
Dass der BVB dann irgendwann dann wiederkommt, ist bei dem Potential wohl unstrittig.

@ Private Parts:
Dass Assauer und seine Leute blindlings in ihr Verderben rennen lassen, möchte ich nicht ausschliessen. Frag mal in Oldenburg nach...

Natürlich genieren beide Vereine derzeit mehr Erlöse, allerdings unter Verursachung höherer Kosten! Das Schalker Stadion ist bis heute nicht rentabel und ich bezweifele mal, dass Schalke aus dem Ticketing tatsächlich so viel mehr erlöst als wir (da greosser Anteil an Stehplätzen!). Insbesondere, wenn man die Baukosten dagegenrechnet.

XENON
06.01.2004, 10:01
Gedanken eines Halb-Laien..... ;)

- Eine 100 Mio € Anleihe wird einen finanziellen Kollaps (sprich:Insolvenz) des BVB nicht verhindern, sondern allenfalls verzögern. Grund dafür ist die langfristige Struktur der Kosten. Der BVB muß auch nächstes Jahr und im Jahr darauf und im Jahr darauf die Erblasten der Niebaum/Meier-Ära abtragen, sprich: einen Kader bezahlen, der so unfassbar teuer ist, dass nur bei optimalem sportlichem Verlauf (CL-Finale) auch nur annähernd an eine Kostendeckung zu denken ist. Die Spielerverträge kann der BVB nicht einseitig zu seinen Gunsten ändern, was bedeutet, dass die Top-Verdiener in der Mannschaft auch in Zukunft bis zum Auslaufen ihrer Verträge fürstliche Einnahmen erzielen werden. Die Hoffnung des BVB, ein halbes Dutzend Top-Verdiener abgeben zu können, ist eine blutleere Illusion, denn sie setzt voraus, dass diese Spieler auch tatsächlich gehen WOLLEN ! Wenn ich ein Ewerthon wäre mit Super-Gehalt beim BVB (ohne jegliche Gegenleistung) und die Aussicht hätte, entweder beim BVB 1,5 Mio € oder in der brasilianischen Liga 100000 € oder bei einem spanischen Mittelmass-Verein 800000 € zu verdienen, dann würde ich unter allen Umständen beim BVB bleiben wollen !So sieht es bei einer großen Anzahl von Spielern aus....die krass überbezahlten werden niemals gehen....

- Transfererlöse wird der BVB nicht in ausreichendem Ausmaß erzielen können. Es kommen nämlich überhaupt nur die Spieler in Frage, die bei anderen Vereinen ein vergleichbar hohes Einkommen erzielen können wie jetzt beim BVB. Das minimiert die Zahl der potentiellen Abgänge erheblich. Nach dem Kollaps des europäischen Transfermarktes wird man allerdings selbst für diese "Perlen" (mal ganz vorsichtig aufgezählt: Koller, Metzelder, Rosicky) nicht die Summen erlösen, die man bräuchte, um den negativen Cash Flow auszugleichen. Ich überschlage den Transferwert der genannten Spieler mit insgesamt 30-40 Mio €. Aber welche Vereine können solche Summen heute noch Ca$h bezahlen ? Selbst vermeintlich große ausländische Clubs sind berühmt-berüchtigt für ihre Ratenzahlungen. Der BVB braucht aber keine Raten, sondern sofort die ganzen Summen. Im übrigen kommt noch ein marktwirtschaftliches Element dazu. Wenn ein Käufer weiß, dass der Verkäufer lebensotwendigerweise zum Verkaufen gezwungen ist, dann rauschen die Preise in den Keller....

- Die 100 Mio € EK-Reserve in der Bilanz halte ich für eine Luftnummer. Wie sagte der Dozent im "WiWi für Nichtökonomen"-Kurs so schön ? "Vergessen Sie Bilanzen. Jeder kann die fälschen. Was zählt, ist der Cash Flow." Genau so sieht es aus. Wenn der BVB tatsächlich noch über ein Eigenkapital von 100 Mio € verfügen würde, dann bräuchte er keine Anleihe, sondern jede Bank würde ihnen über jeden Liquiditätsengpass mit Freuden hinweghelfen. Die Wahrheit ist jedoch eine andere. Das EK steht nur auf dem Papier. Die Konten hingegen sind leer und es ist nicht ersichtlich, wie sie wieder gefüllt werden können.

- Die TV-Gelder werden noch weiter sinken. Das trifft jeden, aber richtig weht tut es den Bedürftigen.

- "Retter"-T-Shirts des BVB werden einen eher nicht so hohen Absatz finden, da sich das Mitleid mit dieser KGaA wohl eher in Grenzen halten dürfte.


Und das Schönste.....UJFALUSI WECHSELT NICHT ZUM BVB !!!! hsvklatsch

Joerginho
06.01.2004, 10:33
Ich kann den Beitrag XENON's zustimmen.
Ergaenzend sei noch gesagt, dass die grosssen europaeischen Vereine auch lieber Geld ausgeben fuer Spieler die aktuell im Blickpunkt stehen, sprich Ch League spielen oder in der Nationalmannschaft herausragend sind. Ein 6. Platz in der gerade noch 4.staerksten Liga spricht nicht fuer die Klasse der Spieler.
Einzig eine ueberragende EM von Rosicky ( Frings und Kehl erscheint mir zu unwahrscheinlich) koennte die Manus, Chelskis und Co's dazu bringen, Dortmund einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ueberweisen.

Desweiteren wuerde es mich als Dortmundfan nachdenklich stimmen, dass weiterhin die Cl. als Saisonziel ausgegeben wird.
Allein 10 Punkte Rueckstand zum 4. machen dieses Ziel aus meiner Sicht sehr unrealistisch. Und man lernt doch in der ersten BWL Vorlesung, dass Zielsetzungen realistisch sein sollen.
Ich sehe es mitttlerweile als wahrscheinlicher an, dass Dortmund am Ende nicht mal einen UI CUp Platz hat, es gibt einfach zuviel Unruhe, und die Verletzten werden Zeit brauchen wieder auf Topniveau zu spielen.

Im uebrigen glaube ich nicht, dass die Medien wahnsinnig uebertreiben, denn die Reaktionen Dortmunds und die Fakten an sich , sprechen fuer sich. Man erinnere, dass Meier selbst Spielerverkaeufe zugegeben hat und normalerweise ist es fuer Spitzenvereine ueblich sich in Krisensituationen zu verstaerken, anstatt ihre besten Spieler abgeben zu wollen.

Fuer den HSV ist die Dortmunder Krise nur vorteilhaft, denn wer haette vor Saisonbeginn gedacht, dass der HSV sportlich sich mit Dortmund wieder messen kann und es einen Verein gibt dem es finanziell noch schlechter geht als uns ??

Gruss Joerginho

Der ehemalige BSHH
06.01.2004, 11:39
Ähnlich wie XENON sehe ich die Dortmunder Nöte auch in der Liquidität. Maßgeblicher Insolvenzgrund wäre dann die Zahlungsunfähigkeit. Ob gegenwärtig eine Überschuldung besteht, wird man ohne kritische Durchsicht der Bilanzunterlagen kaum absehen können, aber solange alle Gläubiger ihr Geld erhalten, dürfte ohnehin kein Fremdantrag beim Dortmunder Insolvenzgericht gestellt werden.

Allerdings gehe ich fest davon aus, dass dem BVB eine Sanierung gelingen wird: Durch Verkäufe der Spieler Rosicky und Dede (alle anderen sehe ich als deutlich weniger wertbringend an) könnten nicht nur Erlöse von sicherlich € 20 Mio. erlöst werden, sondern gleichzeitig Kosten von mindestens € 5 Mio. eingespart werden. Zum Saisonende laufen außerdem einige Verträge aus (z.B. Reuter, Addo, vielleicht auch Reina und Herrlich), so dass Dortmund durch drastische Sparmaßnahmen zwar einen deutlichen sportlichen Substanzverlust erleiden, aber innerhalb von drei Jahren wohl die Krise meistern wird, sofern keine unerwarteten Ausgaben hinzukommen (etwa eine Lohnsteuernachforderung wegen der fragwürdigen Feiertagszuschläge).

Ein paar Notmaßnahmen hat der BVB ohnehin noch nicht durchgeführt. So wäre etwa zur kurzfristigen Liquitätssicherung denkbar,
- die Dauerkarten für die Folgesaison erheblich früher anzubieten (einen solchen Vorgriff hat Schalke zur Arenafinanzierung getätigt)
- den Stadionnamen zu vermarkten (was bzgl. der "Nike-Corners" schon geschah)
- mit Angestellten und Lieferanten Stundungsverhandlungen zu führen (im sichereren Wissen darum, dass es Monate dauert, um Zahlungen gerichtlich einzuziehen)
- Pakete an stimmberechtigten Aktien/Anteilen abzugeben
- oder das Land NRW um Bürgschaften/Kredite bitten.

Fraglich ist nur, wann sich Niebaum und Meier zu solchen Hilferufen herablassen. Möglicherweise hat Dortmund schon seit Monaten trotz klarer Anzeichen weiter in die falsche Richtung gerudert, nur weil Niebaum und Meier ihr Lebenswerk nicht zerstört sehen wollten.

Gruß,
BSHH

Adua
06.01.2004, 12:46
Original geschrieben von Joerginho
und normalerweise ist es fuer Spitzenvereine ueblich sich in Krisensituationen zu verstaerken, anstatt ihre besten Spieler abgeben zu wollen.

Zumal nun auch der für Außenstehende zu dem Zeitpunkt wirklich völlig ohne Not vollzogene Verkauf Lehmanns inzwischen eine sehr deutliche Sprache spricht.

E-Proll
06.01.2004, 19:57
Original geschrieben von XENON

- Die 100 Mio € EK-Reserve in der Bilanz halte ich für eine Luftnummer. Wie sagte der Dozent im "WiWi für Nichtökonomen"-Kurs so schön ? "Vergessen Sie Bilanzen. Jeder kann die fälschen. Was zählt, ist der Cash Flow." Genau so sieht es aus. Wenn der BVB tatsächlich noch über ein Eigenkapital von 100 Mio € verfügen würde, dann bräuchte er keine Anleihe, sondern jede Bank würde ihnen über jeden Liquiditätsengpass mit Freuden hinweghelfen. Die Wahrheit ist jedoch eine andere. Das EK steht nur auf dem Papier. Die Konten hingegen sind leer und es ist nicht ersichtlich, wie sie wieder gefüllt werden können.

Und das Schönste.....UJFALUSI WECHSELT NICHT ZUM BVB !!!! hsvklatsch

Zum letzteren stimme ich Dir uneingeschränkt ZU: hsvklatsch

Zum Zitat Deines Profs gebe ich mal zwei Sachen zu bedenken:
1.) Der BVB bilanziert gem. HGB. Diese Bilanzierung basiert prinzipiell auf dem VORSICHTsprinzip. Dh, in der Regel werden dort Anlagen zu niedrig bewertet, es werden also idR eher stille Reserven gelegt als latente Risiken eingegangen.
Nun muss ich natuerlich gestehen, dass ich bisher all diese Bilanzierungstricks vom BVB nicht mit dem HGB für vereinbar gehalten habe. Generell jedoch bleibe ich bei der Aussage, dass die dortige EK-Ausstattung enerme Verluste tragen kann.

2.) Eine reine Betrachtung des CashFlows, wie hier gerne auf dem Board angeregt, führt ebenso in die Irre: Wenn ein Unternehmen 100 Mio € in "absolut sichere" Bundesanleihen investiert, so hat dieses erhebliche negative Auswirkung auf den CashFlow (gut, dieses Bsp trifft jetzt wohl kaum auf den BVB zu ...). In der Bilanz/GuV wäre es jedoch, richtigerweise, ergebnisneutral. Auch dann ist die Kasse leer, aber bei weitsichtiger Liquiditätspplanung kein Grund zur Besorgnis.

Dass der BVB sich mit dieser, anscheinend lebensnowendigen, Anleihe eine schwere Last für die restliche Laufzeit aufbürdet,

- dass ähnliches für deren Stadiondeal gilt,

- dass die Option Börsengang bereits ausgeschöpft ist und nun tatsächlich nur noch über eine Wandlung in stimmberechtigte Aktien Geld zu erlösenb sein wird,

- der Spielermarkt in der Kategorie "BVB-Stars" im Zuge der allg. Geldknappheit derzeit eher ein Käufermarkt ist und auch dort weniger Geld zu erlösen sein wird, als der BVB sich das ausmalt

und dass dort, ohne Kostenbremse, sehr wohl die Pleite/Überschuldung usw. droht,

will ich gar nicht bestreiten.

Ich glaube jedoch, dass es noch nicht 12 Uhr ist, sondern fünf vor...

XENON
06.01.2004, 21:27
Original geschrieben von E-Proll
Zum letzteren stimme ich Dir uneingeschränkt ZU: hsvklatsch

Zum Zitat Deines Profs gebe ich mal zwei Sachen zu bedenken:
1.) Der BVB bilanziert gem. HGB. Diese Bilanzierung basiert prinzipiell auf dem VORSICHTsprinzip. Dh, in der Regel werden dort Anlagen zu niedrig bewertet, es werden also idR eher stille Reserven gelegt als latente Risiken eingegangen.
Nun muss ich natuerlich gestehen, dass ich bisher all diese Bilanzierungstricks vom BVB nicht mit dem HGB für vereinbar gehalten habe. Generell jedoch bleibe ich bei der Aussage, dass die dortige EK-Ausstattung enorme Verluste tragen kann.



Ja, das laut HGB das Anlagevermögen sehr vorsichtig bewertet werden soll, stimmt natürlich.

Aber gerade im Hinblick auf den BVB bin ich geneigt zu fragen...


....welche Anlagen denn ? :D

- Das Stadion ist verkauft und zurückgeleast. Es dürfte in der Bilanz also eigentlich nicht mehr auftauchen.

- Trainingsgelände: Hab ich ehrlich gesagt keine Ahnung, ob das den Dortmundern gehört und wieviel es wert ist.

- BVB-"Marken": Mit dem BVB verbundene Firmen wie goool.de könnten noch Anlagen darstellen. Bei realistischer Betrachtung steht allerdings goool.de kurz vor dem Ende. Ab nächster Saison spielt der BVB wieder in Nike. Da kann also auch nichts drinstecken....

- Mannschaft: Ich denke, DAS ist der Stein der Weisen. Ich mutmaße mal, der BVB hat die seinerzeit für die Spieler angefallenen Transferkosten als Anlagevermögen immer noch in den Büchern. Anders kann ich mir ein EK von 100+ Mios nicht erklären. Dann wäre das EK allerdings genau die von mir bezeichnete Luftnummer, denn diese "Werte" stehen nur noch auf dem Papier.

Mal abwarten....

E-Proll
07.01.2004, 09:28
Original geschrieben von XENON
Ja, das laut HGB das Anlagevermögen sehr vorsichtig bewertet werden soll, stimmt natürlich.

Aber gerade im Hinblick auf den BVB bin ich geneigt zu fragen...


....welche Anlagen denn ? :D

- Das Stadion ist verkauft und zurückgeleast. Es dürfte in der Bilanz also eigentlich nicht mehr auftauchen.

- Trainingsgelände: Hab ich ehrlich gesagt keine Ahnung, ob das den Dortmundern gehört und wieviel es wert ist.

- BVB-"Marken": Mit dem BVB verbundene Firmen wie goool.de könnten noch Anlagen darstellen. Bei realistischer Betrachtung steht allerdings goool.de kurz vor dem Ende. Ab nächster Saison spielt der BVB wieder in Nike. Da kann also auch nichts drinstecken....

- Mannschaft: Ich denke, DAS ist der Stein der Weisen. Ich mutmaße mal, der BVB hat die seinerzeit für die Spieler angefallenen Transferkosten als Anlagevermögen immer noch in den Büchern. Anders kann ich mir ein EK von 100+ Mios nicht erklären. Dann wäre das EK allerdings genau die von mir bezeichnete Luftnummer, denn diese "Werte" stehen nur noch auf dem Papier.

Mal abwarten....


Mal was anderes: Ich habe gestern auf einem BVB-Board gelesen, dass angeblich SÄMTLICHE Zuschauereinnahmen in den Fond einfliessen solllen. Ich war bisher eigentlich immer davon ausgegangen, dass eine zu Schlacke analoges Modell zur Diskussion steht.

Das wuerde meine Einschätzung über die finanzielle Situation nach Begebung des Fonds erheblich ändern. Dann sehe ich den BVB auch kurz vor dem Kollaps, da eigentlich kaum noch relevante Erlösquellen zur Verfügung stehen.

Joerginho
07.01.2004, 10:01
http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/384/24360/


Dortmund – Während Borussia Dortmunds Präsident Gerd Niebaum zum Trainingsauftakt am Montag versicherte, dass alle Gehaltszahlungen sicher seien und der Klub in besten Verhältnissen sei, klagt der SC Preußen Münster über die Zahlungsmoral des BVB. Bereits seit einem halben Jahr steht dem Regionalligisten eine vergleichsweise geringfügige Zahlung von 10 500 Euro als Ausbildungsentschädigung für Malte Metzelder zu, den jüngeren Bruder von Nationalspieler Christoph Metzelder. BVB-Manager Michael Meier hatte auf Fragen nach der angeblich angespannten Liquidität des Bundesliga-Sechsten zum Wochenbeginn zwar behauptet, wenn Borussia Dortmund Rechnungen zu begleichen habe, „dann nehmen wir das Geld vom Konto“. Nur hat Preußen Münster Meiers Klub während der letzten Monate bereits fünfmal an die Zahlung erinnert beziehungsweise gemahnt – ohne Erfolg. Meier hatte allerdings die in der SZ und im kicker Sportmagazin aufgelisteten Ausfälle an flüssigen Geldmitteln im Hörfunk des WDR bestätigt: „Meine Berechnungen entsprechen den Zahlen, die dort genannt werden.“ Der BVB-Manager bleibt jedoch dabei, dass dem Verein ausreichend Liquidität zur Verfügung stehe.

Unterdessen stufte als erstes großes Bankhaus die HypoVereinsbank die BVB-Aktie auf die Kategorie „underperform“ herunter und reagierte damit auf die Meldungen zu den kolossalen Einnahmeausfällen und den Äußerungen von Vereins-Insidern über die finanzielle Situation des Klubs. Bereits zum Jahreswechsel hatte ein Mitarbeiter der Deutschen Bank, die eine der Konsortialbanken beim Dortmunder Börsengang war, die mangelnde Transparenz der Borussia Dortmund Kommanditgesellschaft auf Aktien moniert. Es gehe beim BVB eher „wie auf dem Pferdemarkt“ zu. Vor allem war dabei angeprangert worden, dass die Gehälter der beiden Geschäftsführer Niebaum und Meier nicht publiziert würden. Aus anderen Bankenkreisen wird erneut kritisch hinterfragt, in welchem Umfang Aufträge vom BVB an die Anwaltskanzlei von Präsident Niebaum gehen würden.

In die Kritik ist inzwischen auch die Konstruktion des Leasing-Fonds für das Westfalenstadion geraten. Günter Vornholz, Volkswirt der Norddeutschen Landesbank, hat als der führende Experte für Stadionfinanzierungen das Dortmunder Modell seit drei Jahren beobachtet. Vornholz kritisiert vor allem den stark schwankenden Wert, der für das Westfalenstadion ausgewiesen werde. Je nachdem, wie es für die Bilanz „gestalterisch gerade günstig“ (Vornholz) war, wurde das Westfalenstadion innerhalb von nur drei Jahren mal mit 32, mal mit 130 und dann wieder mit 79 Millionen Euro taxiert. Auch die Komplexität der Fonds-Konstruktion nimmt Vornholz als ein Anzeichen mangelnder Nachvollziehbarkeit des Verkaufs des Westfalenstadions. „Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass das Stadion am Ende mehr als die bereits aufgerechneten 255 Millionen Euro kosten wird, denn den Zinsverzicht müsste man oben noch drauf schlagen“, sagt der Nord LB-Volkswirtschaftler. Als sehr ungewöhnlich bezeichnet Vornholz auch, dass von den mindestens 14,6 Millionen Euro, die Borussia an die Stadiongesellschaft jährlich zahlt, nur etwa 7,3 Millionen bei den Investoren des Fonds landen, der Rest dagegen auf verschlungenen Wegen in nicht näher ausgewiesener Größenordnung in andere Töpfe gespeist wird. „Wenn man etwas nicht nachvollziehbar machen will“, sagt Vornholz, „dann macht man es wohl so.“ Vornholz fragt vor allem nach, in welcher Bilanzposition der häufig genannte „Treuhandtopf“, der zum späteren Rückkauf des Stadions in Höhe von angeblich 48,5 Millionen Euro angelegt ist, eigentlich auftaucht.

Auch von anderer Seite wird mehr und mehr die Wirtschaftskompetenz der langjährigen BVB-Führungscrew in Zweifel gezogen. So hat etwa das mit großem Aufwand und einem 20-Millionen-Euro-Darlehen vom Gerling-Konzern gestartete Tochterunternehmen goool.de als „Ausrüster auf dem umkämpften Sportartikelmarkt nie eine Chance gehabt“, wie Professor Georg Stadtmann von der angesehenen privaten Elite-Universität WHU in Koblenz sagt. Goool.de hat nominell zwar im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von sage und schreibe gut 4000 Euro gemacht – aber spätestens mit dem neuen Ausrüstervertrag des BVB mit Nike wird Goool.de in die Verlustzone sinken und nach Prognosen von Stadtmann „dicht gemacht“ werden. Auch die übrigen Nebengeschäfte, die der Klub in den vergangenen Jahren eröffnet hat, Internet- und Webdesign-Anbieter, ein Reisebüro und ein Hotel haben keine Gewinne oder zum Teil herbe Verluste eingefahren – das ist allerdings nicht im Vergleich zu der seit Jahren unterfinanzierten Mannschaft, für deren Unterhalt immer wieder neue Geldquellen und Darlehen eröffnet werden müssen.

Freddie Röckenhaus

Gruss Joerginho

Bundeskanzler2020
08.01.2004, 17:37
falls es schon jemand angemerkt hat, sorry.
heute in der bild (nrw)

sonntag oliseh gilt als ein kleiner hoffnungsschimmer zur bewältigung der finanzprobleme.
er gilt quasi als spekulationsobjekt, da er noch beim bvb vertrag hat und von den schwatzgelben verkauft werden soll.
sein bochumer gehalt wird eh zur hälfte vom bvb getragen.

nur sagt der herr oliseh, bevor er sich von den dortmundern verkaufen lässt, sitzt er noch 2 jährchen bei denen auf der tribüne, da sein gehalt auch ohne einsätze garantiert hoch genug wäre.
laut seiner aussage wäre er dort sehr schlecht behandelt und psychisch verletzt worden!

was soll man davon halten??

Schwede
08.01.2004, 18:25
"2. Der Versuch einer Analyse der Geschäftsberichte

Wofür steht das BVB im Vereinsnamen von Borussia Dortmund? Bisher konnte man stets davon ausgehen, dass dieses Kürzel für einen Ballspielverein genutzt wurde. Schaut man sich jedoch die Bilanz von Borussia Dortmund an, so könnte man auch auf den Gedanken kommen, dass aus dem Ballspielverein ein Bankspielverein geworden ist: So findet man auf der Aktivseite der Bilanz zum Stichtag 30.06.2003 mehr als 100 Mill. € an finanziellen Mitteln, was mehr als 40 % der Bilanzsumme entspricht. Diese finanziellen Mittel werden in Form von

· Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten (70,3 Mill. €),
· Wertpapieren des Anlage- (13,8 + 17,5 Mill. €) sowie
· des Umlaufvermögens (1,4 Mill. €)

gehalten (vgl. Tabelle 1). Der Marktwert von Borussia Dortmund liegt gegenwärtig bei 66,7 Mill. € und ist somit sogar geringer als das Guthaben bei den Kreditinstituten. Besitzt die Marke ‚Borussia Dortmund’ über die liquiden Mittel hinaus überhaupt keinen eigenen Wert? Anders ausgedrückt: Warum steht die Aktie so schlecht da, obwohl in 2002/2003 ein Konzerngewinn in Höhe von 3,3 Mio. € ausgewiesen werden konnte? Besteht etwa doch die Möglichkeit, dass Finanzmärkte Informationen ineffizient verarbeiten und sich somit der gesamte Finanzmarkt über den wahren Wert von Borussia Dortmund irrt?

Tabelle 1: Borussia Dortmund Konzernbilanz zum 30. Juni 2003

Aktiva Passiva
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
II. Sachanlagen
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Beteiligungen
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
4. Wertpapiere des Anlagevermögens
5. Sonstige Ausleihungen 55,327,50,01,90,113,817,5
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
II. Kapitalrücklagen
III. Gewinnrücklagen
IV. Verlustvortrag
V. Konzerngewinn
VI. Ausgleichsposten für Anteile in Fremdbesitz 19,5135,60,2-10,13,30,8
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen
3. Sonstige VermögensgegenständeIII. Wertpapiere
1. Eigene Anteile
2. Sonstige Wertpapiere
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1,938,40,05,60,81,470,3
B. Sonderposten mit Rücklagenanteil 0,7
C. Rückstellungen 7,5
D. Verbindlichkeiten 73,5
E. Rechnungsabgrenzungsposten 9,8
C. Rechnungsabgrenzungsposten 6,3
240,0 240,0

Quelle: Geschäftsbericht von Borussia Dortmund 2002/2003, S. 59. Angaben in Mio. Euro.


Wenn diese liquiden Mittel jedoch drei Jahre nach dem Börsengang immer noch in der Bilanz schlummern, müssen sich die Verantwortlichen schon der Frage stellen, warum Dortmund überhaupt an die Börse gegangen ist. Im Verkaufsprospekt wurde noch darauf hingewiesen, das in Steine & Beine investiert würde. Das Stadion ist inzwischen ausgebaut. Die Finanzierung wurde jedoch über eine externe Quelle abgewickelt. Welche Art von Geschäft sich jedoch genau hinter der Stadiontransaktion verbirgt, wird nicht genau erläutert. Im Geschäftsbericht (2002/2003, S. 26) heißt es vieldeutig: „Nach 15 Jahren besteht für Borussia Dortmund die Möglichkeit, 94 % der Anteile an der Stadiongesellschaft zu übernehmen. Der Rückkaufspreis für das schuldenfreie Westfalenstadion kann aus den Erträgen eines aufgezinsten Depots aufgebracht werden, das Borussia Dortmund mit 48,5 Mio. Euro eingerichtet und zur Besicherung des zukünftigen Kaufpreisanspruchs verpfändet hat.“ Im Finanzteil des Geschäftsberichts heißt es weiter: Im Berichtszeitraum hat die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ihre Beteiligung an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG veräußert und einen Ertrag von 26.263 T€ als Entkonsolidierungserfolg im Konzernabschluss erzielt. (vgl. Borussia Dortmund 2002/2003, S. 26). Im Rahmen der Hauptversammlung 2003 wurde zusätzlich die Information gegeben, dass das Depot mit 5,5 % verzinst wird.

Dieses Geschäft lässt bei gegenwärtigen und potenziellen Investoren folgende Fragen aufkommen:

· Besteht nur die Möglichkeit (oder wie es auf der Hauptversammlung tituliert wurde: eine Option) eines Rückkaufs des Stadions oder besteht eine konkrete vertragliche Verpflichtung zum Rückkauf? Wenn tatsächlich nur eine Option bestünde, warum wurde dann das Depot als Sicherheit verpfändet? Falls Borussia Dortmund verfügungsbeschränkt ist, und somit über das Depot nicht frei verfügen darf, verändert sich die ausgangs gezeichnete Liquiditätslage erheblich!

· Die Tatsache, dass der Käufer – die Molsiris GmbH & Co. KG – „alle Anteile an der Westfalenstadion GmbH & Co. KG über einen geschlossenen Immobilienfonds unter einer breiten Anlegerschaft platziert hat“ (Borussia Dortmund 2002/2003, S. 26) lässt darauf schließen, dass die finalen Erwerber einen marginalen Einkommenssteuersatz besitzen, welcher über dem Körperschaftssteuersatz von Borussia Dortmund liegt. Das Geschäft weist scheinbar Züge eines Steuersparmodells auf. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass eine Rückabwicklung des Geschäfts erfolgen muss, wenn die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten entfallen.

· Ferner wäre es interessant zu wissen, warum das Depot mit einem solch hohen Zinssatz ausgestattet ist, der weitaus über der marktüblichen Verzinsung liegt. Welche zusätzlichen Risiken oder Verpflichtungen mussten eingegangen werden, damit dieser hohe Zins gewährt wurde?

· Durch die Veräußerung der Kommanditbeteiligung an der Westfalenstadion GmbH & Co. KG wurden stille Reserven gehoben und somit sonstige betriebliche Erträge realisiert. Beachtet man, dass der Konzerngewinn im Geschäftsjahr 2002/2003 bei 3,3 Mio. € liegt, wird deutlich, dass ohne diese Transaktion ein deutlicher Verlust hätte ausgewiesen werden müssen.

Liegt vielleicht in der GuV-Position der „sonstigen betrieblichen Erträgen“ die Antwort auf die Frage verborgen, warum Borussia Dortmund nur einen solch geringen Marktwert aufweist? Zumindest erscheint es interessant, sich diese Position im Zeitablauf einmal genauer anzuschauen (vgl. Tabelle 2).

Tabelle 2: Wichtige Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung

2002/2003 2001/2002 2000/2001
Ticketing 17.898,0 19.619,6 14.972,4
Sponsoring 44.260,0 30.782,1 16.258,8
TV-Vermarktung 49.919,0 45.975,7 19.339,1
Transfererlöse 316,0 1.235,5 25.259,6
Merchandising 15.692,0 12.672,7 7.512,6
Vermietung und Verpachtung 97,0 532,3 212,4
Übrige Umsatzerlöse 931,0 2.161,1 1.290,0
Gesamte Umsatzerlöse 129.113,0 112.979,0 84.844,9
Sonstige betriebliche Erträge 26.263,0 37.406,6 29.720,5
Konzerngewinn 3.256,9 755,4 -10.920,7

Quelle: Jeweiliger Geschäftsbericht der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Die Kennzahlen des Jahres 2001/2002 sind somit nicht an den Konsolidierungskreis des Jahres 2002/2003 angepasst. Angaben in tausend Euro.

Wie bereits erläutert resultieren die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftjahres 2002/2003 zu einem großen Teil aus dem Entkonsolidierungserfolg der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG und beeinflussen das Konzernergebnis somit einmalig. Operativ aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert ein um den Entkonsolidierungserfolg bereinigter Verlust von ca. 23 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2001/2002 wird das Konzernergebnis ebenfalls nachhaltig durch einmalige Ergebnisbeiträge aus Einräumung einer Unterbeteiligung von 32 % an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG erzielt. Durch dieses Geschäft mit der Düsseldorfer Molacra Vermietungsgesellschaft wurde ein Ertrag von 22.948 T€ erzielt. Um diesen Effekt bereinigt ergibt sich ein operativer Verlust in Höhe von mehr als 22 Mio. €. Aus diesem Geschäft ergeben sich für den externen Bilanzleser weitere Fragen:

· Warum wird in der Saison (2001/2002) der Molacra Vermietungsgesellschaft eine Unterbeteiligung eingeräumt, die im darauffolgenden Geschäftsjahr wieder rückgängig gemacht wird? Ist dieses Geschäft Ausdruck einer langfristig ausgerichteten strategischen Planung?

· Oder diente dieses Geschäft ebenfalls nur dazu, Löcher in der GuV zu schließen?

Auch scheint die Geschäftsentwicklung in den fußballaffinen Geschäftsfeldern nicht immer so zu laufen wie geplant. Im Jahr 2000/2001 wurde mit dem Unternehmen goool.de Sportswear GmbH ein eigenes Unternehmen gegründet, welches die Lizenzmannschaft mit Sportartikeln ausrüstet. Nimmt man an, dass Borussia Dortmund alternativ einen Vertrag mit einem etablierten Sportartikelhersteller hätte abschließen können, so müssen die Opportunitätskosten dieser Entscheidung in das ökonomische Kalkül einbezogen werden: Unterstellt man, dass Dortmund eine ähnliche Werbewirkung aufweist wie Bayern München, so verzichtet Dortmund auf ca. 6 Mio. € pro Spielzeit.

Die Marke goool.de konnte sich jedoch gegen die etablierten Marken wie adidas, Puma oder kappa nicht wirklich durchsetzen. Puma (2002) weist beispielsweise einen konsolidierten Konzernumsatz in Höhe von mehr als 900 Mio. € aus und verausgabte allein für Werbung und Vertrieb 114 Mio. €. Trigema, ein Unternehmen, welches in den 80er Jahren noch als Ausrüster in der Bundesliga aktiv war, sich in den letzten Jahren jedoch zurückgezogen hat, weist derzeit einen Umsatz von 80,7 Mio. € aus (vgl. Böttcher 2003). Im Geschäftsjahr 2002/2003 erzielte das 100 % tige Tochterunternehmen goool.de jedoch nur Umsatzerlöse in Höhe von 6,1 Mio. €, der Jahresüberschuss betrug lediglich 4,1 T€ (Borussia Dortmund 2002/2003, S. 29).

Auch die Geschäftsführung von Borussia Dortmund scheint die potenzielle Einnahmequelle „Ausrüstervertrag“ wiederentdeckt zu haben: So steht als Ausrüster der Lizenzspielermannschaft ab der Saison 2004/2005 mit Nike wieder einer der ganz großen Sportartikelhersteller als Partner zur Verfügung. Doch was soll aus der Hausmarke goool.de werden? Zwar wurde von Nike – wie Dr. Niebaum erläuterte – vertraglich eine friedliche Koexistenz der beiden Marken zugesichert, jedoch ist mehr als fraglich, wie eine kleine, unbekannte Marke ohne langjährige Tradition im imageträchtigen und daher werbeintensiven Markt der Sportbekleidung zukünftig ohne den Rückenwind der Profimannschaft auskommen soll. Warum zieht sich Borussia Dortmund nicht komplett aus diesem Geschäftsbereich zurück und veräußert konsequenterweise die goool.de Sportswear GmbH? Eine „Antwort“ findet man im Geschäftsbericht des Jahres 2000/2001. Dort heißt es:

„Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Geschäftsjahr 2000/2001 Erträge aus dem Verkauf der Marken „goool“ und „Borussia Park“ in Höhe von rd. 27.483 T € realisiert worden, die wesentlichen Einfluß auf das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die Gesellschaft hat ausschließlich Rücklizenzierungsverträge über die Marken abgeschlossen, die ihr eine umfassende, weltweite und ausschließliche Lizenz einräumen. Ab 30. Juni 2005 besteht jährlich die Möglichkeit des Rückerwerbs bzw. der Rückübertragung der Marken durch die Gesellschaft zu festgelegten Bedingungen.“ (Borussia Dortmund, 2000/ 2001, S. 43). „Die Erträge aus der Vermarktung dieser Namensrechte dienen der Anschubfinanzierung sowie dem weiteren Ausbau der Teamsportmarke „goool“ und des Hospitality-Bereichs der Nordtribüne.“ (Borussia Dortmund, 2000/ 2001, S. 16).

Somit wird deutlich, dass auch im Bilanzjahr 2000/2001 das Konzernergebnis (-10,9 Mio. €) noch deutlich schlechter ausgefallen wäre, wenn dieses Geschäft nicht initiiert worden wäre. Diese Feststellung ist um so brisanter, da in 2000/2001 auch der umstrittene Evanilson-Transfer mit dem AC Parma durchgeführt wurde, welcher in der aktuellen Tages- und Sportpresse ebenfalls kritisch hinterfragt wurde (vgl. Hennecke 2003b und Röckenhaus 2003).

Viel interessanter für den Investor ist jedoch, wie sich das zum Aufbau der Marke goool in der Vergangenheit initiierte Finanzierungsmodell auf die zukünftige Entwicklung von Borussia Dortmund auswirken wird. Diesbezüglich sind dem Verkaufsprospekt einige wichtige Details zu entnehmen: Zur Finanzierung des Ausbaus der Marke goool wurde ein Kauf- und Rücklizenzierungsvertrag mit einem deutschen Finanzdienstleister abgeschlossen. Der Preis betrug 20 Mio. € zzgl. Mehrwertsteuer. Die Lizenzgebühr wurde auf 10 % des jährlichen Umsatzes, mindestens jedoch auf 7,35 % p. a. des Kaufpreises von 20 Mio. € vertraglich festgeschrieben. Ab dem 30. Juni 2005 kann Borussia Dortmund eine Option auf den Rückkauf der Marke für 20 Mio. € zzgl. Mehrwertsteuer ausüben (Borussia Dortmund 2000, S. 50).

Zieht man die derzeitige Geschäftsentwicklung von goool.de gepaart mit dem Einstieg von Nike als Ausrüster der Lizenzspielermannschaft in Betracht, so ist die derzeitige Belastung aus der Anschubfinanzierung als relativ hoch einzustufen. Borussia Dortmund täte gut daran, die Option zum nächstmöglichen Zeitpunkt auszuüben um das goool.de-Abenteuer zu beenden. Benötigt Borussia Dortmund unter Umständen für diesen strategischen Zug die vorgehaltene bzw. aus einer weiteren Anleihe resultierende Liquidität? "

Cheers
Schwede

PS: Ich möchte das Arbeitspapier bewußt nicht komplett als doc hereinstellen, da es noch nicht offiziell als AP veröffentlicht wurde. Georg (ein alter Kommilitone von mir) weiß aber natürlich, dass ich seine feine Analyse an ein paar Interessierte verteile ;)

Der ehemalige BSHH
08.01.2004, 20:22
@ Schwede:

Zunächst vielen Dank für diese hochinteressante Analyse. Falls ich sie richtig verstanden haben (ich bitte daher um kritische Durchsicht), dann droht Dortmund in der nahen Zukunft deutlich größeres Unbill. Und das, obwohl schon in den vergangenen Geschäftsjahren Vermögenswerte veräußert wurden. Aber im einzelnen:

1. Stadion
Original geschrieben von Schwede
(...) Welche Art von Geschäft sich jedoch genau hinter der Stadiontransaktion verbirgt, wird nicht genau erläutert. Im Geschäftsbericht (2002/2003, S. 26) heißt es vieldeutig: „Nach 15 Jahren besteht für Borussia Dortmund die Möglichkeit, 94 % der Anteile an der Stadiongesellschaft zu übernehmen. Der Rückkaufspreis für das schuldenfreie Westfalenstadion kann aus den Erträgen eines aufgezinsten Depots aufgebracht werden, das Borussia Dortmund mit 48,5 Mio. Euro eingerichtet und zur Besicherung des zukünftigen Kaufpreisanspruchs verpfändet hat.“ Im Finanzteil des Geschäftsberichts heißt es weiter: Im Berichtszeitraum hat die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ihre Beteiligung an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG veräußert und einen Ertrag von 26.263 T€ als Entkonsolidierungserfolg im Konzernabschluss erzielt. (vgl. Borussia Dortmund 2002/2003, S. 26). Im Rahmen der Hauptversammlung 2003 wurde zusätzlich die Information gegeben, dass das Depot mit 5,5 % verzinst wird.

Dieses Geschäft lässt bei gegenwärtigen und potenziellen Investoren folgende Fragen aufkommen:

· Besteht nur die Möglichkeit (oder wie es auf der Hauptversammlung tituliert wurde: eine Option) eines Rückkaufs des Stadions oder besteht eine konkrete vertragliche Verpflichtung zum Rückkauf? Wenn tatsächlich nur eine Option bestünde, warum wurde dann das Depot als Sicherheit verpfändet? Falls Borussia Dortmund verfügungsbeschränkt ist, und somit über das Depot nicht frei verfügen darf, verändert sich die ausgangs gezeichnete Liquiditätslage erheblich!

· Die Tatsache, dass der Käufer – die Molsiris GmbH & Co. KG – „alle Anteile an der Westfalenstadion GmbH & Co. KG über einen geschlossenen Immobilienfonds unter einer breiten Anlegerschaft platziert hat“ (Borussia Dortmund 2002/2003, S. 26) lässt darauf schließen, dass die finalen Erwerber einen marginalen Einkommenssteuersatz besitzen, welcher über dem Körperschaftssteuersatz von Borussia Dortmund liegt. Das Geschäft weist scheinbar Züge eines Steuersparmodells auf. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass eine Rückabwicklung des Geschäfts erfolgen muss, wenn die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten entfallen.

· Ferner wäre es interessant zu wissen, warum das Depot mit einem solch hohen Zinssatz ausgestattet ist, der weitaus über der marktüblichen Verzinsung liegt. Welche zusätzlichen Risiken oder Verpflichtungen mussten eingegangen werden, damit dieser hohe Zins gewährt wurde?

· Durch die Veräußerung der Kommanditbeteiligung an der Westfalenstadion GmbH & Co. KG wurden stille Reserven gehoben und somit sonstige betriebliche Erträge realisiert. Beachtet man, dass der Konzerngewinn im Geschäftsjahr 2002/2003 bei 3,3 Mio. € liegt, wird deutlich, dass ohne diese Transaktion ein deutlicher Verlust hätte ausgewiesen werden müssen.

Nach meinem Verständnis hat der BVB als die Stadionanteile an einen Fonds verkauft, der seinerseits seine Kunden mit Steuervorteilen lockt (über Abschreibungen?). Nach 15 Jahren hat der BVB die Möglichkeit, das Stadion zurückzukaufen, und die Begleitumstände legen nahe, dass es sich sogar um eine Verpflichtung handelt. Die bilanzierten Geldbestände sind jedenfalls zu einem großen Teil für den Rückkauf verpfändet und daher nicht liquide.

In den nächsten Jahren darf Dortmund also weiter brav die Abträge zahlen. Selbst wenn im Stadion noch stille Reserven schlummerten, Dortmund wäre nicht in der Lage, sie zu realisieren.

2. Die faktische Ergebnissituation seit 2001
Original geschrieben von Schwede
Tabelle 2: Wichtige Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung

Geschäftsjahr 2002/2003 / 2001/2002 / 2000/2001 (...)
Sonstige betriebliche Erträge 26.263,0 / 37.406,6 / 29.720,5
Konzerngewinn 3.256,9 / 755,4 / -10.920,7 [jeweils in T€](...)

In den letzten drei Geschäftsjahren hat Dortmund offenbar Vermögensgegenstände veräußert, um hohe Verluste zu verbergen: Ohne außerordentliche Erlöse wäre ein Gesamtverlust von über € 100 Mio. :eek: angefallen! Obwohl der BVB in den letzten Jahren relativ erfolgreich war, hat er fast sein gesamtes Tafelsilber verjubelt.

3. Die wertvolle Eigenmarke "goool.de"

Sonderlich profitabel war der Deal mit "goool.de" anscheinend nicht: 2002/2003 erzielte das Tochterunternehmen zwar einen Gewinn von € 4,1 Mio., dafür erhielt der BVB auch keine Zahlungen eines Ausrüsters. In den Vorjahren dürfte das Geschäft wegen Anlaufverluste sogar schlechter gelaufen sein. Zu Recht fragen die Verfasser:
Original geschrieben von Schwede
Warum zieht sich Borussia Dortmund nicht komplett aus diesem Geschäftsbereich zurück und veräußert konsequenterweise die goool.de Sportswear GmbH? Eine „Antwort“ findet man im Geschäftsbericht des Jahres 2000/2001. Dort heißt es:

„Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Geschäftsjahr 2000/2001 Erträge aus dem Verkauf der Marken „goool“ und „Borussia Park“ in Höhe von rd. 27.483 T € realisiert worden, die wesentlichen Einfluß auf das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die Gesellschaft hat ausschließlich Rücklizenzierungsverträge über die Marken abgeschlossen, die ihr eine umfassende, weltweite und ausschließliche Lizenz einräumen. Ab 30. Juni 2005 besteht jährlich die Möglichkeit des Rückerwerbs bzw. der Rückübertragung der Marken durch die Gesellschaft zu festgelegten Bedingungen.“ (Borussia Dortmund, 2000/ 2001, S. 43). „Die Erträge aus der Vermarktung dieser Namensrechte dienen der Anschubfinanzierung sowie dem weiteren Ausbau der Teamsportmarke „goool“ und des Hospitality-Bereichs der Nordtribüne.“ (Borussia Dortmund, 2000/ 2001, S. 16).

Somit wird deutlich, dass auch im Bilanzjahr 2000/2001 das Konzernergebnis (-10,9 Mio. €) noch deutlich schlechter ausgefallen wäre, wenn dieses Geschäft nicht initiiert worden wäre. Diese Feststellung ist um so brisanter, da in 2000/2001 auch der umstrittene Evanilson-Transfer mit dem AC Parma durchgeführt wurde, welcher in der aktuellen Tages- und Sportpresse ebenfalls kritisch hinterfragt wurde (vgl. Hennecke 2003b und Röckenhaus 2003).

Viel interessanter für den Investor ist jedoch, wie sich das zum Aufbau der Marke goool in der Vergangenheit initiierte Finanzierungsmodell auf die zukünftige Entwicklung von Borussia Dortmund auswirken wird. Diesbezüglich sind dem Verkaufsprospekt einige wichtige Details zu entnehmen: Zur Finanzierung des Ausbaus der Marke goool wurde ein Kauf- und Rücklizenzierungsvertrag mit einem deutschen Finanzdienstleister abgeschlossen. Der Preis betrug 20 Mio. € zzgl. Mehrwertsteuer. Die Lizenzgebühr wurde auf 10 % des jährlichen Umsatzes, mindestens jedoch auf 7,35 % p. a. des Kaufpreises von 20 Mio. € vertraglich festgeschrieben. Ab dem 30. Juni 2005 kann Borussia Dortmund eine Option auf den Rückkauf der Marke für 20 Mio. € zzgl. Mehrwertsteuer ausüben (Borussia Dortmund 2000, S. 50). (...)

Durch ein "sale-and-lease-back"-Geschäft mit den Markenrechten an "goool.de" hat der BVB weitere € 20 Mio. erlösen können. Allerdings muss er hierfür eine Mindestlizenzgebühr von € 1,47 Mio. jährlich zahlen, erst nach der Saison 2004/2005 kann er die Marke zurückkaufen.

Wirtschaftlich ist das nichts anderes als ein Kredit. allerdings zu günstigen Konditionen: Dortmund hat aus seinem Vermögen eine (weitgehend) wertlose Marke weggegeben, und zahlt einen Zinssatz von mindestens 7,35% p.a. für einen faktisch ungesichertes Darlehen.

Diese Transaktion bessert aber auch die Bilanz auf: Die € 20 Mio., auf die Dortmund jährlich die Zinsen zahlen muss, tauchen in der Bilanz als Fremdkapital/Passivposten nicht auf, da der Markeninhaber keinen Anpruch gegen den BVB auf Rückkauf hat. So sind auch keine Rückstellungen zu bilden; und im Falle eines Rückkaufs könnte die Marke "goool.de" mit € 20 Mio. (Anschaffungskosten) aktiviert werden.

Allerdings dürfte der Zinssatz effektiv höher sein: Dieses Modell hat sicherlich hohen Beratungsaufwand bei den Rechtsanwälten und Steuerberatern des Dortmunder Vertrauens (http://www.nkps.de/html/frameset.html) nach sich gezogen, und möglicherweise hat der Markenkäufer eine Bearbeitungsgebühr o.ä. Sonderzahlungen verlangt. Eine Steigerung des "Mindestzinses" wäre auch zu befürchten, wenn "goool.de" mehr als € 14,7 Mio. Umsatz (also nicht Profit) macht; derzeit sind es rund € 6 Mio., bis dahin ist also noch ein weiter Weg. Aber um die jährliche Belastung von fast € 1,5 Mio. abzulösen, muss der BVB dann € 20 Mio. aufwenden.

4. Fazit

Auf Dortmund warten auch bei einem drastischem Sparkurs bzgl. der Spielergehälter in den nächsten Jahren weiterhin sehr hohe Abträge durch das Stadion (angeblich mindestens € 14,6 Mio./Jahr). Auch die Zahlungslasten an den Inhaber der Marke "goool.de" laufen uneingeschränkt weiter. Das sind insgesamt immerhin über € 16 Mio., ohne dass irgendein Spieler bezahlt wurde, der BVB jährlich erwirtschaften muss, von denen er vor 2016 aber keinen Nutzen ziehen kann. Kein Wunder, dass ein neues Defizit von € 25 Mio. und die Aussicht auf geringe Europapokaleinnahmen einige nervös machen.

Gruß,
BSHH

E-Proll
09.01.2004, 07:27
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH

3. Die wertvolle Eigenmarke "goool.de"

Sonderlich profitabel war der Deal mit "goool.de" anscheinend nicht: 2002/2003 erzielte das Tochterunternehmen zwar einen Gewinn von € 4,1 Mio., dafür erhielt der BVB auch keine Zahlungen eines Ausrüsters. In den Vorjahren dürfte das Geschäft wegen Anlaufverluste sogar schlechter gelaufen sein. Zu Recht fragen die Verfasser:


Ich konnte Deine Anmerkungen bisher nur überfliegen (es gibt tatsächlich Leute, die auf meine Arbeitskraft bauen :confused: ), aber um die Posse um "goool.de" wird noch viel lustiger zu machen:

Der Gewinn betrug nicht 4,1 MIO €, sondern 4,1 TAUSEND Euro...
Ole, super BVB ;)

Der ehemalige BSHH
09.01.2004, 09:55
Original geschrieben von E-Proll
(...) Der Gewinn betrug nicht 4,1 MIO €, sondern 4,1 TAUSEND Euro...
Ole, super BVB ;)

Du hast natürlich recht, ich hab mich schlicht verlesen:o. Offen gestanden hatte mich der hohe Gewinn auch gewundert, aber das kann ja jeder hinterher sagen:(.

Wenigstens ist das ein kleines Mosaiksteinchen auf dem wahrscheinlich sehr weiten Weg, operative Verluste von voraussichtlich € 125 Mio. in den Spielzeiten 2000/01-2003/04 zu erklären. Allerdings ein sehr erstaunliches, anscheinend hat Dortmund seit Jahren sehenden Auges auf Ausrüstereinnahmen verzichtet und vielleicht dennoch goool. de finanziell unterstützt:eek:!

Gruß,
BSHH

Schwede
09.01.2004, 11:15
@ E-Proll und BSHH: Von einer Posse kann man fast nicht mehr sprechen. Wenn man die Bilanzregeln dermaßen stark dehnt, wie der BVB das offenkundig seit Börsennotierung macht, liegt der Verdacht nahe, das den Aktionären und den Banken der tatsächliche Zustand der Gesellschaft verschleiert werden soll ... Das wäre (zunächst mal) ein Fall für die Börsenaufsicht.


Cheers
Schwede

Der ehemalige BSHH
09.01.2004, 17:50
Original geschrieben von Schwede
(...) Wenn man die Bilanzregeln dermaßen stark dehnt, wie der BVB das offenkundig seit Börsennotierung macht, liegt der Verdacht nahe, das den Aktionären und den Banken der tatsächliche Zustand der Gesellschaft verschleiert werden soll ... Das wäre (zunächst mal) ein Fall für die Börsenaufsicht. (...)

Die in dem Arbeitspapier bezeichneten Vorgänge scheinen aber bilanziell zutreffend erfasst und im Geschäftsbericht dargelegt zu sein. Zu den Vorwürfen, die Erlöse aus dem Vertrag mit Nike seien zu früh vollständig bilanziert worden, kann ich mich mangels Kenntnis der Bilanz nicht äußern.

Insgesamt muss sich wohl eher das Dortmunder Umfeld und die Fachpresse fragen, ob nicht frühzeitig ein Durchleuchten der Dortmunder Geschäfte anstelle des unkommentierten Veröffentlichens der Ergebnisse angezeigt gwesen wäre. Allein ein Verkauf der unbekannten und wenig begehrten Marke "goool.de" muss doch auch Unbedarfte mit entsprechenden Interesse misstrauisch machen. Wie Adua schon sagte, musste auch der Lehmann-Transfer als reine Liquiditätssparmaßnahme hinterfragt werden. Dies hat aber niemand getan.

Gruß,
BSHH

E-Proll
10.01.2004, 10:02
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Die in dem Arbeitspapier bezeichneten Vorgänge scheinen aber bilanziell zutreffend erfasst und im Geschäftsbericht dargelegt zu sein. Zu den Vorwürfen, die Erlöse aus dem Vertrag mit Nike seien zu früh vollständig bilanziert worden, kann ich mich mangels Kenntnis der Bilanz nicht äußern.

Insgesamt muss sich wohl eher das Dortmunder Umfeld und die Fachpresse fragen, ob nicht frühzeitig ein Durchleuchten der Dortmunder Geschäfte anstelle des unkommentierten Veröffentlichens der Ergebnisse angezeigt gwesen wäre. Allein ein Verkauf der unbekannten und wenig begehrten Marke "goool.de" muss doch auch Unbedarfte mit entsprechenden Interesse misstrauisch machen. Wie Adua schon sagte, musste auch der Lehmann-Transfer als reine Liquiditätssparmaßnahme hinterfragt werden. Dies hat aber niemand getan.

Gruß,
BSHH

Das sehe ähnlich, bei dem Auszug aus dem Papier handelt es sich ja um eine Analyse von veröffentlichten Daten. Ich glaube kaum, dass die Aktionärsvereinigung usw. da dem BVB an den Karren pinkeln kann. Das hat meines Wissens ja nicht einmal bei diesem Trikotsponspor der Bayern geklappt, obwohl dieser bei der Emission einer Tranche Aktien Immobilienwerte in zweifelhafter Höhe angesetzt hatte...

Zum Thema Lehmann/Liquidität: Der Verkauf kann mE nicht einzig aus Liquiditätsgesichtspunkten gesehen werden. Immerhin wurde Lehmann für 2(?) Mio € nach England verkauft. Das hat doch bei den laufenden Ausgaben eigentlich einen zu vernachlässigenden Effekt? Gut, andere Gründe fallen mir irgendwie aber auch nicht ein. Sportiche waren es wohl kaum.

Es wäre mal interessant zu erfahren, was da in Dortmund wirklich hinter den Kulissen abläuft. Es scheint aber so, als sei das ganze dem Führungsduo etwas aus dem Ruder gelaufen zu sein.

... arme Kleinaktionäre ...

Joerginho
10.01.2004, 10:38
Original geschrieben von E-Proll


Zum Thema Lehmann/Liquidität: Der Verkauf kann mE nicht einzig aus Liquiditätsgesichtspunkten gesehen werden. Immerhin wurde Lehmann für 2(?) Mio € nach England verkauft. Das hat doch bei den laufenden Ausgaben eigentlich einen zu vernachlässigenden Effekt? Gut, andere Gründe fallen mir irgendwie aber auch nicht ein. Sportiche waren es wohl kaum.



Es waren 3,5 Mio Euros, seine Gehalt duerfte nachdem er vorher beim Milan spielte auch nicht bescheiden gewesen sein...

Ach ja noch was anderes - nicht gaanz so wichtig,aber auffallen tut es doch:

http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?folder=3100&object=293088&liga=1&saison=2003/04&spieltag=17&gruppe=8611

100 000 Euro Strafe, dass duerfte ein ganzes Monatsgehlalt fuer ihn sein - etwas hoch fuer unentschuldigtes Wegbleiben oder?
Die Freude, dass Fernandez, BTW - er ist Argentinier ;) - wieder zu spaet war, duerfte dank des kommenden Geldregens gross gewesen sein.

Gruss Joerginho

Schwede
10.01.2004, 15:38
@ BSHH/E-Proll: Ein Straftatbestand liegt beim BVB nach den bekannten Fakten nicht vor, das behauptet auch keiner (offen). Was zu bemängeln ist, ist das, was Stadtmann/Wissmann mit "corporate governance" bezeichnen.

Dieser Mangel führt zu weiteren Spekulationen, auch in meinem kleinen Kopf, die dann vielleicht doch strafbewehrt sind. Aber das ist natürlich unseriös, nicht zuletzt durch Neid getrieben (ein auch vielen HSV-Fans nicht unbekanntes Phänomen ;)) und sollte schon gar nicht in den Medien autauchen. Mittlerweile hat zumindest im Ruhrpott eine kleine Treibjagd auf Meier eingesetzt, Niebaum ist noch etwas außen vor, wenn auch plötzlich die seit Jahren bekannte Verquickung mit deiner Kanzlei "skandalisiert" wird.

Ein relatives offenes, wenn auch nicht sonderlich erhellendes Interview hat Meier just der WAZ gegeben:

Freitag, 09.01.2004


Hier wird kein Geld vernichtet


Das "Winterquartier" der Mannschaft zeichnet einen krassen Gegensatz zur aktuellen Darstellung der angeblich alarmierenden finanziellen Situation der Dortmunder Borussia: Während die Profis zur Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde in einem Fünf-Sterne-Hotel in Marbella logiert, wird seit knapp drei Wochen über eine bedrohliche "Schieflage" des BVB berichtet. Fragen zu diesem brisanten Thema richteten Hans-Josef Justen und Thomas Kloß im Interview der Woche an Michael Meier, neben Gerd Niebaum einer der beiden Geschäftsführer der Borussia Kapitalgesellschaft auf Aktien (KGaA).

WAZ: Borussia Dortmund durfte sich jahrelang mit Etiketten schmücken wie Krösus und Branchenführer der Liga. Ist der BVB jetzt plötzlich zum Pleiteklub, zum Rekordschuldner verkommen?

Meier: Diese Frage stellen wir uns auch. Vor gut zwei Wochen war unsere Welt noch in Ordnung, doch seitdem werden Behauptungen aufgestellt, bei denen wir uns fragen: Warum? Was sind die Motive?

WAZ: Gibt es Antworten?

Meier: Einige Journalisten, die uns jetzt fast ohne Unterlass durchs Dorf treiben, haben es angeblich aus Sorge um den BVB getan.

WAZ: Aber dafür scheint es doch auch handfeste Gründe zu geben, die aus atemberau-benden Zahlen herauszulesen sind. Seit dem Börsengang vor gut zwei Jahren sollen über 200 Millionen Euro an Investitionen verschlungen worden sein, für die laufende Saison ist ein Verlust von 50 Millionen hochgerechnet worden, zur Deckung der laufenden Kosten fehlen bis Saisonende 20 bis 25 Millionen.

Meier: Ich will die Lage auf keinen Fall schönreden, doch ich werde hier nicht auf jeden Buchungsvorgang eingehen, weil wir unsere Situation gegenüber allen zuständigen Gremien transparent gemacht haben. Wir haben die Zahlen, die von vereidigten und unabhängigen Betriebsprüfern testiert worden sind, gegenüber dem DFB, gegenüber den Mitgliedern, gegenüber unserem Aufsichtsrat, gegenüber der Aktionärsversammlung und auch in der Bilanzpressekonferenz offengelegt.

WAZ: Was offenbar stark bezweifelt wird. Denn ihnen wurde vorgehalten, "eine Geldvernichtung" betrieben zu haben, bei der Bilanzerstellung getrickst und die Bilanz manipuliert zu haben.

Meier: Was uns unterstellt und in der Öffentlichkeit als Skandal deklariert wurde, ist der eigentliche Skandal. Wir haben nichts verschleiert und nichts vertuscht, wir haben nichts in die Bilanz hineingestellt, was nicht hineingehört, und nichts unterschlagen, was hineingehört. Uns dennoch Manipulation zu unterstellen, einen Strafbestand also, ist einfach empörend und in höchstem Maße unfair. Dagegen wehren wir uns auf das Schärfste, denn da hört es wirklich auf.

WAZ: Dass der BVB erhebliche Probleme hat, werden Sie jedoch nicht bestreiten wollen.

Meier: Natürlich nicht. Doch damit sind wir offensiv umgegangen, seit sich die Schwierigkeiten abzeichneten. Als wir die direkte Qualifikation für die Champions League durch dieses fast schon legendäre 1:1 im letzten Heimspiel gegen Cottbus verpasst haben und auch auf dem Umweg an Brügge scheiterten, fehlten auf einen Schlag fast 30 Millionen Euro. Wir haben dann für den Uefa-Cup mit zehn Millionen kalkuliert und wegen des schnellen Ausscheidens nur zwei Millionen eingenommen. Da sind Summen weggebrochen, ohne dass von einem Tag auf den anderen die Reißleine gezogen werden konnte, weil die Kosten weiterliefen.

WAZ: Aber hätten Sie hier nicht schon vorher handeln und sich durch strenge Sparmaßnahmen auf schlimmste Eventualfälle einrichten müssen? Waren Sie nicht einfach zu fahrlässig, zu leichtfertig, zu optimistisch?

Meier: Weder, noch. Unsere Strategie war immer schon ein Wechsel auf die Zukunft, wir haben mit Offensive investiert, mit kalkulierbaren Risiken geplant und sind dafür auch belohnt und belobigt worden. Denken Sie an die Zeiten, als wir Michael Rummenigge oder Michael Schulz oder den jungen Andreas Möller für 2,1 Millionen Mark geholt haben und mit ihnen das Uefa-Pokal-Finale 1992 erreicht haben. Leider lässt sich die Geschichte im Augenblick nicht so wiederholen, weil wir eine Situation meistern müssen, wie wir sie seit Jahren nicht erlebt haben.

WAZ: Wodurch bedingt? Durch Fehleinschätzungen, durch fachliche Inkompetenz?

Meier: Durch eine Reihe ganz anderer Gründe. Wir haben die Mannschaft verstärkt, als die Kirch-Gruppe noch solvent gewesen ist. Dann brach der Transfermarkt ein, dann wurden wir gnadenlos von einem unglaublichen Verletzungspech verfolgt. Dann schaukelten sich sportliche und wirtschaftliche Probleme miteinander hoch, doch genau deshalb ist die Geschäftsführung in der Pflicht, das Unternehmen BVB wieder auf Kurs zu bringen und sämtliche Alternativen sorgsam zu prüfen.

WAZ: Zum Beispiel wie?

Meier: Zum Beispiel durch die 20-prozentige Gehaltskürzung bei den Profis oder das Absenken der Kosten in der Geschäftsstelle.

WAZ: Und durch eine dicke Anleihe beim Sport-Investor Stephen Schechter?

Meier: Ich will hier klarstellen, dass nicht wir uns um eine Anleihe bei Schechter bemüht haben, sondern dass Schechter vor etwa einem Jahr bei etlichen Bundesligavereinen mit Angeboten vorstellig wurde, unter anderem bei Schalke 04 und Borussia Dortmund. Wir haben zunächst abgelehnt, weil wir mit den Konditionen nicht einverstanden waren.

WAZ: Doch jetzt wollen Sie?

Meier: Wir prüfen die Offerte, wobei ich keinen Grund sehe, mich für ein solches Angebot zu entschuldigen. Aber entschieden ist noch nichts.

WAZ: Immerhin soll es sich um 100 Millionen drehen.

Meier: Eine fiktive Zahl, einfach aus der Luft gegriffen. Wir haben keineswegs die Absicht, unsere Zukunft zu verpfänden, sondern wir bemühen uns um eine Zwischenfinanzierung.

WAZ: Über welchen Zeitraum und in welchen Dimensionen?

Meier: Drei Jahre maximal und nicht hundert Millionen, sondern höchstens 50 bis 75 Millionen Euro.

WAZ: Dass eine solche Anleihe überhaupt angedacht werden muss, obwohl das Westfalenstadion ständig ausverkauft ist und auch sonstige Quellen reichlich sprudeln, potenziert die Kritik der Fans. Die haben den Eindruck, dass Millionensummen auf unergründliche Art in einem Riesenloch verschwunden sind.

Meier: Nichts ist hier verschwunden. Wir haben nicht Werte vernichtet, sondern Werte geschaffen. Das Stadion sucht seinesgleichen in Europa . . .

WAZ: . . . ist aber an eine Betreibergesellschaft verkauft worden . . .

Meier: . . . kann aber von uns 2017 wieder übernommen werden, schuldenfrei. Außerdem ist der Wert der Mannschaft weit höher als unser Börsenwert, und das messbare internationale Image des Vereins übersteigt 100 Millionen Euro.

WAZ: Halten Sie die Kritik, die sogar auf Rücktrittsforderungen hinausläuft, für unfair?

Meier: Was Gerd Niebaum angeht, auf jeden Fall. Er ist der Motor, der Macher, der beim BVB in 18 Jahren Unglaubliches geleistet hat. Ich selbst halte mich an ein Wort meines alten Freundes Rinus Michels, der mal sagte: Fußball ist ein knallhartes Geschäft, und wer schon beim ersten Knall einknickt, ist dafür nicht geeignet. Als ein Ur-Westfale bin ich aber druckresistent.

09.01.2004
Copyright: Westdeutsche Allgemeine

http://www.waz.de/waz/waz.sport.artikel.php?kennung=on1wazSPOSpoNational 37994&zulieferer=waz&kategorie=SPO&rubrik=Sport&region=National&auftritt=WAZ&dbserver=4


Cheers
Schwede

xy245
11.01.2004, 10:00
Heute hat die BamS mal alle BL-Vereine unter die Lupe genommen und in die Rubriken von "Krösus" (nur Bayern) bis zu "Risiiko" (u.a. HSV, BVB, Schalke) klassifiziert.

In der mittleren Kategorie "Soldie" tauchen vereine wie Köln, Gladbach und 60 als schuldenfrei auf. Das kann ich nicht so ganz glaube, wer zahlt denn deren Stadien? Köln ist fast fertig und in München sind sie auch schon längere Zeit fleißig am Bauen. Wer hat denn da bisher die Kosten getragen? Rostok fällt auch in diesen Bereich: Neues Stadion und schuldenfrei? Das kann ich mir nicht mal vom FC Bayern vorstellen. Hat die BamS nun nur schlampig recheriert oder hatten dort die entsprechendne Bundesländer ihre Finger drin? Dann müßte man wegen verbotenen Subventionen beui der EU klagen.

Kermit75
11.01.2004, 12:24
Original geschrieben von BlackWhiteBlueMagic
Heute hat die BamS mal alle BL-Vereine unter die Lupe genommen und in die Rubriken von "Krösus" (nur Bayern) bis zu "Risiiko" (u.a. HSV, BVB, Schalke) klassifiziert.

In der mittleren Kategorie "Soldie" tauchen vereine wie Köln, Gladbach und 60 als schuldenfrei auf. Das kann ich nicht so ganz glaube, wer zahlt denn deren Stadien? Köln ist fast fertig und in München sind sie auch schon längere Zeit fleißig am Bauen. Wer hat denn da bisher die Kosten getragen? Rostok fällt auch in diesen Bereich: Neues Stadion und schuldenfrei? Das kann ich mir nicht mal vom FC Bayern vorstellen. Hat die BamS nun nur schlampig recheriert oder hatten dort die entsprechendne Bundesländer ihre Finger drin? Dann müßte man wegen verbotenen Subventionen beui der EU klagen.

In den meisten Fällen ist die Stadt indirekt oder direkt Eigentümer. Wenn díese ein neues Stadion baut, um z.B. bei der WM dabei zu sein, und der Verein Miete bezahlt, ist dies keine verbotene Subvention.
Bsp. Köln:
Kosten: 117,5 Mio. Euro (ohne Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen, Parkplätze etc.)

Die Stadt Köln zahlt 25,7 Mio. Euro, der Rest wird über die Kölner Sportstätten GmbH (Eigentümerin und Betreiberin) finanziert, weitere Beteiligte oder Mit-Eigentümer gibt es nicht.

Der Witz ist, die Kölner Sportstätten GmbH ist auch eine Tochtergesellschaft der Stadt, die u.a. auch das Südstadion besitzt.

xy245
11.01.2004, 15:52
Original geschrieben von Kermit75
In den meisten Fällen ist die Stadt indirekt oder direkt Eigentümer.

Aber doch nicht in München, da müßten doch zumindest bei den 6ßer alle Warnleuchten auf rot stehen.

E-Proll
11.01.2004, 17:56
Original geschrieben von BlackWhiteBlueMagic
Aber doch nicht in München, da müßten doch zumindest bei den 6ßer alle Warnleuchten auf rot stehen.

Genau. Wenn ich mir dann noch den Zuschauerschnitt der 60er anschaue, muss einem doch als 60er Angst und Bange werden.
Mal wieder ein super Schachzug von Hoeness die Stadionkosten zu halbieren. Für die Bayern rentiert sich das Stadion wohl recht schnell, aber die 60er koennten daran zugrunde gehen.

Planen die eigentlich auch einen Stadionboykott für dieses neue Ding??

Der ehemalige BSHH
12.01.2004, 21:03
Selbst die Erklärungen von Meier in den Interviews taugen bei kritischer Betrachtung nicht zur Erklärung dieser tiefen Misere. Durch das Verpassen der CL (war nach dem 3. Platz der Vorsaison jedenfalls theoretisch denkbar) sollen Dortmund angeblich Einnahmeausfälle von € 30 Mio. entstanden sein. Das ist aber kaum vorstellbar, denn bei nur einer Gruppenphase, gesunkenen TV-Einnahmen und gegenzurechnenden Erlösen aus zwei Runden UEFA-Cup müsste Dortmund schon bis ins Halbfinale vorgestoßen sein, um eine solche Summe einzunehmen. Daher scheint sportliches Unglück kaum der alleinige Verursacher gewesen zu sein.

Dortmund hat ja sogar in den sportlich erfolgreicheren Vorjahren operative Verluste erlitten. Auch die Idee, das Stadion durch ein sale-and-sale-back-Geschäft zu hohen laufenden Erträgen rasch zu entschulden, war in Zeiten sinkender TV-Einnahmen (hierzu ein sehr interessanter Bericht in der FAZ (http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc~EEC7D4CD6B3A0402793ACE589933A4CA0~ATpl~Ecommon ~Scontent.html)) und niedriger Zinsen m.E. ein tollkühnes Wagnis, das zudem kaufmännisch nicht angezeigt war.

Gruß,
BSHH

osyruz
12.01.2004, 23:17
Original geschrieben von Schwede
Meier: Nichts ist hier verschwunden. Wir haben nicht Werte vernichtet, sondern Werte geschaffen. Das Stadion sucht seinesgleichen in Europa . . .

WAZ: . . . ist aber an eine Betreibergesellschaft verkauft worden . . .

Meier: . . . kann aber von uns 2017 wieder übernommen werden, schuldenfrei. Außerdem ist der Wert der Mannschaft weit höher als unser Börsenwert, und das messbare internationale Image des Vereins übersteigt 100 Millionen Euro.


Das "messbare internationale Image ... übersteigt 100 Millionen Euro" ??? Das ist ja wiedermal eine interessante Methode der Unternehmensbewertung (bin eh ein großer Fan dieses Luftschlossbaus ;))

Was mich an einer Insolvenz des BVB zweifeln lässt, ist das Image der Banken (vor allem Dt. Bk.), die in den nächsten Monaten und Jahren ganz gerne noch ein paar Bundesligisten an die Börse bringen wollen... und da dann gleich das erste zarte Pflänzchen kaputtgestampft am Boden sehen - nicht gerade verkaufsfördernd.

Bundeskanzler2020
14.01.2004, 05:42
eine interssannte aussage heute in den ruhr nachrichten!
sammer würde auch eine truppe aus nobodys trainieren....
langsam aber sicher wird der abgesang einiger stars vorbereitet.
was mich aber negativ überrascht hat, ist die aussage, das größte spekulationsobjekt, thomas rosicky hat in der hinrunde nicht ein einziges tor vorbereitet.
das und seine ganze (rück)entwicklung unter sammer in den letzten anderthalb jahren dürften ihn nicht unbedingt viel teurer und attraktiver machen!:p DB bitte übernehmen!!

kann der bvb eigentlich probleme mit der neuen lizenz bekommen??:p

locke-spiegel.d
14.01.2004, 10:44
Original geschrieben von Bundeskanzler2020
eine interssannte aussage heute in den ruhr nachrichten!
sammer würde auch eine truppe aus nobodys trainieren....
langsam aber sicher wird der abgesang einiger stars vorbereitet.
was mich aber negativ überrascht hat, ist die aussage, das größte spekulationsobjekt, thomas rosicky hat in der hinrunde nicht ein einziges tor vorbereitet.
das und seine ganze (rück)entwicklung unter sammer in den letzten anderthalb jahren dürften ihn nicht unbedingt viel teurer und attraktiver machen!:p DB bitte übernehmen!!

kann der bvb eigentlich probleme mit der neuen lizenz bekommen??:p

Rosicky kostet Ablöse, dazu noch ein Gehalt der Größenordnung Babsie + Mehdi zusammen..

Also bitte..

Gruß Locke

Gast6
17.01.2004, 10:09
Geht Rosicky dann wirklich zu Chelski?


Der in finanziellen Nöten steckende Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund könnte demnächst endlich einmal wieder richtig Kasse machen. Offenbar ist der vom russischen Milliardär Roman Abramowitsch geführte FC Chelsea an Spielmacher Tomas Rosicky interessiert.


>>> link <<< (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,282158,00.html)

XENON
17.01.2004, 11:27
Allein schon, dass Meier nicht sofort so Luftblasen absondert wie "Rosicky ist unverkäuflich", sondern schon direkt in den Poker einsteigt, wobei es hier immerhin um DEN Spieler der Dortmunder Zukunft geht, zeigt m.E., wie klamm der BVB wirklich ist.

Ich bleibe dabei, Dortmund hat einen solchen Liquiditätsengpass, dass sie ernsthaft in Gefahr sind.

Gut so ! :D hsvklatsch

E-Proll
17.01.2004, 12:27
Original geschrieben von XENON
Allein schon, dass Meier nicht sofort so Luftblasen absondert wie "Rosicky ist unverkäuflich", sondern schon direkt in den Poker einsteigt, wobei es hier immerhin um DEN Spieler der Dortmunder Zukunft geht, zeigt m.E., wie klamm der BVB wirklich ist.

Ich bleibe dabei, Dortmund hat einen solchen Liquiditätsengpass, dass sie ernsthaft in Gefahr sind.

Gut so ! :D hsvklatsch

Nein nein nein. Das siehst Du ganz falsch.
Meier in einem Interview gesagt, dass man eine neue Mannschaft aufbauen möchte mit talentierten Spielern der Region, damit der BVB wieder ein sympatisches Gesicht bekommt. (Gelesen gestern im DSF-Text)

Mit anderen Worten: Derzeit ist die Borussia ein unsympatischer Haufen. Wenn ich auch Merers Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage nicht so ganz teile: Mit diesem Selbstbild gehe ich komplett d'accord ;)

Interessant auch diese "Strafverleihaktion" wegen ein wenig Zuspätkommen. Hält uns dieser Herr Meier eigentlich ganz Deutschland für pisa-doof?

Bundeskanzler2020
19.01.2004, 06:07
BVB
Chelsea London will über sofortigen Wechsel von Rosicky verhandeln
Von Sascha Fligge
Dortmund (18. Januar 2004) - Interessierte Autogrammjäger sollten sich schnell um ein signiertes Trikot von Borussia Dortmunds Tomas Rosicky bemühen – es könnte bald eine Rarität sein. Nach Informationen unserer Zeitung steht Tschechiens Nationalspieler vor dem Wechsel zum FC Chelsea London. Der Klub von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch will Rosicky (Foto) nicht erst im Sommer. Er will ihn sofort.

Aus dem Umfeld des Spielmachers erfuhren die Ruhr Nachrichten: Chelsea bietet zwischen 25 und 30 Millionen Euro für Rosicky, der in der Bundesliga-Hinrunde kein Tor vorbereitet hat. Eine Summe, die den von einer Finanzkrise gebeutelten und viel kritisierten Führungsstab der Borussia seiner größten Sorgen entledigen könnte. Dortmunds Mindereinnahmen der Saison 2003/2004 betragen laut Manager Michael Meier 36 Millionen Euro.

Abramowitschs Offerte mag klingen wie eine Verheißung, viele Fans allerdings befürchten mit Rosickys Transfer den Ausverkauf der Spielkultur, für die Dortmunds Tscheche gemeinsam mit dem Brasilianer Leonardo Dede vornehmlich verantwortlich zeichnet. Dedes Vertrag mit dem BVB läuft 2005 aus. Es sind die Gesetze des Geschäfts, dass sein „Ja“ zu einem neuen Kontrakt den Meistbietenden Handgeld in Millionenhöhe kosten wird.

Auch Rosicky werden Millionen geboten. Gegenüber unserer Zeitung sprach er am Sonntag von „einer bevorstehenden schweren Entscheidung“ und betonte: „Ob der Wechsel zustande kommt, entscheiden jetzt allein die Vereine.“

Aus England war zu hören: Noch in dieser Woche will Chelsea mit der BVB-Führung über einen Transfer des Tschechen verhandeln, der lieber nach Spanien gewechselt wäre. Allerdings sind alle iberischen Spitzenklubs auf den möglichen „Rosicky-Positionen“ erstklassig besetzt.
Es gibt auch Befürworter

Bei Chelsea bietet sich zumindest im Moment eine größere Chance auf Spielpraxis: Stürmer Hernan Crespo und Mittelfeldspieler Juan Sebastian Veron sind verletzt, Geremi spielt beim Afrika-Cup. Rosicky weiß das und sagt: „Aber jetzt liegt es nicht mehr an mir.“ Die Vereine machen den nächsten Zug.

Borussias Klubführung, die direkten Kontakt zu Chelsea noch bestreitet, wird sich heute den Anhängern erklären müssen und Stimmungen ausloten können. Am Abend trifft sie sich mit Fan-Delegierten. Es könnte unangenehme Fragen geben zum möglichen Winterschluss-Transfer von Tomas Rosicky. Die einschlägigen Internet-Foren zeigen allerdings: Es gibt auch zahlreiche Befürworter eines Rosicky-Deals für die exorbitante Summe von 30 Millionen Euro. Meier macht sich deshalb keine Sorgen um einen Bruch mit der Anhängerschaft. „Die Vergangenheit“, sagt er, „hat gezeigt, dass solche Prozesse manchmal steuerbar sind.“

+ + +

Die Verhandlungen zwischen BVB und River Plate Buenos Aires stehen vor dem Abschluss. „Ich warte auf die Unterschrift“, sagt Sportmanager Michael Zorc. Fernandez soll für ein Jahr (plus Kaufoption) ausgeliehen werden.

Marcio Amoroso wurde in den USA erfolgreich am Meniskus operiert, die Kreuzbänder blieben unberührt. Der Stürmer soll in der Rückrunde wieder spielen können.

Wegen seines unentschuldigten Fehlens beim Trainingsstart muss Leonardo Dede seine Teamkollegen zu einem Essen einladen. Evanilson wird in Dortmund erwartet.

Joerginho
19.01.2004, 08:11
25 - 30 Mio fuer Rosicky ???

Ich denke den wird man mit der Schubkarre nach London bringen....

Voellig unrealistisches Angebot, den wuerde man auch fuer die Haelfte bekommen.

Fuer die Kohle haette man auch Adriano bekommen koennen.


Gruss Joerginho

Flambo
19.01.2004, 14:21
Dem BVB geht' scheinbar noch dreckiger als bisher vermutet:

http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/82/25057/

:eek: :D

Und die Süddeutsche ist nomalerweise ein seriöses Blatt, das ordentlich recherchiert.

kHamsun
19.01.2004, 14:37
Ich denke schon, dass Rosicky 25 Mio. wert ist - zwar könnte man die Dortmunder Finanznöte ausnutzen, um einen besseren Preis zu erzielen, aber angesichts der anderen überteuerten Chelsea-Einkäufe zu Beginn der Saison fällt der Preis bei Rosicky doch recht maßvoll aus.

Einen Wechsel auf die Insel fände ich allerdings schade, die Bundesliga würde einen ihrer wenigen Stars verlieren.

XENON
19.01.2004, 14:47
Wie ich schon seit Wochen schreibe...


Dortmund ist bald pleite !!!!


AUF NIMMERWIEDERSEHEN !!!!! hsvklatsch

HSV-Realist
19.01.2004, 15:03
Original geschrieben von XENON
Wie ich schon seit Wochen schreibe...


Dortmund ist bald pleite !!!!


AUF NIMMERWIEDERSEHEN !!!!! hsvklatsch
Jub, und ohne Rosicky werden sie erst mal gar nichts mehr reißen.
Dabei ist es doch Pflicht, in die CL zu kommen - da sonst Pleite, hehe. :D hsvklatsch :D

Tommek
19.01.2004, 15:39
Der bekannte Analyst der Düsseldorfer WGZ-Bank, Ingo Süßmilch, wird in der neuen Ausgabe des Magazins GQ zitiert: „Seit Jahren arbeitet Dortmund an der Liquiditätsgrenze. Dortmund finanziert seine Gegenwart mit den erwarteten Einnahmen der Zukunft.“

Süßmilch hatte in den letzten Jahren stets ein Loblied auf die BVB-Aktie gesungen – schließlich war die WGZ-Bank, neben der Deutschen Bank, federführend beim Dortmunder Börsengang im Herbst 2000.

Klar, erst hochjubeln, um einen guten Emissionswert zu erzielen, dann niedermachen! (Um billig wieder einzusteigen?)

Solche Finanzleute braucht kein Mensch! Auch wenn zwischen Emission und Krise einige Jahre zwischenliegen, ist die Umkehr von Herrn Suessmilch ziemlich ueberraschend!

Flambo
19.01.2004, 15:43
Original geschrieben von XENON
Wie ich schon seit Wochen schreibe...


Dortmund ist bald pleite !!!!


AUF NIMMERWIEDERSEHEN !!!!! hsvklatsch


Und danach folgt Schlacke. Assi kauft doch auch schon für's letzte Gefecht ein!
Top oder Flop oder so...:cool:

Bundeskanzler2020
20.01.2004, 06:23
Neues von Rosicky!!
BVB
Sammer macht Druck / Chance für Gambino
Von Sascha Fligge
Dortmund (19. Januar 2004) - Für ihn ist jede Äußerung über einen Wechsel von Tomas Rosicky zum FC Chelsea London wie ein Tanz auf dem Drahtseil bei Windstärke 10: Borussia Dortmunds Trainer Matthias Sammer hat den sportlichen, aber auch den finanziellen Abgrund direkt vor Augen. Und er sieht die Rückrunden-Vorbereitung in großer Gefahr.

„Ich will das Thema in zwei, spätestens drei Tagen vom Tisch haben. So oder so...“, sagt Sammer: „Es kann nicht sein, dass wir permanent Personaldiskussionen führen. Das lenkt ab.“

Als hätte Sammer nicht schon ausreichend sportliche Probleme: Vier Vorbereitungsspiele hat der BVB bislang absolviert, phasenweise gravierende Mängel im Aufbau offenbart, aber noch kein einziges Mal mit der eigentlichen A-Elf gespielt. Würde Rosicky, dem mittlerweile das konkrete Angebot des neureichen Champions-League-Teilnehmers Chelsea London vorliegt, mit sofortiger Wirkung auf die Insel wechseln, müsste sich Sammer binnen weniger Tage für einen neuen Spielmacher entscheiden. Einiges spricht für Salvatore Gambino.

„Er hat beste Voraussetzungen, ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass Salvatore hinter den Spitzen bestehen würde“, sagt Sammer, schränkt aber ein: „Ich darf nicht einen international erfahrenen ehemaligen tschechischen Fußballer des Jahres mit einem 20 Jahre alten Talent vergleichen, dass sechs Bundesligaspiele auf dem Buckel hat.“

Zumindest im Bereich „Effektivität“ fiele der Vergleich allerdings für den technisch begnadeten Rosicky (Transferwert laut Hypovereinsbank: ca. 28 Mio. Euro) vernichtend aus: Er benötigte für seine mageren zwei Saisontore satte 961 Einsatzminuten. Gambino, der ebenfalls zwei Treffer erzielte und keinen vorbereitete, stand insgesamt nur 462 Minuten auf dem Bundesliga-Rasen.

„Schönes Wetter...“

Seit mehr als einem Jahr warten die Fans auf Rosickys endgültigen Durchbruch beim BVB, der laut einer Analyse der Hypovereinsbank vom 8. Januar 2004 vermutlich den „teuersten Kader der Bundesliga“ stellt. Bei aller Bewunderung für Rosickys athletisches und fußballerisches Potenzial, muss ehrlich konstatiert werden: Bislang ist er nicht gelungen. Und doch ist die Hoffnung noch so groß.

Auch bei Trainer Matthias Sammer. Er drückt sich um eine Antwort auf die Frage, ob Rosickys Abgang zu kompensieren wäre. Lacht gequält, schaut aus dem Fenster in den Schneeregen und meint: „Schönes Wetter heute.“ Mehr kommt nicht...

Am 24. Januar, in Rheine gegen den VfL Osnabrück, will Sammer eine Mannschaft auf den Platz beordern, die „Ähnlichkeit mit der haben soll, die ich mir für das Rückrunden-Auftaktspiel gegen Schalke vorstelle“. Ob hinter den Spitzen Tomas Rosicky die Fäden ziehen wird, ist fraglicher denn je. Stürmer Heiko Herrlich, der von der englischen Offerte für seinen Teamkollegen aus dem Videotext erfuhr, drückte schon Bedauern aus: „Wenn Tomas uns verlassen würde“, meint Herrlich, „wäre das sehr, sehr schade.“

* * *

Linksverteidiger Leonardo Dede will in der nächsten Woche wieder ins Training einsteigen. Der Brasilianer nach seiner Knöchel-Operation: „Ich habe einen fast komplett neuen Fuß.“

Bundeskanzler2020
20.01.2004, 06:24
Neues von der Aktie!:p
Hypovereinsbank stuft BVB-Aktie herunter / „Niemand hat davon gewusst“
Von Dirk Graalmann
Dortmund (19. Januar 2004) - Sein Lieblingsfilm ist Kubricks „Dr. Seltsam – oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“. Peter-Thilo Hasler hat also Humor. Der Aktienanalyst der Hypo-Vereinsbank beschäftigt sich momentan mit reichlich Seltsamen, echten und vermeintlichen Bomben und der Liebe. Kurz: mit Borussia Dortmund.

Nun hat Hasler ein neue, 24-seitige Studie zum BVB vorgelegt. Darin geht Hasler aufgrund der Konzernzahlen von einem Umsatzrückgang von 31,4 Prozent auf 88,4 Millionen Euro aus. Der Verlust aus der laufenden Spielzeit beziffert Hasler dabei auf 44,8 Millionen Euro. Sein Urteil: Die BVB-Aktie ist „Underperform.“ Für Nicht-Börsianer: Dies bedeutet, dass sich die Aktie schlechter entwickelt hat als gedacht. Eine Rückstufung. Die Hypo ist die erste Bank, die dieses Rating vornimmt. Hasler sagt sogar: „Ich frage mich, warum ich damit so lange gewartet habe.“

Die Borussia-Verantwortlichen müssen sich momentan tagtäglich mit derlei Meldungen auseinander setzen. Erst war es der Regionalliga-Klub Preußen Münster, der über eine verspätete Zahlung klagte. Nun wurde bekannt, dass der BVB bei den Stadtwerken noch mit einer halben Million Euro in der Kreide steht. Dennoch: Den gerne unterstellten Liquiditätsengpass sieht Hasler nicht: „Liquiditätsprobleme sind übertrieben, da der BVB noch über ausreichende Mittel von 70,3 Mio. Euro verfügt“, schreibt Hasler.

Kein Kleingeist

Ohnehin, so betonte Hasler im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten: „Herr Niebaum hat über siebzehneinhalb Jahre einen ganz herausragenden Job gemacht. Ich gehöre nicht zu den Kleingeistern, die jetzt sagen: „Gerd, ich hab‘s dir vorher gesagt: Das Rad, an dem du da drehst, ist viel zu groß. Niemand hat davon gewusst.“ Allerdings, so Hasler, müsse Niebaum nun auf die neue Situation reagieren: „Daran hat der BVB langfristig zu knabbern hat. Der Klub wird mittelfristig nicht mehr um die Meisterschaft mitspielen.“

Bundeskanzler2020
20.01.2004, 06:26
Und noch was!:)

Die wochenlangen Spekulationen über nachhaltige Finanzprobleme des BVB bekommen neue Nahrung: Die Stadtwerke warten seit Ende September auf einen dicken Scheck der Borussia - einen Scheck über gut eine halbe Million Euro...

Seit Anfang der 90er Jahre haben die Stadtwerke und der BVB einen Kombiticketvertrag: Eintrittskarten für BVB-Heimspiele gelten demnach auch als Freifahrtschein für Busse und Bahnen. In dieser Saison muss der BVB nach diesem Vertrag 420 000 Euro aus dem normalen Eintrittskartenverkauf an die Stadtwerke überweisen - und mehr als 500 000 Euro (10,80 Euro pro Dauerkarte) aus dem Dauerkartenverkauf.


--------------------------------------------------------------------------------
Und auf diese Summe warten die Stadtwerke. Den Zahlungstermin Ende September hat der BVB verstreichen lassen, seit Oktober hat das BVB-Management eine Mahnung auf dem Tisch. Bislang ohne Reaktion.

Bis gestern: Da erklärte BVB-Pressesprecher Josef Schneck nach einer Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung auf Anfrage der WAZ, der "BVB hat noch Forderungen an die Stadtwerke", die man mit der Stadtwerke-Forderung verrechnen müsse.

Eine Darstellung, die Stadtwerke-Verkehrsvorstand Hubert Jung, der gestern einen dringenden Anruf von BVB-Manager Michael Meier bekam, nur den Kopf schütteln lässt. Jung unmissverständlich: "Wir haben keine Außenstände beim BVB." Es sei nicht unüblich, dass der BVB nicht pünktlich zahle - vor zwei Jahren hatten die Stadtwerke schon einmal eine Mahnung schicken müssen. Er, Jung, sei "zuversichtlich", dass "wir unser Geld bekommen". Mit Verzugszinsen natürlich: Gut neun Prozent Zinsen muss der BVB zahlen...

Adua
23.01.2004, 07:29
Trainingszentrum bereitet BVB neue Sorgen

21.01.04

Der finanziell angeschlagene Bundesligist Borussia Dortmund gerät mit der Errichtung eines Trainingszentrums unter Druck. DFB und DFL hatten den Bau einer solchen Anlage bis spätestens 2002 gefordert.

Neue Sorgenfalten bei Borussia Dortmund: Der finanziell angeschlagene Bundesligist ist mit dem Bau eines Trainingszentrums unter Druck geraten. Die Westfalen sind bisher der Vorgabe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL), wonach Erstligisten bis spätestens 2002 ein Trainingsgelände mit drei Rasenplätzen nachweisen müssen, nicht gefolgt. Die Borussen wollen jedoch nach Informationen der Dortmunder Ruhr Nachrichten noch in der ersten Jahreshälfte mit der Errichtung des Zentrums für 10 bis 12 Millionen Euro beginnen.

Kaufvertrag inzwischen unterschriftsreif

Dass erst verspätet mit dem Bau auf einem alten Kasernengelände im Stadtteil Brackel begonnen wird, liege nicht in der Verantwortung der Borussen, erklärte Präsident Gerd Niebaum. Die Entmunitionierung des Geländes habe für die Verzögerungen gesorgt. Insider vermuten jedoch, die momentane Finanznot sei dafür verantwortlich. Inzwischen ist die Reinigung des Geländes abgeschlossen, der Kaufvertrag für das Grundstück mit dem Bundesvermögensamt seit langem unterschriftsreif. BVB-Manager Michael Meier kündigt den Abschluss für die nächsten Wochen an.

Ersparen kann sich der BVB die Investition langfristig auf keinen Fall. Im schlimmsten Fall droht sogar der Entzug der Lizenz, auch wenn es zuletzt immer wieder Sondergenehmigungen gab. Über die Einhaltung der "Richtlinien für die Unterrichtung und Unterhaltung von Leistungszentren der Teilnehmer der Lizenzligen" wacht eine gemeinsame Kommission von DFL und DFB.

Bisher keine Strafgebühren

Obwohl die Frist für die Auflage vom BVB lange überschritten ist, mussten aber nach DFB-Angaben bislang keine Strafgebühren gezahlt werden. Man habe sich mit der Vorlage des Bauantrags als Nachweis für die Bemühungen zufrieden gegeben, erklärte BVB-Manager Michael Meier.

Quelle: Focus

Bundeskanzler2020
23.01.2004, 11:40
Original geschrieben von Adua
Trainingszentrum bereitet BVB neue Sorgen

21.01.04

Der finanziell angeschlagene Bundesligist Borussia Dortmund gerät mit der Errichtung eines Trainingszentrums unter Druck. DFB und DFL hatten den Bau einer solchen Anlage bis spätestens 2002 gefordert.

Neue Sorgenfalten bei Borussia Dortmund: Der finanziell angeschlagene Bundesligist ist mit dem Bau eines Trainingszentrums unter Druck geraten. Die Westfalen sind bisher der Vorgabe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL), wonach Erstligisten bis spätestens 2002 ein Trainingsgelände mit drei Rasenplätzen nachweisen müssen, nicht gefolgt. Die Borussen wollen jedoch nach Informationen der Dortmunder Ruhr Nachrichten noch in der ersten Jahreshälfte mit der Errichtung des Zentrums für 10 bis 12 Millionen Euro beginnen.

Kaufvertrag inzwischen unterschriftsreif

Dass erst verspätet mit dem Bau auf einem alten Kasernengelände im Stadtteil Brackel begonnen wird, liege nicht in der Verantwortung der Borussen, erklärte Präsident Gerd Niebaum. Die Entmunitionierung des Geländes habe für die Verzögerungen gesorgt. Insider vermuten jedoch, die momentane Finanznot sei dafür verantwortlich. Inzwischen ist die Reinigung des Geländes abgeschlossen, der Kaufvertrag für das Grundstück mit dem Bundesvermögensamt seit langem unterschriftsreif. BVB-Manager Michael Meier kündigt den Abschluss für die nächsten Wochen an.

Ersparen kann sich der BVB die Investition langfristig auf keinen Fall. Im schlimmsten Fall droht sogar der Entzug der Lizenz, auch wenn es zuletzt immer wieder Sondergenehmigungen gab. Über die Einhaltung der "Richtlinien für die Unterrichtung und Unterhaltung von Leistungszentren der Teilnehmer der Lizenzligen" wacht eine gemeinsame Kommission von DFL und DFB.

Bisher keine Strafgebühren

Obwohl die Frist für die Auflage vom BVB lange überschritten ist, mussten aber nach DFB-Angaben bislang keine Strafgebühren gezahlt werden. Man habe sich mit der Vorlage des Bauantrags als Nachweis für die Bemühungen zufrieden gegeben, erklärte BVB-Manager Michael Meier.

Quelle: Focus

wenn die bombe bvb wirklich irgendwann hochgeht, dann möchte ich nicht in der haut von meier und niebaum stecken.
denke die beiden haben bestens vorgesorgt und sich bereits eine zweite identität zugelegt und können dann von heute auf morgen abtauchen.
den wahnsinnigen schwatzgelben fans ist da wohl ansonsten ne menge zuzutrauen!

tüten-timo
23.01.2004, 12:05
Am geilsten sind die Aktienanalysten: Nichtskönner und Verbrecher...

schneider
24.01.2004, 00:00
Aber der Humor ist den Dortmundern nicht vergangen.

Gefunden auf www.schwatzgelb.de

Bundeskanzler2020
24.01.2004, 18:22
Westfalenstadion: Gutachter bemängelt Fluchttore
Von Martin von Braunschweig

Dortmund (23. Januar 2004) - Obwohl er sich unerlaubt Zutritt zum Innenraum des Westfalenstadions verschafft hat, verklagt ein 17-jähriger Schüler den Verein Borussia Dortmund auf eine vierstellige Summe. Hintergrund: Bei der Meisterfeier am 4. Mai 2002 hatte er mit vielen anderen die Fluchttore im Nordbereich des Westfalenstadions gestürmt. Eines der Tore war unter dem Druck der Massen abgeknickt. Dabei verletzte sich der Schüler so schwer am Daumen, dass er für immer verkrüppelt bleiben wird – trotz zweier Operationen.

Am Freitag im Prozess vor dem Landgericht stellte ein Gutachter den Fluchttoren ein mangelhaftes Zeugnis aus: Sie seien falsch konstruiert und entsprächen nicht den Bauvorschriften. Nach Ansicht der Richter trägt der BVB dafür die Verantwortung. Schließlich komme der Gutachter zu eindeutigen Ergebnissen. Stadion-Tore dürften nach Ansicht des Experten nur in eine Richtung zu öffnen sein. Die Nord-Tore des Westfalenstadions würden jedoch unter großem Druck auch in die andere Richtung durchschwingen können. Die Folge: ein Brechstangen-Effekt.

Der BVB will das Problem sofort nach Bekanntwerden des Gutachtens gelöst haben. „In Eigenleistung“, so Borussias Rechtsanwalt Marcus Rohner, seien Schweißarbeiten durchgeführt worden. „Um die Kosten im Rahmen zu halten.“ Diese hatte der Gutachter zuvor auf bis zu 300.000 Euro taxiert. Trotz der scheinbar klaren Sachlage will der BVB aber weiterhin kein Schmerzensgeld zahlen. „So kann man mit einem treuen Fan nicht umgehen“, schimpfte Jürgen Schmischke, der Anwalt des Jugendlichen.

Sein Gegenüber Rohner: „Wir haben damals mit Sicherheit niemanden eingeladen, in den Innenraum zu drängeln ...“ Aus Versicherungs-Gründen pocht der Verein auf ein Urteil. „Deshalb müssen wir vorsorglich sogar bestreiten, dass sich der Kläger überhaupt im Westfalenstadion verletzt hat“, so Anwalt Rohner. Der Prozess muss deshalb am 16. April fortgesetzt werden.

:confused:

Bundeskanzler2020
24.01.2004, 18:23
Herrlich: Ziel außer Reichweite
Von Sascha Fligge
Dortmund (22. Januar 2004) - Heiko Herrlich (32), BVB-Stürmer und Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 1994/95, darf sich offenbar keine großen Hoffnungen mehr auf ein glanzvolles Comeback im Trikot von Borussia Dortmund machen.

Die Frage, ob Herrlich (258 Bundesliga-Partien, 58 Tore, 5 Länderspiele) in der Rückrunde noch eine echte Chance erhalten werde, beantwortete Trainer Matthias Sammer am Donnerstag lediglich mit zwei Worten: „Sehr schwierig...“ Herrlich, der im Interview mit den Ruhr Nachrichten unlängst bekräftigte, sein Ziel sei es, sich in Dortmund wieder in die Rolle des Bundesliga-Torjägers zu spielen, hat Vertrag bis 2005, die Hypovereinsbank schätzt seinen Transfermarkt-Wert auf 0,6 Millionen Euro. Allerdings schließt der Stürmer einen vorzeitigen Wechsel kategorisch aus.

Bundeskanzler2020
24.01.2004, 18:41
Dr. Gerd Niebaum, BVB-Präsident, ist am Sonntag (11 Uhr) Gast in der DSF-Sendung „Doppelpass“ und wird Fragen zur Finanzsituation des Klubs beantworten. Ebenfalls im Studio: die Journalisten Freddie Röckenhaus, Andreas Lorenz, Wolfgang Golz.


mal schauen, ob der liebe jurist wieder so richtig fein rot beim geschichten erzählen wird!!:p
boruusia dortmund ist völlig gesund, wir haben mit das beste stadion in europa, die zuschauerzahlen, wir sind der werbeträger der stadt, .........
uns gehts gut bla bla blubbhttp://www.my-smileys.de/smileys_1/aola.gifhttp://www.my-smileys.de/smileys_1/good-night_2.gif;)

osyruz
25.01.2004, 10:53
Original geschrieben von Bundeskanzler2020

mal schauen, ob der liebe jurist wieder so richtig fein rot beim geschichten erzählen wird!!:p
boruusia dortmund ist völlig gesund, wir haben mit das beste stadion in europa, die zuschauerzahlen, wir sind der werbeträger der stadt, .........


Die ist höchst amüsant, die Sendung. Der gute Herr Niebaum kommt nicht so richtig raus aus dieser Schuldennummer :D Erinnert mich alles sehr an die damaligen Beteuerungen der Gebrüder Haffa...

y5
25.01.2004, 11:21
Mich wuerde ja mal interessieren, wie sich das von Niebaum immer wieder angefuehrte Eigenkapital von 148 Mio Euro zusammensetzt, welches in Fussballeuropa laut Niebaum seines gleichen sucht ( :D:D:D ) ..?
Das Stadion haben sie verkauft.
Die Marke Goool.de ebenso.
Ein grosses Trainingsgelaende ( wie z.B. der HSV oder auch Bayern, Werder..) haben sie nicht, wie auch eben von Niebaum angefuehrt ( soll ja gekauft und dann gebaut werden - nur wovon ?? ).
Also, wie kommt Niebaum ( bzw. die Bilanzpruefer ) auf 148 Mio Euro EK ? Sind darin dann die Spielerwerte massiv beruecksichtigt ?

Bundeskanzler2020
25.01.2004, 15:18
Original geschrieben von PrivateParts
.....
Das Stadion haben sie verkauft.
Die Marke Goool.de ebenso.
....

haben die das stadion nicht so verkauft (bin mir gar nicht sicher, ob denen das überhaupt schon mal ganz und alleine gehört hat, sondern ich meine eher irgendwelche gesellschaften wären (mit)eigentümer), dass sie es in ca. 10 jahren o.ä. zurückkaufen müssen?
schade, ich habe die nummer ausgerechnet heute verpaßt!

egal, in 1-2 jahren sind die kein konkurrent mehr für einstellige tabellenplätze, zumindest nicht in liga 1!

XENON
25.01.2004, 15:30
Original geschrieben von PrivateParts

Also, wie kommt Niebaum ( bzw. die Bilanzpruefer ) auf 148 Mio Euro EK ? Sind darin dann die Spielerwerte massiv beruecksichtigt ?

Genau das. Deshalb streut der BVB über befreundete Zeitungen auch Gerüchte über angebliche Monster-Angebote für Rosicky (0 Torvorlagen in dieser Saison, geiler Spielmacher :D ), um dem Rest der Welt zu beweisen, was man doch für eine tolle werthaltige Mannschaft hat.....

Schöne Sendung, sehr gelacht ! hsvklatsch

y5
25.01.2004, 18:09
Original geschrieben von Bundeskanzler2020
haben die das stadion nicht so verkauft (bin mir gar nicht sicher, ob denen das überhaupt schon mal ganz und alleine gehört hat, sondern ich meine eher irgendwelche gesellschaften wären (mit)eigentümer), dass sie es in ca. 10 jahren o.ä. zurückkaufen müssen?
schade, ich habe die nummer ausgerechnet heute verpaßt!

egal, in 1-2 jahren sind die kein konkurrent mehr für einstellige tabellenplätze, zumindest nicht in liga 1!

Dochdoch, das Stadion ist an eine Investmentgesellschaft verkauft worden. Dafuer hat der BVB insgesamt 75 Mio Euro bekommen und muss nun jedes Jahr 16 Mio Euro Pacht zahlen. In 12 Jahren ( oder waren es 15 ?? ) haben sie die Option, dass Stadion zurueckzukaufen. Dafuer hat der BVB gut 50 Mio Euro des Verkaufserloeses auf ein Sperrkonto gepackt, mit den 50 Mio und den Zinsen darauf soll das Stadion dann nach Ablauf der Frist zurueckgekauft werden. Der Rest ( ca 25 Mio ) wurde zum Stopfen von Loechern verwendet.

HSV-Realist
25.01.2004, 18:29
Sportlicher Erfolg in dortmund wird gebraucht......
Und sie verkaufen weiter.. :rolleyes:

Aber sie müssen doch in die CL kommen, jedes Jahr - wie soll das gehen? :confused: hsvklatsch :D :D

Bundeskanzler2020
25.01.2004, 21:20
BVB
Niebaum: Im Sommer kommt der Umbruch
Von Sascha Fligge
Dortmund (25. Januar 2004) - Udo Lattek hatte seiner Frau Hildegard am Sonntag schon am Frühstückstisch in Köln mitgeteilt, dass er sich ungern in den Flieger nach München setzen werde. Dort sollte der Ex-Trainer an einer Diskussion über die angespannte Finanzsituation seines ehemaligen Klubs Borussia Dortmund teilnehmen. Und Lattek wusste, dass er sich verbal in dichtem Nebel bewegen müsste. „Ich glaube dem Journalisten der Süddeutschen Zeitung, aber ich glaube auch BVB-Präsident Dr. Niebaum. Doch einer muss die Unwahrheit sagen“, betonte er später vor DSF-Kameras. Und wirkte hilflos wie das Gros der Borussia-Sympathisanten im Verwirrspiel um Millionen-Löcher, Dementis und Horrorvisionen.

Lattek dürfte erfreut gewesen sein, dass manch eine Nebelkerze nach 65 Minuten auf Sendung abgebrannt war und Niebaum Aussagen über die Planungen der Klubführung traf. Er stellte in Aussicht, bei einem Verpassen der Champions League „ein, zwei oder drei Hochkaräter“ abgeben und „zwar nicht wieder bei Null, aber bei 60 oder 70 Prozent beginnen zu müssen“. Deutlich wurde: Die Vorbilder des BVB heißen nicht mehr Madrid und Bayern München, sondern Bremen und Stuttgart. „Es ist ein vernünftiger Trend“, so Niebaum, „wieder verstärkt auf die Jugend zu setzen, das Scouting zu intensivieren und an einer Regionalisierung zu arbeiten. Die stärksten NRW-Talente müssen bei großen regionalen Klubs zum Einsatz kommen.“

Kleinere Brötchen backen

Niebaum, der die Verantwortung dafür übernimmt, dass Borussias konstruierter Kader deutlich zu teuer für ein zweites Jahr ohne Champions-League-Einnahmen ist (er kostet an Gehalt rund 57 Millionen Euro), gab den Fans zu verstehen: „Was den Anspruch an Top-Stars angeht, müssen wir künftig kleinere Brötchen backen. Die Aufgabe des Managements ist es, der Mannschaft eine andere Kostenstruktur zu geben.“ Eine günstigere...

Das kann nur bedeuten: Wenn Tomas Rosicky – und danach sieht es aus – seinen Traum von einem Wechsel ins Ausland bis zum 31. Januar begraben muss, steht er im Sommer wieder zur Disposition. Gleiches gilt unter anderem für Dede, Torsten Frings, Christoph Metzelder und Jan Koller. Immerhin: Etliche Fans haben bereits angedeutet, dass sie einen rigorosen Sparkurs mittragen werden, wenn ihnen in Zukunft unverklausuliert die Wahrheit gesagt wird.

Bilanz im Februar

Zunächst erwartet die Anhänger neues Fakten-Material. Ende Februar will der Präsident die Halbjahresbilanz vorlegen. Gerüchte, sie weise einen Verlust von ca. 25 Millionen Euro aus, wollte Niebaum weder dementieren noch bestätigen: „...aber ein Jahr ohne Champions League wird Brems- und Schleifspuren hinterlassen.“

Angesichts der anhaltenden Diskussionen um Borussias Finanzsituation spielt die sportliche Komponente vier Tage vor dem brisanten Duell gegen Erzrivale Schalke 04 nur eine Nebenrolle. Dass Guillaume Warmuz beim 1:0-Sieg (Elfmeter von Jan Koller, 35.) am Samstag auf zehn Zentimeter hoher Schneedecke gegen Zweitligist Osnabrück erneut zwischen den Pfosten stand und Trainer Matthias Sammer eine Entscheidung über die künftige Nummer 1 im Tor für den Wochenbeginn ankündigte, ging beinahe unter. Vor wenigen Wochen noch hätte ein möglicher Wechsel auf der Torwartposition beim BVB die Massen in Atem gehalten.

Tiergärtner
26.01.2004, 20:50
Schlimm, das alles.
Wenn man es mal nüchtern betrachtet, scheint in Dortmund jetzt das zu laufen, was bei den südeuropäischen Topclubs schon seit Jahr und Tag gang und gebe ist, wobei die Maßstäbe dort wohl eher noch maßloser sind.
Eigentlich dachte ich immer, der Deutsche hat eine gewisse Mentalität zur Gewissenhaftigkeit und Sparsamkeit und die Vereine würden entsprechend geführt, aber die Wunschvorstellung muss ich wohl begraben...

Bundeskanzler2020
27.01.2004, 09:25
Kommentar: Weidenfellers Ausbootung ist ein Zeichen
Von Dirk Graalmann
Dortmund (26. Januar 2004) - Borussia Dortmund hat seinen Kompass neu justiert. Zumindest vermittelte BVB-Präsident Dr. Gerd Niebaum diesen Eindruck am Sonntag bei der öffentlichen Dampfplauderei am DSF-Stammtisch: „Vereine wie Bremen und Stuttgart haben es uns vorgemacht. Wir müssen verstärkt auf eine erfolgreiche Jugendarbeit setzen, das ist der Trend.“

So soll die neue Borussia sein. Sprach‘s und dürfte nun wieder leichte Probleme haben, den aktuellen Schwenk in der Torhüterfrage bei den Borussen zu verkaufen. Zum Auftakt gegen Schalke 04 wird nun Guillaume Warmuz statt Roman Weidenfeller im Kasten der Borussen stehen. Eine Entscheidung, die Trainer Matthias Sammer schwer gefallen sein dürfte. Die gesamte Hinrunde hat er an dem jungen und zweifelsfrei hoch talentierten Weidenfeller festgehalten – trotz diverser Patzer, die den Klub Punkte kosteten. Nun plötzlich sind „größere Erfahrung und Routine“ des Franzosen (der seine Spielpraxis zuletzt gegen Holstein Kiel sammelte) ausschlaggebend für Weidenfellers Degradierung.

Stringent ist diese Erklärung nicht – und zudem Beleg, dass hehre Visionen mit sportlich prekärer Realität nicht immer übereinstimmen. Weidenfeller ist damit das erste Opfer des verzweifelten Versuches, die Quadratur des Kreises zu schaffen. Einerseits die Zukunft der Talente zu beschwören und ihr Entwicklungspotenzial zu rühmen – und andererseits Erfahrung und Routine als Symbol der Klasse einzufordern.

Talentförderung aber bedarf der Ruhe, der Bereitschaft, Durststrecken zu überwinden und Fehler zuzulassen. Es ist, für einen ambitionierten Klub allemal, ein überaus steiniger Weg. Der BVB ist dabei schon jetzt ins Stolpern geraten.

Der ehemalige BSHH
27.01.2004, 10:21
Nun hat sich auch der Spiegel in diesem empfehlenswertem Artikel (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,283605,00.html) mit dem Thema "Dortmunder Finanznöte" umfassend beschäftigt. Besonders der letzte Absatz über einen angeblichen "Canossagang" Niebaums nach München lässt Raum für reichlich Spekulationen, insbesondere um Dede.

@ Bundeskanzler 2020:

Der Torwartablösung sehe ich nicht als Problem: Warmuz war in Frankreichs erster Liga viele Jahre Stammtorhüter. Angesichts der vielen groben Fehler von Weidenfeller kommt der Wechsel m.E. eher überraschend spät.

Eine Ausrichtung zum "Ausbildungsclub" sehe ich damit auch nicht gefährdet. Denn welcher Club wird denn in den nächsten Jahren nennenswerte Beträge für einen Torwart ausgeben, der kein Nationalspieler ist.

Aber grundsätzlich halte ich Niebaums Verweise auf Stuttgart und Bremen (deren Jugendarbeit derzeit weniger zum Tragen kommt als das Transfergeschick) in erster Linie für ein Ablenkungsmanöver, um den Fans trotz Krise die Hoffnung auf Erfolge aufrecht zu erhalten. Natürlich wird Dortmund künftig stärker auf Spieler wie Gambino, Krontiris und Casey (Transferrechte der beiden Letztgenannten liegen beim BVB) setzen müssen, aber allein mit jungen Mannschaft im Kampf um Platz 8 wird sich das Westfalenstadion nicht über 60.000 Zuschauer füllen lassen.

Gruß,
BSHH

locke-spiegel.d
27.01.2004, 11:32
Sehr schön auch der 'Einwurf' in der WZ von Norbert Krings

Vorschuss von Sammer

Matthias Sammer hat Präsident Gerd Niebaum und Manager Michael Meier das Vertrauen ausgesprochen. Ein paradoxer Vorgang - der Cheftrainer von Borussia Dortmund erklärt, dass er mit allen zukünftigen Entscheidungen seiner Vereinsführung einverstanden ist. Wenn einem Budesliga-Coach das Vertrauen ausgesprochen wird, sollte er sich so langsam auf eine Entlassung vorbereiten. So schlimm wird es für die Entscheidungsträger des westfälischen Fußball-Bundesligisten zwar nicht kommen. Aber es signalisiert höchste Gefahr, wenn sogar der Trainer seine schützende Hand über das Präsidium halten muss. Das könnte auch ein kluger Schachzug von Sammer sein. Denn er wird gezwungen sein, in der nächsten Saison mit einem schlechteren Kader auszukommen. Und dann könnte auch er einen Vertrauensvorschuss gut gebrauchen.

Gruß Locke

Joerginho
27.01.2004, 12:03
@ BSHH

Bei der Prognose der Zuschauerzahlen, bin ich optimistischer bezgl. Dortmund. Gerade der HSV zeigte doch, dass sportlicher Misserfolg die Zuschauerzahlen nicht beeintraechtigt.

Mit was fuer einen Schnitt hatte Dortmund eigentlich kalkuliert ? Ich denke, zumidest in diesem Bereich duerfte sie erhebliche Zusatzeinnahmen haben, der Schnitt liegt doch bei ueber 70000.

Gruss Joerginho

y5
27.01.2004, 12:53
Bin wirklich mal gespannt, wie Dortmund den Hals aus der Schlinge ziehen will. Diese angebliche Hoeness-Ankuendigung in dem Spiegel-Artikel, der FCB waere bereit, dem BVB Spieler zu ueberhoehten Preisen abzukaufen um zu helfen, kann ja wohl nur ein schlechter Witz sein. Das riechts ausserdem wieder mal nach Betrug. Ich kann nur hoffen, dass die DFL solche Transfers genau untersuchen wird.
Ich denke mal, auch der ganze Hype um Rosicky wurde vom BVB-Management gestreut, um in Suedamerika-Manier auf den Spieler aufmerksam zu machen.
Ist Chelsea wirklich so bloed und zahlt 25 Mio fuer Rosicky ? Kann ich mir nicht vorstellen. Rosicky hatte 1 1/2 gute Saisons, seit 1,5 Jahren zeigt er aber wenig bis garnichts mehr. Ich halte z.B. Hleb aktuell fuer besser, warum sollte Chelsea also ausgerechnet Rosicky fuer eine riesige Summe verpflichten ? Aber Abramovic soll ja ein grosses Herz haben ...

y5
27.01.2004, 18:13
'Meier gesteht aktuelle Finanzprobleme bei Borussia Dortmund ein


Borussia Dortmunds Manager Michael Meier hat
erstmals eingeräumt, dass der Verein aktuelle finanzielle Probleme
hat. Die laufende Saison werde nur «mit zusätzlichen Effekten, wie
etwa Transfererlösen oder zusätzlichen Marketingerträgen»
finanzierbar sein, sagte Meier in einem Interview mit der
Süddeutschen Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Ein «Sanierungsfall» sei der
Club jedoch nicht. «Ich würde mich gar nicht gegen eine Sanierung
stemmen. Es gibt viele Begriffe, die die Situation beschreiben.
Sanierungsfall aber finde ich nicht angebracht. Dazu ist die Substanz
des Unternehmens einfach zu groß», meinte Meier.

Der Manager gestand ein, dass der von einem Verlust von 50
Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr bedrohte Club sich vor
allem an den Ausgaben für Spieler verhoben habe. «Vielleicht haben
wir zum falschen Zeitpunkt zu viel in Spieler investiert», meinte er.
Man habe das Risiko aber in Kauf genommen, um besonders die Ziele in
der Champions League zu verwirklichen. «Wer den Ehrgeiz hat, auf
dieser Klaviatur mitzuspielen, muss das Risiko akzeptieren», sagte
Meier.

In Zukunft müsse man sich an ein «Gehaltsvolumen von 30 bis
höchstens 50 Millionen Euro» gewöhnen - derzeit gibt Dortmund
mindestens 57 Millionen für Spielergehälter aus.

Quelle: dpa'

Hmm, hoert sich irgendwie anders an als Niebaum noch am So.... :D !

y5
27.01.2004, 18:47
Es wird immer besser. In folgenden SZ-Artikel ( Achtung, sehr lang, wohl auch Grundlage der DPA-Meldung ) gibt Meier offen zu, dass die Finanzierung der laufenden Saison nur durch Spielerverkaeufe gerettet werden kann. Damit faellt er ja auch seinem Chef in den Ruecken, der letzten Sonntag noch das GEgenteil behauptet hat. Sind das die ersten Aufloesungserscheinungen ? Auch bei den Banken wird es sicher nicht gut ankommen, wenn die Fuehrungsetage in der Oeffentlichkeit nicht eine genaue Linie vertritt.

"Wir sind kein Sanierungsfall"


Michael Meier, Manager von Borussia Dortmund, über die Finanzsituation des Fußball-Bundesligisten.




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Michael Meier, 54, ist seit 1989 für Borussia Dortmund tätig. Zunächst als geschäftsführendes Vorstandsmitglied, seit Oktober 2000 auch als Geschäftsführer der Borussia KG auf Aktien. Mit seinem Namen, wie dem des Präsidenten Gerd Niebaum, ist die Expansion des Vereins zur zweiten Wirtschaftskraft der Bundesliga neben dem FC Bayern verbunden –, aber auch die finanzielle Krise, in die die Borussia offenbar hinein manövriert wurde. Meier, der zunächst beim 1.FC Köln (1981 bis 1987) und dann bei Bayer Leverkusen (1987 bis 1989) im Management tätig war, spricht im folgenden Interview über die Finanzsituation des Tabellensechsten.

SZ: Herr Meier, wann haben Sie das erste Mal das Gefühl gehabt, dass Sie mit Borussia Dortmund in eine finanzielle Schieflage geraten?
Michael Meier: Zuerst war das nach dem Unentschieden im Mai gegen Energie Cottbus. Wir mussten ja, als Resultat des verfehlten zweiten Bundesliga-Platzes, in die Qualifikationsspiele zur Champions League. Obwohl wir die Qualifikation schon zweimal erfolgreich überstanden hatten, kann man rückblickend sagen: Das hätte der Zeitpunkt für Maßnahmen sein können. Wir haben aber dann das Risiko in Kauf genommen.

SZ: Sie haben Torwart Jens Lehmann an Arsenal London verkauft, kurz danach aber, wegen der Verletzungsserie, Spieler nachgekauft. Wann wussten Sie, dass die Sache aus dem Ruder läuft?
Meier: Zunächst haben wir im Einklang mit den Spielern den zwanzigprozentigen Gehaltsverzicht hingekriegt. Das hat es vorher nie irgendwo gegeben. Wir haben außerdem darauf gesetzt, zusätzliche Marketingerlöse zu erzielen, und wir haben darauf gesetzt, dass wir eine werthaltige Mannschaft haben.

SZ: Fest steht, dass Sie, um die Löcher zu stopfen, gerne jetzt, in der Winterpause, Spieler verkauft hätten.
Meier: Richtig ist: Der Markt ist derzeit nur offen für eine sehr begrenzte Anzahl von Spielern. Das heißt: Jeder, der derzeit mal einen für gutes Geld verkaufen kann, das glauben Sie mir bitte, der tut es. Der Verkauf von Spielern gehört ja nun zu den originären Einnahmefeldern eines Fußballvereins.

Zum falschen Zeitpunkt zu viel in Spieler investiert

SZ: Sie haben in den letzten Jahren mindestens 230 Millionen Euro an außerordentlichen Einnahmen gehabt. Börsengang, Stadionverkauf, Vermarktungsrechte, Namensrechte für Ihre Sportmarke goool.de an den Gerling-Konzern. Trotzdem müssen Sie jetzt noch Spieler verkaufen. Wie erklären Sie das?
Meier: Es ärgert mich, wenn uns nachgesagt wird, wir hätten Geld verbrannt. Wir haben auch Werte geschaffen. Wir hatten zum Zeitpunkt des Börsengangs im Oktober 2000 Verbindlichkeiten in Höhe von 72 Millionen Euro, davon rund 25 Millionen für das Stadion. Wir haben dann 130 Millionen aus dem Börsengang bekommen und davon erst mal 20 Prozent in unsere Kreditlinien zurück geführt. Das Bild bei Ihnen ist allerdings, dass wir nur Löcher gestopft haben. In Wahrheit haben wir aber auch unseren Besitz am Stadion auf 75 Prozent erhöht, haben Finanzanlagen gekauft, das Hotel Lennhof. Und wir haben Spieler gekauft. Vielleicht haben wir zum falschen Zeitpunkt zu viel in Spieler investiert.

SZ: Halten wir bitte mal fest, dass Borussia schon zum 30. Juni 2000, also kurz vor dem Börsengang, rund 50 Millionen Verbindlichkeiten aus vorherigen Spielertransfers und -gehältern hatte.
Meier: Vergessen Sie bitte nicht die Aktivseite der Bilanz. Wir hatten in den frühen neunziger Jahren im Vorgriff auf zu erwartende Einnahmen investiert. Und wir sind belohnt worden. 1993 haben wir unerwartet das Uefa-Cup-Finale erreicht und damals 25 Millionen Mark an Fernsehgeldern kassiert. Wir haben die internationalen Einnahmen immer wieder in die Mannschaft reinvestiert, aber auch in das Stadion. 2000 fanden wir uns dann aber in der Situation, dass wir praktisch eine neue Mannschaft brauchen.

SZ: In dem Jahr, also drei Jahre nach dem Champions-League-Sieg 1997, wären Sie beinahe abgestiegen.
Meier: Richtig. Man hatte uns nach dem Champions-League-Sieg gesagt: Ihr müsst jetzt vier, fünf Spieler auswechseln. Wir hatten damals vielleicht nicht die Reife, diesen Schnitt zu wagen. Im Nachhinein kann man sagen, dass ein Auswechseln uns damals rentabler und frischer gemacht hätte.

SZ: Aber wir waren im Jahr 2000. Wo genau lag der Knackpunkt?
Meier: Nachdem wir es 1997 verpasst hatten, die Mannschaft umzuformieren, standen wir 2000 am Abgrund. Die Situation damals, als wir fast abgestiegen wären, habe ich als noch dramatischer in Erinnerung als die heutige. Es war ein Alptraum. Dann bekamen wir mit dem Börsengang sehr viel Geld in die Hand und haben in einer Zeit hoch investiert, als der Transfermarkt noch intakt war.

SZ: Wir kommen jetzt zu der eigentlichen Phase des Geldverbrennens?
Meier: Wir haben kein Geld verbrannt. Aber wir haben zu einem Zeitpunkt hoch in den Kader investiert, von dem heute alle Schlaumeier wissen, wir inklusive, dass es der falsche Zeitpunkt war. Damals waren die Preise auf dem Höhepunkt. Seit der Kirch-Pleite müssen wir sagen: Das holt uns jetzt ein. Von Kirch hätte die Bundesliga dieses Saison 470 Millionen Euro bekommen – tatsächlich bekommen wir nur 290 Millionen. Seit dem berühmten Bosman-Urteil sind zudem Handgelder üblich geworden, die zu einer Kostenexplosion geführt haben.

SZ: Waren Sie nicht einfach zu wachstumsgläubig? Ihr Präsident Gerd Niebaum ist schon 2001 darauf hingewiesen worden, dass sich das Kirch-Desaster ankündigt. Da gab es längst das Desaster des Neuen Marktes. Er hat die Warnungen in den Wind geschlagen.
Meier: Lesen Sie mal Zitate aus den Zeiten, als die Champions League eingeführt wurde. Da standen noch ganz andere Summen im Raum. Oder Zitate über Kirch, noch kurz vor dessen Zusammenbruch. Aber unabhängig davon bin ich nach wie vor überzeugt: Wir holen uns unsere Investitionen wieder zurück. Das Interesse an Rosicky hat unter Beweis gestellt, dass unsere Mannschaft weiter großen Marktwert hat. Er wird heute auf über 100 Millionen Euro eingeschätzt.

SZ: Der rechnerische Wert der BVB-Mannschaft, den Sie ja als Eigenkapital verbuchen, ist doch rein virtuell. Wo keine Käufer sind, haben die Spieler de facto gar keinen oder einen weitaus geringeren Wert. Sie werden am Ende Spieler verschenken müssen, um sie von der Gehaltsliste zu bekommen.
Meier: Chelsea London sucht jedenfalls einen. Im Laufe der Saison haben schon viele Vereine Interesse an Spielern von uns bekundet.

Ich persönlich würde das Stadion auch lieber besitzen

SZ: Wenn wir das Eigenkapital des BVB mal weiter durchgehen: Das Stadion ist jedenfalls wieder weg, nachdem Ihnen 75 Prozent schon gehört haben.
Meier: Das Bardepot von ursprünglich 48,5 Millionen, das wir für den späteren Rückkauf des Stadions reserviert haben, das ist ja da. Es ist inzwischen auf 52 Millionen angewachsen. In unseren jährlichen Leasingraten für das Stadion sind außerdem alle Verbindlichkeiten enthalten, die wir aus dem Stadionausbau noch hatten. Wir hatten die letzte Ausbaustufe mit 25 Millionen fremdfinanziert. Aber das Stadion ist natürlich ein kolossaler Wert, der geschaffen wurde.

SZ: Das Stadion ist wunderbar. Aber es gehört nicht mehr dem BVB. Sie haben sich mit dem Doppelpack aus neuerlichem Stadionausbau und sehr teurer Mannschaft verhoben. Und deshalb das Stadion in einem komplizierten „Sale & lease-back“-Verfahren an eine Fondsgesellschaft abgegeben.
Meier: Die dritte Ausbaustufe hat 40 Millionen Euro gekostet, insgesamt sind 120 Millionen an Investitionen ins Stadion geflossen.

SZ: Wir nehmen Ihnen nicht ab, dass die extravagante Leasing-Lösung günstiger für den BVB kommt, als es eine brave Hypothekenlösung wie beim Häuslebauer gewesen wäre. Sie haben das Ganze gemacht, um sich durch den Verkauf Liquidität zu verschaffen.
Meier: Das hat keiner bestritten.

SZ: Viele Vereine besitzen inzwischen ihr Stadion. Das gibt Sicherheit. Gerade englische Klubs bauen ein Stadion nach dem anderen.
Meier: Ich persönlich würde, trotz aller Bedenken, das Stadion auch lieber besitzen.

Wir geben zu viel Geld für die Spielergehälter aus

SZ: Das Muster scheint in letzter Zeit immer dasselbe: Es gibt ein Vorziehen von Einnahmen, also von flüssigen Geldmitteln, auf Kosten einer immer höheren Kreditbelastung.
Meier: Das ist alles noch beherrschbar. Aber wir müssen uns in Zukunft, je nachdem, ob wir noch europäisch spielen, an ein Gehaltsvolumen von 30 bis höchstens 50 Millionen für die Mannschaft gewöhnen. Derzeit zahlen wir 57 Millionen.

SZ: Geben Sie zu viel für Spieler aus?
Meier: Ein klares Ja.

SZ: Warum?
Meier: Weil wir keine ausreichende Flexibilität mehr in unseren Gehältern haben. Die Höhe der Gehälter ist nur gerechtfertigt, wenn wir dauerhaft Champions League spielen. Sonst leider nicht. Das macht den Unterschied zum FC Bayern aus. Die haben relativ durchgängig Champions League gespielt – wir hatten zu viele Aussetzer. Das holt uns jetzt ein.

SZ: Wenn Ihre Bilanzen nicht lügen und man die Sondereffekte rausrechnet, etwa solche besonderen Erträge wie den Stadionverkauf, dann haben Sie selbst in einem Superjahr wie 2002/03 noch 25Millionen mehr ausgegeben, als sie im Normalbetrieb eingenommen haben.
Meier: Ich kann nicht mit 15 Millionen für die Mannschaft kalkulieren und dauerhaft Champions League spielen wollen. Wer den Ehrgeiz hat, auf dieser Klaviatur mitzuspielen, muss Risiken akzeptieren. Das gehört leider zum Geschäft.

SZ: Sie haben kürzlich gesagt, sie seien vom Naturell her eher ein Buchhalter, Gerd Niebaum sei ein Unternehmer, der sich auch mal was Waghalsiges traue. Hätten Sie mit dem vielen Börsengeld was anderes gemacht? Was auf die hohe Kante gelegt?
Meier: Ich lasse mich nicht auseinander dividieren. Es hat Vereinen immer gut getan, zwei unterschiedliche Pole in der Führung zu haben. Zum Unternehmen gehört mehr, als nur Business-Pläne zu schreiben. Aber ich frage mich natürlich schon mal: Warum kriegen wir die ganze Wucht des Problems ab?

SZ: Ihr Präsident hat vor einigen Tagen gesagt, er hoffe, auch ohne die berühmt gewordene Anleihe beim Londoner Finanzmakler Schechter die Saison zu Ende finanziert zu bekommen.
Meier: Mit zusätzlichen Effekten, wie etwa Transfererlösen oder zusätzlichen Marketingerträgen.

SZ: Würden Sie eine Schechter-Anleihe überhaupt noch bekommen?
Meier: Wir haben in Abstufung mehrere Optionen. Eine könnte Schechter sein. Die Verteufelung so einer Anleihe ist auch falsch. Es mag allerdings sein, dass die Addition aller Belastungen bei manchen den Eindruck erweckt, dass eine Anleihe ein Fehler wäre.

Wenn 30 Millionen Euro fehlen, wirft das alle Planungen über Bord

SZ: Die Befürchtung vieler BVB-Fans, dass Sie keine nennenswerten Reserven auf der hohen Kante haben, um die Einnahme-Ausfälle im Bereich von 30 bis 40 Millionen zu kompensieren, ist aber nachvollziehbar?
Meier: Wenn ihnen 30 Millionen Euro, also 60 Millionen alte Währung fehlen, ist die Situation schwierig. Das wirft alle Planungen, die man hatte, über Bord. Da muss man sich was einfallen lassen.

SZ: Warum gehen Sie nicht zur Bank und nehmen kurzfristig Kredit auf?
Meier: Wir kriegen schon Geld von der Bank, das ist ja bewiesen. Aber es ist, das wird ihnen jeder mittelständische Betrieb bestätigen, schwieriger geworden, sich über Banken zu finanzieren. Nicht nur für uns. Erst recht in dieser Größenordnung. Deswegen muss man auf andere Instrumente zurück greifen. Das könnte auch eine Anleihe sein.

SZ: Zu der Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und im Kicker über die Lage in Dortmund haben die Informationen aus dem Inneren des Klubs maßgeblich beigetragen. Zum Teil kamen sie von aktuellen oder ehemaligen Gremiumsmitgliedern, die sich offenbar keinen Rat mehr wussten, als ihr detailliertes Insiderwissen mitzuteilen. Sagt das nicht etwas über das Regime aus, das es im Verein geben muss?
Meier: Das ist ein möglicherweise ein Problem. Diese Lektion ist gelernt, denke ich. Aber Gremiumsmitglieder, die an die Öffentlichkeit gehen, verstoßen trotzdem gegen einen Kodex. Der Erfolg hat viele Väter – im Misserfolg dagegen fällt manchem auf, was ihm schon immer nicht gepasst hat. Wir könnten momentan wirklich ein geschlosseneres Erscheinungsbild brauchen.

SZ: Ist Borussia zur Zeit ein Sanierungsfall, wie es einige Fachleute in die Debatte werfen?
Meier: Ich würde mich gar nicht gegen eine Sanierung stemmen. Es gibt viele Begriffe, die die Situation beschreiben. „Sanierungsfall“ aber finde ich nicht angebracht. Dazu ist die Substanz dieses Unternehmens einfach zu groß. Mit einem glücklichen und geschickten Management kann man noch eine Geschäftspolitik hinbekommen, die den gewohnten Stellenwert des BVB weiterhin aufrecht erhält. Bei einem Sanierungsfall würde ich von einer völligen Umkehr ausgehen. Das hielte ich für übertrieben.




http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/588/25563/

E-Proll
27.01.2004, 19:23
Original geschrieben von PrivateParts
Es wird immer besser. In folgenden SZ-Artikel ( Achtung, sehr lang, wohl auch Grundlage der DPA-Meldung ) gibt Meier offen zu, dass die Finanzierung der laufenden Saison nur durch Spielerverkaeufe gerettet werden kann. Damit faellt er ja auch seinem Chef in den Ruecken, der letzten Sonntag noch das GEgenteil behauptet hat. Sind das die ersten Aufloesungserscheinungen ? Auch bei den Banken wird es sicher nicht gut ankommen, wenn die Fuehrungsetage in der Oeffentlichkeit nicht eine genaue Linie vertritt.


Ja, so langsam kommt Licht ins Dunkel.
Und wenn der BVB jetzt schon streut, dass er Spieler verkaufen muss, dann ist das kein gutes Zeichen. Zumal der Markt momentan nicht viel hergibt.

Einzig das Angebot von Chelsky könnte da viel Geld in die Kasse spülen, aber ich frage mich ernsthaft, warum Chelsky ausgerechnet auf Rosicky kommen sollte?
Dass er billig zu haben sein wird, kann kaum der Beweggrund sein bei einem Ölmilliardär. Und von der spielerischen Klasse Rosickys habe ich in der letzten Zeit auch nicht mehr allzu viel gesehen. Der würde uns zwar sofort weiterhelfen, aber absolute internationale Klasse hatr Rosicky noch nicht.

Außerdem sind die Spieler vom BVB doch auf internationalem Parkett schon lange nicht mehr spektakulär in Erscheinung getreten. Bleibt eigentlich nur noch die EM.

E-Proll
27.01.2004, 19:31
Original geschrieben von Joerginho
@ BSHH

Bei der Prognose der Zuschauerzahlen, bin ich optimistischer bezgl. Dortmund. Gerade der HSV zeigte doch, dass sportlicher Misserfolg die Zuschauerzahlen nicht beeintraechtigt.

Mit was fuer einen Schnitt hatte Dortmund eigentlich kalkuliert ? Ich denke, zumidest in diesem Bereich duerfte sie erhebliche Zusatzeinnahmen haben, der Schnitt liegt doch bei ueber 70000.

Gruss Joerginho

Vergiss dabei nicht, dass der BVB in den letzten Jahren eine ziemliche Erwartungshaltung beim Anhang geweckt hat. Das kann man von unserem Verein nicht gerade behaupten.
Klar, der harte Kern wird schon noch kommen, aber die ganzen Familien usw. mit denen sich ein solch riesen Stadion erst rechnet?

Gerade im Bereich VIP-Logen, Werbung usw. wird nicht nach Vereinstreue sondern Marktwert entschieden. Und wenn der BVB wirklich die Pleite mal gerade so abwendet, könnte dieser ziemlich sinken.

y5
27.01.2004, 19:33
Interessant finde ich auch die Bemerkung, dass die Gehaltskosten auf eine Spanne zw. 30 und 50 Mio runtergefahren werden muessten. Eine ziemlich grosse Spanne, oder :D ?
Wenn die Wirklich in einen Bereich von 30 Mio kommen wollen, muessten sie nicht nur 2 oder 3 Stars verkaufen, sondern gleich die halbe Mannschaft.

Der ehemalige BSHH
27.01.2004, 21:03
@ PrivareParts:

Vielen Dank für das ausführliche und hoch interessante Interview. Dass Meier nun ausgerechnet der SZ, die sich durch äußerst kritische und forsche Berichterstattung hervorgetan hat, relativ offen Rede und Antwort steht, stellt aus meiner Sicht einen erheblichen Wechsel in der Art der Problembewältigung dar. Außerdem ist es auffällig, wie wenig Meier der SZ hinsichtlich der Fakten und daten widerspricht, er versucht hauptsächlich die Wertung zu beeinflussen.

Die Einschätzung, Dortmund sei kein Sanierungsfall, teile ich allerdings nicht: Auch nach seiner Definition, der Umkehr der Geschäftspolitik, ist Dortmund ein solcher, denn die seit Anfang der 90er Jahre betriebene Politik der Investion und Reinvestion von dadurch erzielten Erlösen muss der BVB nun aufgeben und sich von Spielern oder Vermögensgegenständen trennen. Aber das ist bloß Semantik. Tatsächlich herausheben möchte ich zwei Aspekte:

1. Illiquides Kapital

Auch aus Meiers Einlassungen wird m.E. deutlich, auf was für tönernen Beinen die behauptete Vermögenslage steht. Zum einen kolportiert Meier eine Schätzung des Mannschaftswerts von "über € 100 Mio.". Etwa sechs Tage vor Schließung der Transferliste hat Dortmund aber keinen Cent an Ablösen erwirtschaften können, auch ein Rosicky-Transfer scheint kein heißes Thema mehr zu sein. Tatsächlich wird man sich in Dortmund glücklich schätzen müssen, innerhalb von zwei Jahren knapp die Hälfte der € 100 Mio. an Ablösen zu erreichen. Und selbst wenn es sich bei den Transferrechten der Spieler um beträchtliche Werte handelt, werden sie ab dem 03.02.2004 nicht mehr liquide sein.

Gleiches gilt für das angesparte Guthaben von ca. € 55 Mio., das Meier ebenfalls betont. Dieses Geld wird über Jahre als Vermögen des BVB bilanziert werden, aber verfügbar ist es nicht. Da Dortmund aber wegen der hohen Fixkosten (Gehälter, Stadionpacht) Liquiditätsprobleme drohen, ist Meiers Verweis auf die Bilanz wenig beachtlich.

2. Sanierung

Die Sanierung über eine Kürzung der Gehälter -einen anderen Weg sieht ja auch Meier nicht- wird wegen der Vertragslaufzeiten erst in zwei Jahren wirksam werden, sofern die Spieler keinen weiteren radikalen Gehaltskürzungen zustimmen oder en gros abgegeben werden. Gerade 2004 laufen wenige wirklich teure Verträge beim BVB aus, höchstens Dede, den Dortmund wegen des Vertragsendes 2005 ohnehin abgeben muss, um noch eine Ablöse zu erzielen, und der geliehene Conceicao werden das Budget merklich entlasten, zumal Reuter gehalten werden soll. Ob die Spieler einem weiteren Gehaltsverzicht zustimmen werden, ist außerdem ungewiss.

@ Joerginho & E-Proll:

Natürlich zeigen die Auslastungszahlen beim HSV, dass zu einem vollen Stadion nicht unbedingt große Erfolge nötig sind. Dabei ist aber auch zu berücksichtigen, dass laut Sportfive Hamburg mit relativ hohen Sponsoreneinnahmen als positiver Sonderfall anzusehen ist. Außerdem erzielt der HSV einen Schnitt von allenfalls 50.000, in Dortmund müssten immerhin 66% mehr als diese 50.000 dauerhaft ins Stadion kommen.

Der Hinweis auf die jahrelang geschürte Erwartungshaltung ist m.E. zutreffend, zumal auch die Abstürze mit Ausnahme einer Katastrophensaison nie so gravierend waren. Aber auch in guten Zeiten zeigen sich in Europapokalspielen gegen unattraktive Gegner die Grenzen der Begeisterung: Gegen Sochaux kamen nur rund 40.000 Zuschauer. Werden es in den nächsten Jahren gegen 1860, Wolfsburg und Rostock wirklich doppelt so viele?

Gruß,
BSHH

E-Proll
28.01.2004, 08:22
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH


Gute Wertung, wäre mir gar nicht aufgefallen.

[b]

1. Illiquides Kapital

Auch aus Meiers Einlassungen wird m.E. deutlich, auf was für tönernen Beinen die behauptete Vermögenslage steht. Zum einen kolportiert Meier eine Schätzung des Mannschaftswerts von "über € 100 Mio.". Etwa sechs Tage vor Schließung der Transferliste hat Dortmund aber keinen Cent an Ablösen erwirtschaften können, auch ein Rosicky-Transfer scheint kein heißes Thema mehr zu sein. Tatsächlich wird man sich in Dortmund glücklich schätzen müssen, innerhalb von zwei Jahren knapp die Hälfte der € 100 Mio. an Ablösen zu erreichen. Und selbst wenn es sich bei den Transferrechten der Spieler um beträchtliche Werte handelt, werden sie ab dem 03.02.2004 nicht mehr liquide sein.

Gleiches gilt für das angesparte Guthaben von ca. € 55 Mio., das Meier ebenfalls betont. Dieses Geld wird über Jahre als Vermögen des BVB bilanziert werden, aber verfügbar ist es nicht. Da Dortmund aber wegen der hohen Fixkosten (Gehälter, Stadionpacht) Liquiditätsprobleme drohen, ist Meiers Verweis auf die Bilanz wenig beachtlich.


Letzteres "Guthaben" wird der BVB nach meiner Einschätzung im Zweifel nutzen können, um einerseits kurzfristige Illiquidität zu überbrücken. Bei längerfristigen Verpflichtungen, wird dr BVB dieses Depot auflösen können und damit auf die Option das Stadion zurückzuerwerben verzichten. Allerdings dürfte der Stadionwert ggü. den Baukosten äüßerst gering sein: Das Ding gilt vielleicht als "Fussballtempel" es ist aber, ganz im Gegensatz zu Schalke, dem VP und sogar dem Weserstadion einzig für Fussball zu gebrauchen.

Und dann noch eine Anmerkung zu der Zahl "50% fliessen in Spielergehälter" eine stets konstante Zahl beim BVB: Gerade in dieser Zahl sehe ich das groesste Problem in den folgenden Jahren. Spielergehälter kann man, unter Verlust von sportlicher Substanz, relativ schnell runterfahren. Eine aufgeblähte Verwaltung personell zu reduzieren wird viel länger vermutlich viel länger dauern. Und ist, idR, einfach unsinnig investiertes Kapital...

HSV-Süd
28.01.2004, 09:23
Aus sport1.de:

Verein aber kein "Sanierungsfall"

München - Borussia Dortmunds Manager Michael Meier hat eingestanden, dass der BVB in akuten finanziellen Problemen steckt.

Die laufende Saison könne der Klub nur "mit zusätzlichen Effekten, wie etwa Transfererlösen oder zusätzlichen Marketingerträgen" überstehen, so Meier zur "Süddeutschen".

Der BVB sei kein "Sanierungsfall", aber "vielleicht haben wir zum falschen Zeitpunkt zu viel in Spieler investiert", erklärte Meier. Allerdings sei nur mit Risiko der internationale Erfolg möglich.

Irgendwie seltsam: Trotz erheblichem Einsatz finanzieller Mittel hat es Dortmund nicht geschafft, sich ganz oben zu etablieren.

Joerginho
28.01.2004, 09:26
Das wird im Fussballtreff diskutiert, Dortmund/Finanzkrisen Thread

http://www.hsv-pinnwand.de/forum/forumdisplay.php?s=&forumid=43

Gruss Joerginho

HSV-Süd
28.01.2004, 09:31
Original geschrieben von Joerginho
Das wird im Fussballtreff diskutiert, Dortmund/Finanzkrisen Thread

http://www.hsv-pinnwand.de/forum/forumdisplay.php?s=&forumid=43

Gruss Joerginho

Das mag schon sein.
Aber ich kann nicht in mehreren Foren lesen, irgendwann muss ja auch gearbeitet werden ! ;)

y5
28.01.2004, 10:07
von Sport 1 :

"News
Atempause für BVB - Anleihe in dreistelliger Millionenhöhe perfekt



München - Atempause für die finanziell angeschlagene Borussia aus Dortmund.

Der Londoner Finanzmakler Stephen Schechter bestätigt in der "Zeit", dass er dem BVB eine Anleihe von über 100 Millionen Euro vermittelt hat.

Die Westfalen werden offensichtlich einen Teil ihrer Einnahmen Sicherheit verpfänden. Der Vertrag sei zwar noch nicht unterschrieben, aber die Geldgeber hätten sich schon verpflichtet mitzuspielen. Dortmund soll das Geld erhalten, um die Löcher der laufenden Saison zu stopfen."

Damit haben sie den Kopf wohl zunaechst noch einmal aus der Schlinge gezogen. Der BVB hat sich damit aber inkl. Stadionpacht einen Festkostenblock von gut 26 Mio Euro p.a. einbrockt ( 16 Mio Stadion + 10 Mio Anleihe Zins+Tilgung, zumindest waren diese Zahlen frueher in der Presse zu lesen ).
Dummerweise koennten sie alles freundlicher gestalten, wenn sie nun doch noch die CL erreichen. Wollen wir hoffen, dass der BVB abstuerzt...

JimmyDean
28.01.2004, 10:11
heftig! bald ist der komplette pott verpfändet :eek:

beten wir nur einfach, dass es bei uns niemals (!!!) soweit kommen wird! hsvklatsch

Oma
28.01.2004, 10:20
Im Pott gibts keine Kohle mehr, schalalalalala... hsvklatsch hsvklatsch hsvklatsch

Joerginho
28.01.2004, 10:56
Original geschrieben von PrivateParts


Wollen wir hoffen, dass der BVB abstuerzt...


Da bin ich sehr zuversichtlich. Schade, dass es keine Puts auf die Dortmundaktie zu kaufen gibt, ich wuerde glatt investieren :D

Gruss Joerginho

AufschwungNord
28.01.2004, 11:10
Original geschrieben von PrivateParts
von Sport 1 :

"News
Atempause für BVB - Anleihe in dreistelliger Millionenhöhe perfekt



München - Atempause für die finanziell angeschlagene Borussia aus Dortmund.

Der Londoner Finanzmakler Stephen Schechter bestätigt in der "Zeit", dass er dem BVB eine Anleihe von über 100 Millionen Euro vermittelt hat.

Die Westfalen werden offensichtlich einen Teil ihrer Einnahmen Sicherheit verpfänden. Der Vertrag sei zwar noch nicht unterschrieben, aber die Geldgeber hätten sich schon verpflichtet mitzuspielen. Dortmund soll das Geld erhalten, um die Löcher der laufenden Saison zu stopfen."

Damit haben sie den Kopf wohl zunaechst noch einmal aus der Schlinge gezogen. Der BVB hat sich damit aber inkl. Stadionpacht einen Festkostenblock von gut 26 Mio Euro p.a. einbrockt ( 16 Mio Stadion + 10 Mio Anleihe Zins+Tilgung, zumindest waren diese Zahlen frueher in der Presse zu lesen ).
Dummerweise koennten sie alles freundlicher gestalten, wenn sie nun doch noch die CL erreichen. Wollen wir hoffen, dass der BVB abstuerzt...

Die Lösungen von heute sind die Probleme von morgen. :rolleyes:

Wenn BVB/S04 die nächsten Jahre nich permanent international spielen und dort regelmäßig weit kommen, dann ist im Ruhrgebiet die Kacke am Dampfen.

Kasseläner
28.01.2004, 11:11
Ist doch egal. Einfach zusammen legen!

Schön übrigens, dass die Herren BVB-Offiziellen nun doch Schritt für Schritt die Inhalte dieses ersten Artikels in der Süddeutschen zugeben (müssen) ...

Mal sehen, wann sie zugeben, gescheitert zu sein?!

y5
28.01.2004, 11:14
Original geschrieben von Joerginho
Da bin ich sehr zuversichtlich. Schade, dass es keine Puts auf die Dortmundaktie zu kaufen gibt, ich wuerde glatt investieren :D

Gruss Joerginho

Jede Wette, dass die Banken den Schrott schon seit Jahren leer verkaufen :D !
Der gewoehnliche Anleger bzw. BVB-Fan muss ja abgezockt werden....

Forza Hamburgo
28.01.2004, 11:28
Dede gibt noch mehr Anlass für Spekulationen:

München - Dede hat seinen Verein Borussia Dortmund aufgefordert, den Spielern konkrete Auskünfte über die finanzielle Situation des Vereins zu geben.

Er wolle wissen, "wo das ganze Geld geblieben ist und wie es mit der Borussia - sportlich und finanziell - in Zukunft weitergeht", sagte der brasilianische Verteidiger in einem Interview mit der "Sport Bild".
"Seit zwei Jahren werden keine Prämien mehr gezaht. Trotzdem fehlt plötzlich die Kohle. Das kapiert doch kein Mensch", meinte Dede.

http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/News/Fussball/Bundesliga/Meldungen/fus_20bun_20dede_20fordert_20auskunft_20mel.html

Kasseläner
28.01.2004, 11:35
Bin gespannt, wie das Ganze ausgeht!

Vielleicht (!!) haben wir bald die erste SPEKTAKULÄRE Pleite im deutschen Profi-Fußball! Immer die Vereine, die an die Börse gegangen sind ... (Doofmund, Lazio, Parma usw.)

Tommek
28.01.2004, 11:42
http://www.netzeitung.de/sport/bundesliga/270786.html

Dede will Aufklärung! Die Spieler bangen schon um ihr Gehalt!

Joerginho
28.01.2004, 11:54
http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?caldate=28.01.2004&folder=3000&object=293826&liga=1&saison=2003/04&spieltag=18

Schaut mal die ueberschrift :D
Die Zahl ist ja noch viel hoeher als gedacht, 100 000 000 Millionen, das duerfte im Trilliardenbereich liegen oder ? :D

Dagegen ist unser Staat ja vermoegend...

Gruss Joerginho

BeXXon
28.01.2004, 12:47
Original geschrieben von Joerginho
http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?caldate=28.01.2004&folder=3000&object=293826&liga=1&saison=2003/04&spieltag=18

Schaut mal die ueberschrift :D
Die Zahl ist ja noch viel hoeher als gedacht, 100 000 000 Millionen, das duerfte im Trilliardenbereich liegen oder ? :D

Dagegen ist unser Staat ja vermoegend...

Gruss Joerginho

Hä?? :confused: Da steht 100.000.000 - Anleihe. Ist doch korrekt. Das sind 100 Mio EUR. Oder haben die die Überschrift inzwischen korrigiert?

Forza Hamburgo
28.01.2004, 13:11
Haben sie geändert, hier der Text, der noch vor ner Stunde drin stand:


Schechter bestätigt 100.000.000-Millionen-Anleihe

Die finanziell angeschlagene Dortmunder Borussia kann sich offensichtlich eine finanzielle Atempause verschaffen.
Die finanziell angeschlagene Dortmunder Borussia kann sich offensichtlich eine finanzielle Atempause verschaffen. Wie der Londoner Finanzmakler Stephen Schechter in der Wochenzeitung "DIE ZEIT" bestätigt, habe er dem Bundesligsiten eine Anleihe von über 100 Millionen Euro vermittelt: "Die Finanzierung ist gesichert."
Schechter hat schon mehrere Geschäfte dieser Art mit Fußballvereinen abgeschlossen, bei denen die Klubs einen Teil ihrer Einnahmen über zwanzig bis dreißig Jahre als Sicherheit verpfänden. Die Geschäftsführer des BVB fühlten bei Schechter schon vor einem Jahr vor. Der Vertrag sei zwar noch nicht unterschrieben, aber die Geldgeber hätten sich schon verpflichtet mitzuspielen. "Ich habe beste Verbindungen zu rund 120 Finanzinstituten in New York und London", sagt Schechter auf die Frage, woher das Geld komme.
Nachdem die Westfalen in dieser Saison die Champions League Hauptrunde in der Qualifikation verfehlt hatten und im UEFA-Cup in Runde zwei gescheitert sind, droht für das laufende Geschäftsjahr ein Verlust von 50 Millionen Euro. ?Vielleicht haben wir zum falschen Zeitpunkt zu viel in Spieler investiert?, konstatierte Meier und sieht in den hohen Ausgaben für die Spieler das Problem der Borussia. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten sieht Meier Dortmund nicht als Sanierungsfall. "Dazu ist die Substanz des Unternehmens einfach zu groß?, sagte Meier.
Am Dienstag hatte Dortmunds Manager Michael Meier gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärt, dass die laufende Saison nur ?mit zusätzlichen Effekten, wie etwa Transfererlösen oder zusätzlichen Marketingerträgen? finanzierbar wäre. Mittlerweile hat Meier aber diesen Aussagen teilweise revidiert: ?Die verkürzte Form gibt meine Aussagen in diesem Interview unzureichend wider. Zusätzliche Maßnahmen im Marketing- und Transferbereich werden für die Finanzierung der Saison 2004/2005 angestrebt.?

Tommek
28.01.2004, 14:48
Barcelona nimmt Kredit über 150 Millionen Euro auf

Barcelona (dpa) - Der hoch verschuldete spanische Fußball-Erstligist FC Barcelona hat einen Kredit über 150 Millionen Euro aufgenommen. Das Darlehen ermögliche es den Katalanen, die Rückzahlung von Schulden um etwa zehn Jahre zu verschieben, berichtete die Nachrichtenagentur EFE. Zugleich erhalte der Club Spielraum für die Verpflichtung neuer Spieler.

«Barça» will im Sommer 50 Millionen Euro in die Verstärkung des Profi-Kaders investieren. Der 16-malige spanische Meister hat einen Schuldenberg von etwa 180 Millionen Euro angehäuft. Zur Aufnahme des neuen Kredits schloss er ein Übereinkommen mit einem Bankenkonsortium unter der Führung der Sparkassenkette La Caixa.

orki
30.01.2004, 21:22
Schöner Artikel in der Zeit: Die Größenwahn AG (http://www.zeit.de/2004/06/Borussia)

Besonders hübsch: "Ein Gutachten stellt klar, einstürzen kann das Stadion nicht, aber Haarrisse sind zu befürchten. Die Leute sollen bitte sitzen bleiben, beim Fußball tun sie das zum Glück, seit Stadionsprecher Norbert Dickel nicht mehr das Lied Hey, Pippi Langstrumpf spielt, zu dem die Zuschauer gerne auf und ab sprangen."
:D

orki
01.02.2004, 16:47
Original geschrieben von E-Proll
Letzteres "Guthaben" wird der BVB nach meiner Einschätzung im Zweifel nutzen können, um einerseits kurzfristige Illiquidität zu überbrücken. Bei längerfristigen Verpflichtungen, wird dr BVB dieses Depot auflösen können und damit auf die Option das Stadion zurückzuerwerben verzichten. Allerdings dürfte der Stadionwert ggü. den Baukosten äüßerst gering sein: Das Ding gilt vielleicht als "Fussballtempel" es ist aber, ganz im Gegensatz zu Schalke, dem VP und sogar dem Weserstadion einzig für Fussball zu gebrauchen.

Vor 2017 kann Dortmund dieses Depot aber wohl nicht auflösen, weil es verpfändet ist.
S.20 "Verpfändungsvertrag" (http://www.cfb-fonds.de/testmpr/cfb/pdfs/cfb144prospekt.pdf)

E-Proll
01.02.2004, 20:57
Original geschrieben von orki
Vor 2017 kann Dortmund dieses Depot aber wohl nicht auflösen, weil es verpfändet ist.
S.20 "Verpfändungsvertrag" (http://www.cfb-fonds.de/testmpr/cfb/pdfs/cfb144prospekt.pdf)

Ähem, das lese ich mir jetzt nicht alles durch...

Aber meinst Du nicht, dass es am Ende nicht die Möglichkeit gibt, dieses Depot aufzulösen und - eventuell mit Verlust - die Option zu "verkaufen"?

Das wäre langfristig zwar fahrlässig, würde aber die Liquiditätsproblematik kurzfristig beheben.

Der ehemalige BSHH
02.02.2004, 12:23
Der kicker berichtet, Schechter habe die Bereitstellung der Anleihe als unrichtig bezeichnet. Der ganze Artikel (folgt am Beitragsende) ist im Hinblick auf den zurückhaltenden Stil des kicker eine recht harte Abrechnung, garniert mit einer weiteren Wahnsinnszahl hinsichtlich einer Trainertrennung:eek:.

Gruß,
BSHH

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Dortmund: Seit sieben Bundesligaspielen ohne Sieg - Schechter dementiert die Millionen-Anleihe

Zumindest für ein paar Tage durfte sich die von Katastrophenmeldungen gequälte Fangemeinde fühlen, als sei im tiefsten Dunkeln ein Licht angeknipst worden. Investmentbanker Stephen Schechter (59) stelle ein Anleihe von 100 Millionen Euro bereit, verlautete vorige Woche, und diese, mit wörtlicher Rede des Amerikaners gewürzte Nachricht deutete Manager Michael Meier mit einem freundlichen Gruß an alle journalistischen Management-Kritiker als Beleg dafür, "dass Borussia Dortmund kein Sanierungsfall ist."

Überhaupt nicht gefallen wird Meier nun, dass sich Schechter am Wochenende aus New York zu Wort meldete und folgendes Dementi formulierte: "Ich verstehe nicht, wie es zu diesen Zitaten kommt. Ich habe weder mit dem Klub und schon gar nicht mit Journalisten über die Anleihe geredet. Von einem unterschriftsreifen Vertrag habe ich nie gesprochen. Auch nicht von einer Summe von 100 Millionen Euro. Das ist erfunden."

Wer diesen offenkundigen Widerspruch - freudige Bestätigung auf der einen Seite, verständnisloser Widerruf auf der anderen - aufzulösen versucht, stößt in einem verwirrenden Durcheinander auf manche Ungereimtheit. Hat Schechter das Interesse an dem Megadeal verloren? Bekommen seine Investoren kalte Füße, weil zu offenkundig ist, dass Dortmund mit den in zwei Tranchen vorgesehenen Millionen den Finanzinfarkt vermeiden will? Funktioniert die Kommunikation zwischen BVB-Management und dem Londoner Geldbeschaffer so, wie es unter Geschäftspartnern üblich sein sollte?

In Dortmund regiert das Chaos. Eine leblose Mannschaft und ein in seinem Denken erschöpfter Verwaltungsapparat vermitteln den Eindruck totaler Handlungsunfähigkeit. Überzeugende Konzepte, um die Not dieser Tage zu meistern, fehlen. Die Bedrängnis, in die Borussia Dortmund geraten ist, paralysiert den Verein mitsamt seiner handelnden Personen.Zum Thema

Beginnen wir mit der Mannschaft, deren geschmacklose Vorrunden-Darbietungen in der Winterpause kritisch aufgearbeitet werden sollten, mit Sportmanager Michael Zorc an der Spitze dieser investigativen Bewegung. Bewirkt hat sie so wenig wie die meisten Bundestags-Kommissionen, nämlich nichts. Der Fußball, den die Borussia am Freitag anbot, besaß hohen Wiedererkennungswert, weil er stilistisch die bekannten Grusel-Elemente erneut zusammenführte: Schwerfälligkeit, eine tumbe Taktik und Spieler, die seltsam reserviert ihrem Beruf nachgehen. Die vielleicht wollen, aber nicht können. Die über glänzende Ausdauerwerte verfügen, aber nicht spritzig sind. Die sich durch die Mitte quälen und die Außenbahnen ignorieren.

Alles wie gehabt in Dortmund, wo die 90 Minuten gegen Schalke jede Lust auf weitere Begegnungen mit dieser sterilen Zweckgemeinschaft abtöteten. Matthias Sammer, der Anführer dieser gleichermaßen vermögenden (materiell) wie unvermögenden (fußballerisch) Profis, redete am Samstag wieder fast eine Stunde auf sie ein. Das macht er häufiger, fachlich fundiert, stark in der Analyse. Sammers Auditorium hört andächtig zu, nickt brav und gelobt Besserung (die manchmal auch kommt). Trotzdem quält den Fußball-Lehrer die Frage, woher diese rätselhafte Abgestumpftheit rührt, die unentschuldbare Unzulänglichkeiten kultiviert und dauerhafte Fortschritte verhindert.

Ist Sammer deshalb, wie Bild am Sonntag titelte, "vor dem Aus"? Mit dem Hinweis, dass es "hier um meinen Job und nicht um Ihren" gehe, fauchte Sammer in der Halbzeit des 123. Revier-Derbys Spielleiter Herbert Fandel an. Dass bei diesem Zusammenstoß die Emotionen wie glühende Lava aus ihm herausströmten, dafür entschuldigte sich der Trainer, "das war unnötig und sollte nicht passieren": Gleichwohl zeigt diese Begebenheit, dass - wie der kicker schon vor Wochen berichtete - der Druck auf Sammer zugenommen hat.

Was ihn neben seinem unbestrittenen Sachverstand im Amt hält, ist die Laufzeit seines Vertrages (bis 2006). Eine Trennung vom Trainer würde Dortmund rund acht (!) Millionen Euro kosten.

orki
02.02.2004, 14:44
Original geschrieben von E-Proll
Ähem, das lese ich mir jetzt nicht alles durch...

Aber meinst Du nicht, dass es am Ende nicht die Möglichkeit gibt, dieses Depot aufzulösen und - eventuell mit Verlust - die Option zu "verkaufen"?

Das wäre langfristig zwar fahrlässig, würde aber die Liquiditätsproblematik kurzfristig beheben.
Nun ja, die Fondsgesellschaft hat ein Andienungsrecht. Borussia Dortmund hat unwiderruflich angeboten zum 31.12.2017 das Stadion für 80,7 Mio. € zu kaufen. Das Bardepot dient zur Absicherung dieser Ansprüche der Fondsgesellschaft und ist an diese verpfändet.
Die Fondsgesellschaft hat die Option das Angebot nicht anzunehmen, aber warum sollte sie das tun ?

Der ehemalige BSHH
02.02.2004, 14:59
Original geschrieben von orki
Nun ja, die Fondsgesellschaft hat ein Andienungsrecht. Borussia Dortmund hat unwiderruflich angeboten zum 31.12.2017 das Stadion für 80,7 Mio. € zu kaufen. Das Bardepot dient zur Absicherung dieser Ansprüche der Fondsgesellschaft und ist an diese verpfändet.
Die Fondsgesellschaft hat die Option das Angebot nicht anzunehmen, aber warum sollte sie das tun ?

Den avisierten Kaufpreis von € 80,7 Mio. halte ich aber für äußerst niedrig. Wäre es nicht denkbar, dass die Fondsgesellschaft Gefallen daran findet, das Stadion weiter zu behalten und mit dem BVB eine Festmiete von schätzungsweise € 7,5 Mio. p.a. nebst Rückkaufoption zu eine deutlich marktgerechteren Preis zu vereinbaren?

Gruß,
BSHH

osyruz
02.02.2004, 15:00
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
.. Der ganze Artikel (folgt am Beitragsende) ist im Hinblick auf den zurückhaltenden Stil des kicker eine recht harte Abrechnung...


Bei aller Schadenfreude finde ich, dass dieser Artikel sowohl unsachlich geschrieben ist, als auch von schlechtem Stil zeugt. So schlimm war die Leistung des BVB nun auch wieder nicht - hätten S04 unter normalen Umständen schließlich zumindest 2 Tore eingeschenkt... aber gut, solange die Herren Meier und Niebaum einen vor den Latz geknallt bekommen, soll es mir natürlich trotzdem recht sein :D

Joerginho
02.02.2004, 15:27
Mit der Verpflichtung Thiagos http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?caldate=02.02.2004&folder=3000&object=294114&liga=1&saison=2003/04&spieltag=18 zeigt Dortmund wohin die Transferpolitik in Zukunft geht.

Fraglich ob dazu ein Trainer mit dem Gehalt Sammers notwendig ist ?

Schaut man auf das Programm der naechsten Wochen scheint sich dieses Problem aber bald von alleine zu loesen.

Zunaechst gehts zwei mal auswaerts bei den heimstarken Woelfen und Loewen, dann ein machbares Heimspiel gegen Koeln, ehe es dann zum Tabellenfuehrer nach Bremen geht und dann der VFB zu Gast ist.....

Gut?, dass Dortmund schon 10 Punkte Vorsprung auf einem Abstiegsplatz hat, obwohl diese 10 punkte auch schon weniger sind als der Rueckstand zum Saisonziel Champions League, wovon noch vor einer Woche ausgegangen worden ist....

Gruss Joerginho

orki
02.02.2004, 15:35
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Den avisierten Kaufpreis von € 80,7 Mio. halte ich aber für äußerst niedrig. Wäre es nicht denkbar, dass die Fondsgesellschaft Gefallen daran findet, das Stadion weiter zu behalten und mit dem BVB eine Festmiete von schätzungsweise € 7,5 Mio. p.a. nebst Rückkaufoption zu eine deutlich marktgerechteren Preis zu vereinbaren?

Gruß,
BSHH

Offentsichtlich hat die Fondsgesellschaft gefallen daran gefunden, vertraglich festzulegen, dass bei einer Ablehnung des Kaufangebotes sich der Nutungsvertrag bis zum 30.6.2025 verlängert ( also zwischen 14,6 u. 17,5 Mio. € Miete p.a. ).
2025 hat der BVB dann die Option das Stadion für 42,8 Mio. € zu kaufen.
Der relativ niedrige Rückkaufpreis rührt daher, dass es für die Anteilseigner steuerlich sehr ungünstig wäre, aus dem Verkauf der Immobilie einen Veräußerungsgewinn zu erzielen, der Rückkaufpreis entspricht dem steuerlichen Restbuchwert.

Der ehemalige BSHH
02.02.2004, 15:52
Original geschrieben von orki
Offentsichtlich hat die Fondsgesellschaft gefallen daran gefunden, vertraglich festzulegen, dass bei einer Ablehnung des Kaufangebotes sich der Nutungsvertrag bis zum 30.6.2025 verlängert ( also zwischen 14,6 u. 17,5 Mio. € Miete p.a. ).
2025 hat der BVB dann die Option das Stadion für 42,8 Mio. € zu kaufen.
Der relativ niedrige Rückkaufpreis rührt daher, dass es für die Anteilseigner steuerlich sehr ungünstig wäre, aus dem Verkauf der Immobilie einen Veräußerungsgewinn zu erzielen, der Rückkaufpreis entspricht dem steuerlichen Restbuchwert.

Dann dürfte ja die Insolvenzgefahr in Dortmund gebannt sein: Was bleibt der Fndsgesellschaft anderes übrig, als -notfalls durch Stundung oder Erlass- den BVB am Leben zu erhalten? Das auf Fußball ausgelegte Stadion ist kaum von Wert ohne einen BVB, der dort regelmäßig spielt. Ob die Fondsgesellschaft aber auch so spendabel sein wird, dem BVB wieder einen teuren Kader zu gestatten, halte ich für zweifelhaft.

@ Joerginho:

Thiago mag ein talentierter Spieler sein, aber ob er dem BVB jetzt hilft, noch unter die ersten 6 zu kommen? Er wäre nicht der erste Brasilianer, der im Winter in Deutschland Anlaufschwierigkeiten zeigt.

Zur Trainerfrage denke ich, dass Niebaum und Meier schon in der Vergangenheit eher spät zum Mittel der Trainerentlassung gegriffen haben. So sind Scala, Skibbe oder Krauss gemessen an den Maßstäben der BL gewiss nicht früh von ihrer Aufgabe entbunden worden. Sammer hat sicherlich noch die halbe Rückrunde Kredit und würde nur entlassen werden, wenn Dortmund tatsächlich in Abstiegsnähe kommt.

Gruß,
BSHH

orki
02.02.2004, 19:45
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Dann dürfte ja die Insolvenzgefahr in Dortmund gebannt sein: Was bleibt der Fndsgesellschaft anderes übrig, als -notfalls durch Stundung oder Erlass- den BVB am Leben zu erhalten?
Das für diesen Zweck verpfändete Bardepot in Anspruch zu nehmen ?

Tommek
03.02.2004, 12:54
Reina geht nach Berlin, hat 1.8 Mio. im Jahr verdient. Wieder was gespart! :D

E-Proll
04.02.2004, 20:24
Original geschrieben von orki
Das für diesen Zweck verpfändete Bardepot in Anspruch zu nehmen ?

Genau. Das Bardepot zumindest zum Teil einzustreichen und damit das Rückkaufrecht um einige Jahre zu verschieben. Das bringt kurzfrisitg Liquidität, verschiebt jedoch Lasten in die Zukunft.

Damit kann der BVB im Zweifel den absoluten Kollaps abwenden. Ob nun über diese Konstruktion oder die Schlechter-Anleihe: Der BVB wird in der Zukunft erhebliche Abstriche machen müssen. Die Schlechteranleihe senkt ggü. der "Stadionlöseung" event. den Handlungsdruck in den ersten Jahren, erschwert allersdings auch die langfristige Gesundung.

locke-spiegel.d
13.02.2004, 12:37
von sport1.de

13. Februar 2004 12:58 Uhr

FC Bayern will Brasilianer Dede verpflichten

München - Rekordmeister Bayern München buhlt aktiv um Dortmunds Brasilianer Leonardo Dede.

"Wir haben mit den Münchnern gesprochen", sagte BVB-Manager Michael Meier der Zeitung "Westline". "Es gab in diesem Gespräch eine Anfrage wegen Dede."

Der Brasilianer, dessen Vertrag am 30. Juni 2005 ausläuft, ist angeblich ein Wunschspieler von Trainer Ottmar Hitzfeld. Sollte der Vertrag von Bixente Lizarazu nicht verlängert werden, wollen die FCB-Bosse den Dede-Transfer in trockene Tücher bringen.


Gruß Locke

Pedde
18.02.2004, 20:03
http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/12/26985/


Aktionäre drohen BVB mit Sonderprüfung

Eine Tragödie in schwarz-gelb: Borussia Dortmund steht beim Bauunternehmen Hochtief mit 17 Millionen Euro in der Kreide und kann die Leasingraten für sein Stadion nicht mehr zahlen.


loooooooll

Der ehemalige BSHH
18.02.2004, 21:57
Original geschrieben von Pedde
http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/12/26985/
(...)

Den -absolut lesenswerten- Artikel habe ich auch gerade im Zwischenspeicher, aber nun werde ich den Thread nicht weiter dehnen. Dortmunds härtester Kritiker Röckenhaus malt das wohl schwärzeste Bild von der Finanzlage und geht von einem Verlust am Saisonende von € 60-65 Mio. aus:eek:. Die Rosskur für den BVB wird wohl sehr hart werden müssen...

Gruß,
BSHH

H-Dreamer
18.02.2004, 22:06
Klingt jedenfalls sehr heftig das ganze.

Bundeskanzler2020
19.02.2004, 08:13
Original geschrieben von H-Dreamer
Klingt jedenfalls sehr heftig das ganze.

wieso ist eigentlich nie irgendwo zu lesen, dass die bvb lizenz für die kommende saison gefährdet ist?
traut man sich nicht ran an einen riesen, wie dortmund?
ligt es daran, dass diverse finanzmodelle eng mit dem dfb zusammenhängen?
gibt es da abhängigkeiten, in wie weit ist der dfb in diese machenschaften involviert und verstrickt, oder liegt es daran, dass der bvb in allen wichtigen gremien derart stark vertreten ist, dass alles unter den tisch gekehrt wird?
für mich wird hier mit zweierlei maß gemessen!!:( :mad:
falls die bombe bvb mal richtig zündet, weden wahrscheinlich auch personalia beim dfb betroffen sein.
wie viel und wie lange halten niebaum und meier den druck moch aus, es melden sich immer mehr gläubiger!!
muß man sich um die beiden vielleicht sogar sorgen machen? (die frage stelle ich ohne hä(h?)me, meine das wirklich ernst, solche finanzdisaster haben schon oft zu kurzschlußreaktionen bei personen , die derart in der öffentlichkeit stehen, geführt!:confused:

Kasseläner
19.02.2004, 10:42
Original geschrieben von Pedde
http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/12/26985/


Aktionäre drohen BVB mit Sonderprüfung

Eine Tragödie in schwarz-gelb: Borussia Dortmund steht beim Bauunternehmen Hochtief mit 17 Millionen Euro in der Kreide und kann die Leasingraten für sein Stadion nicht mehr zahlen.


loooooooll


KRASS!!

Der ehemalige BSHH
19.02.2004, 11:25
Der kicker (http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?folder=3100&object=294761&liga=1&saison=2003/04&spieltag=21&gruppe=8958) schildert das Szenario fast schon auffallend ähnlich. Offenbar tauschen sich Hennicke und Röckenhaus aus, denn die Horrormeldungen tauchen sogar immer zeitgleich in SZ und kicker auf - jeweils zum Erscheinen der kicker-Printausgabe.

Ergänzend zu dem kicker-Bericht, der übrigens auch Rückstände bei der Stadionpacht erwähnt, möchte ich folgendes anmerken:

- Die beabsichtigte Sonderprüfung ist gemäß § 315 AktG unter bestimmten Voraussetzungen durchzuführen (z.B. Zustimmung Vorstand/Aufsichtsrat). Die hier wahrscheinlichste wird die aus Satz 2 der Vorschrift sein: Beim Vorliegen sonstiger Tatsachen, "die den Verdacht einer pflichtwidrigen Nachteilszufügung rechtfertigen", reicht ein Antrag von Aktionären aus, die zusammen 5% des Grundkapitals oder einen Gesamtbetrag von T€ 500 hiervon erreichen. Hiergegen kann der Vorstand aber ein Rechtsbehelf einlegen.

- Eine Insolvenzgefahr dürfte nicht bestehen. Hochtief hat seine Forderung dem BVB gestundet, und der Stadioninhaber Molsiris wird mit Sicherheit ebenfalls einen Zahlungsaufschub gewähren. Denn im Falle einer Insolvenz verliert Dortmund die Lizenz und Molsiris die Mannschaft für das Stadion. Das Guthaben auf einem Sperrkonto ist Molsiris sowieso sicher, weswegen sollen sie Dortmund nun nicht weiter am Leben erhalten, um wenigstens Teile der Mieten und Tilgungen zu bekommen?

@ Bundeskanzler 2020:

Einen Lizenzentzug sehe ich eigentlich nicht. Dortmund wird seine Zahlungspflichten durch Stundung und Umschuldung regulieren können. Auf der Einnahmeseite ist der BVB bei über 60.000 Stammbesuchern sehr gut aufgestellt, etwaige Transfererlöse nicht mitberücksichtigt. Außerdem dürfte die DFL die Maßstäbe nach der Kirch-Krise etwas abgemildert haben, da viele der Zweitligisten große Liquiditätsprobleme haben, nachdem die TV-Erlöse sinken und Transfereinnahmen kaum noch zu erzielen sind.

Gruß,
BSHH

Adua
19.02.2004, 11:31
Original geschrieben von Der ehemalige BSHH
Denn im Falle einer Insolvenz verliert Dortmund die Lizenz und Molsiris die Mannschaft für das Stadion.

Och, Oberhausen steigt doch eventuell auf.
Dann können die ja vielleicht in dem Stadion spielen ;)

Tommek
19.02.2004, 11:52
Von den 32,288 Millionen Euro, die Hochtief für die dritte Ausbaustufe des Westfalenstadions zustanden, sind knapp 18 Millionen (Fälligkeit: Jahresende 2003) noch offen. Der Verein muss sie abstottern. Natürlich mit saftigen Aufschlägen.

Nicht einmal für die Leasingraten an die Molsiris Fondsgesellschaft, den jetzigen Eigentümer des Westfalenstadions, kann die Borussia aufkommen. Aus gut informierten Kreisen bei der Commerzbank in Düsseldorf erfuhr der kicker, dass der BVB mehrere Raten (à 1,3 Millionen Euro) für die Nutzung der Arena nicht gezahlt hat.

Obwohl deutsche Geldinstitute dem Verein inzwischen die kalte Schulter zeigen und weitere als die bereits laufenden Kredite in Höhe von 70 Millionen Euro verweigern, scheint die Liquidität bis zum Saisonende gleichwohl gesichert: Falls die Gespräche mit dem Londoner Investmentbanker Stephen Schechter scheitern sollten, der Niebaum und Meier erst kürzlich in Dortmund selbst seine Aufwartung machte, werden sich die beiden Geschäftsführer möglicherweise auf dem ausländischen Kapitalmarkt Geld besorgen. Wie es heißt, aus Österreich, dem Vernehmen nach in einer Größenordnung von bis zu 20 Millionen Euro, entsprechend hoch verzinst.



Wie will der BVB das alles zurückzahlen? Transfererlöse schön und gut, aber welcher Verein zahlt noch Millionen Ablöse +Hohes Gehalt für einen Spieler?

Tommek
19.02.2004, 12:12
BVB: Rechtliche Schritte gegen
"Süddeutsche Zeitung" und "Kicker"

[19.02.] Borussia Dortmund hat rechtliche Schritte gegen die "Süddeutsche Zeitung" und den "Kicker" sowie die Redakteure Freddie Röckenhaus (SZ) und Thomas Hennecke (Kicker) eingeleitet. Die Berichte in den Ausgaben vom heutigen Donnerstag, 19. Februar 2004, "Aktionäre drohen BVB mit Sonderprüfung" (SZ) sowie "Schwarz-Gelb und die Roten Zahlen" (Kicker) enthalten wahrheitswidrige Behauptungen.

So ist es falsch, dass bei Borussia Dortmund gegenüber der Stadionvermietungsgesellschaft Molsiris ein Zahlungsrückstand von "annähernd sechs Millionen Euro" (SZ) bzw. "mehrere Raten à 1,3 Millionen Euro" (Kicker) bestehen soll. Die Stadiongesellschaft hat dem BVB in einem Schreiben vom heutigen Donnerstag bestätigt, "dass Sie Ihren Verpflichtungen auf Zahlung der laufenden Mieten (Leasingraten) bis einschließlich Februar 2004 nachgekommen sind."
Irreführend ist die Berichterstattung in der "Süddeutschen Zeitung" und im "Kicker" über noch ausstehende Zahlungen an die Baufirma Hochtief aus dem Stadionausbau. Von Anfang an waren zwischen Hochtief und Borussia Dortmund Zahlungsmodalitäten vereinbart worden, die jetzt planmäßig langfristig umgesetzt werden. Hochtief betonte, dass es "keinerlei Probleme" mit Borussia Dortmund gebe. Die in der SZ und im Kicker genannten Zahlen und Fakten seien falsch.

Unbegründet ist die angebliche Absicht der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, eine Sonderprüfung der Bilanz durchführen zu wollen. Dafür fehlen die sachlichen und rechtlichen Voraussetzungen. Es hat eine ordnungsgemäße Prüfung der Bilanz gemäß § 313 Aktiengesetz stattgefunden. Über das Ergebnis dieser Prüfung hat auch der Aufsichtsrat im Rahmen des Geschäftsberichtes für das Wirtschaftsjahr 2002/2003 am 15. Oktober 2003 berichtet.

Seveninch
19.02.2004, 12:30
Original geschrieben von Tommek
Wie will der BVB das alles zurückzahlen? Transfererlöse schön und gut, aber welcher Verein zahlt noch Millionen Ablöse +Hohes Gehalt für einen Spieler?

Alle Vereine, die von irgendwelchen Millardären gekauft sind oder noch gekauft werden.

Und Real Madrid

Adua
19.02.2004, 12:58
Original geschrieben von Tommek
Irreführend ist die Berichterstattung in der "Süddeutschen Zeitung" und im "Kicker" über noch ausstehende Zahlungen an die Baufirma Hochtief aus dem Stadionausbau. Von Anfang an waren zwischen Hochtief und Borussia Dortmund Zahlungsmodalitäten vereinbart worden, die jetzt planmäßig langfristig umgesetzt werden. Hochtief betonte, dass es "keinerlei Probleme" mit Borussia Dortmund gebe.


Irreführend?
Das ist interessant.
Es bedeutet doch eigentlich nur, dass es eigentlich wahr ist, aber einige Details nicht richtig dargestellt sind, oder?

bangi
19.02.2004, 13:00
Diese Aussage hat man früher am Neuen Markt sehr sehr oft gehört.

Zum Schluss wurden diese Aussagen manchmal im Gerichtssaal wiederholt.....

Joerginho
19.02.2004, 13:22
Frings geht nicht umsonst so in die Offensive.

Tip: Rosicky, Dede, Ewerthon, Frings und Koller spielen naechste Saison nicht mehr in Dortmund.

Gruss Joerginho

E-Proll
19.02.2004, 21:29
Original geschrieben von bangi
Diese Aussage hat man früher am Neuen Markt sehr sehr oft gehört.

Zum Schluss wurden diese Aussagen manchmal im Gerichtssaal wiederholt.....

Diese Klageandrohungen können natürlich der letzte Selbstschutz sein.

Auf die Aussagen von HochTief würde ich nicht viel geben. DAs Unternehmen hat ein ausgeprägtes Interesse daran, dass der BVB nicht Konkurs geht.

Bleibt spannend ... und zu hoffen, dass es unserem Verein mal nicht so mies geht. :(

H-Dreamer
19.02.2004, 21:31
Original geschrieben von E-Proll
Diese Klageandrohungen können natürlich der letzte Selbstschutz sein.

Auf die Aussagen von HochTief würde ich nicht viel geben. DAs Unternehmen hat ein ausgeprägtes Interesse daran, dass der BVB nicht Konkurs geht.

Bleibt spannend ... und zu hoffen, dass es unserem Verein mal nicht so mies geht. :(

Gings doch schon mal, wenn auch in geringerem Ausmass. Remember 91? Wo nur der Doll Verkauf die rettung war?

Der ehemalige BSHH
19.02.2004, 21:59
Original geschrieben von E-Proll
Diese Klageandrohungen können natürlich der letzte Selbstschutz sein.

Auf die Aussagen von HochTief würde ich nicht viel geben. DAs Unternehmen hat ein ausgeprägtes Interesse daran, dass der BVB nicht Konkurs geht.

Bleibt spannend ... und zu hoffen, dass es unserem Verein mal nicht so mies geht. :(

Deinen Aussagen schließe ich mich an. Übrigens geht es Molsiris ebenso wie Hochtief.

@ Joerginho:

An die Transfers von Dede, Rosicky und Frings (in dieser Reihenfolge) glaube ich auch. Aber wer soll denn am Saisonende für Koller (zu alt/zu teuer) und Ewerthon (zu schlecht/zu teuer) substanziell viel Geld zahlen, zumal ja reichlich andere Spieler auf dem Markt sein werden?

Gruß,
BSHH

AufschwungNord
20.02.2004, 11:12
Folgender Artikel aus dem heutigen HA ist auch mehr als alarmierend:

Gespräch: Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge gab zu: "Vor zirka drei Wochen waren Gerd Niebaum und Michael Meier von Borussia Dortmund in München. Sie haben uns gebeten, zu prüfen, ob wir an dem ein oder anderen BVB-Spieler Interesse haben."

Wie kann sich der BVB nur so dumm verhalten?
Wenn sie sich dem FCB anbiedern bzw. ihre Spieler, werden sich UH, FB und KHR doch ins Fäustchen lachen und die Notlage der Dortmunder ausnutzen. Dies bedeutet noch niedrigere Angebote und ggfs. Ablöse, als dortmund sich ohnehin erhofft. Die Lage des BVB scheint also wirklich - wenn nicht noch ernster - so zu sein, wie sie die SZ und der Kicker darstellen.

Bundeskanzler2020
20.02.2004, 11:17
BVB
Der machtlose Aufsichtsrat

Von Torsten Storcks
Dortmund (19. Februar 2004) - Üblicher Weise kontrolliert der Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft den Vorstand, prüft den Jahrsabschluss und berichtet darüber in der Hauptversammlung. Da der Aufsichtsrat den Vorstand (also die obersten Lenker eines Konzerns) einberuft, kann er sie im Extremfall auch feuern.

Klassischer Weise besteht der Aufsichtrat aus Vertretern der Konzerneigentümer (also in der Regel der wichtigsten Aktionäre) sowie aus Arbeitnehmer-Vertretern. Nicht so bei Borussia Dortmund. Als der Fußballklub im Jahr 2000 als den Gang an die Börse wagte, war diese Pioniertat nicht frei von Risiken.

Fremde Herren
Um sich gegen den theoretischen Fall einer „feindlichen Übernahme“ (immerhin kostet der Klub beim aktuellen Börsenkurs von 2,93 Euro gerade einmal 57,13 Millionen Euro) zu wappnen und sich nicht von fremden Herren ins Geschäft hineinregieren lassen zu müssen, hat der BVB sich für eine besondere Gesellschaftsform entschieden: Die Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis, kurz: die KGaA. Der Trick, den sich neben dem BVB zum Beispiel auch das börsennotierte Familienunternehmen Henkel zu Nutze macht: Bei einer KGaA haften die Aktionäre zwar mit ihrem Kapital, haben aber letztlich kaum etwas zu sagen.

Eine Kommanditgesellschaft ist eine Zwei-Klassen-Einrichtung. Auf der einen Seite gibt es einen oder mehrere Gesellschafter („Komplementäre“), die unbeschränkt haften und entsprechend die Geschäfte führen. Auf der anderern Seite stehen die nur mit ihrer Einlage haftenden Gesellschafter, die Kommanditisten. Sie profitieren zwar von möglichen Gewinnen, haben aber rechtlich kaum Möglichkeiten, auf die Geschäftsführung einzuwirken.

Bei Borussia Dortmund sind die Aktionäre lediglich Kommanditisten, also faktisch ohne Kompetenzen – egal, wie groß der Aktienanteil des jeweiligen Eigentümers auch ist. Komplementär ist die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die vom Verein Borussia Dortmund kontrolliert wird.

Daraus ergibt sich: Der amtierende Vorstand, also Michael Meier und Dr. Gerd Niebaum, unterliegt faktisch so gut wie keiner Kontrolle außerhalb des eigenen Vereins. Nur dieser, und nicht etwa ein Großaktionär oder der Aufsichtsrat, könnte dieses Führungsduo bei Bedarf zu Kurskorrekturen zwingen.

und hier noch was ganz feines

Kommentar: Herzschmerzen
von Dirk Graalmann
Dortmund (19. Februar 2004) - Dortmund leuchtet. Vor allem wegen des BVB. Es gibt keine Stadt in der Republik, die so sehr verwoben ist mit Wohl und Wehe eines Sportvereins, so sehr den Geist dieses Klubs atmet wie unsere Metropole.

Deshalb lastet die Krise, die Misere, das Klima der Unsicherheit auch wie eine Dunstglocke über der Stadt. Kein Bankett, kein Empfang, kein Tresengespräch vergeht ohne die ultimative Borussia-Frage: „Sieht es wirklich so schlecht aus?“

Es gibt in Deutschland das Prinzip der Unschuldsvermutung. Das ist gut so. So betrachtet sind Vorverurteilungen und Nachrufe unangebracht. Doch es gibt auch ein Gebot – nicht nur für Aktiengesellschaften – das ein hohes Maß an Transparenz einfordert. Und hier gibt es einen, zum Teil durch Halbwahrheiten und Verharmlosung selbst veursachten, quälenden Fragenstau.

Dem Fan in dieser Stadt, verwurzelt, ja verwachsen mit diesem Verein, war das Spektakel um Börsengang, Private Equity Fonds und Turn around nie geheuer. Aber, auch dies gehört zur Wahrheit: Mit Erfolg erreicht man auch Gefolgschaft. Wer oben steht, hat alle Argumente auf seiner Seite. Auch die kritischen Fans wie wir Medien vergessen beim dritten Hattrick von Amoroso, dass es beim „Unternehmen BVB“ längst mehr um Kohle als Tore geht.

„Kommerz mit Herz“ hat sich der Klub selbst auf die schwarzgelbe Fahne geschrieben – nun ist der Verein samt Führung aufgefordert, das Herz zu zeigen. Dieser Klub ist der beste Werbeträger der Stadt, bringt ihr Zuneigung und Renommee. Das alles sichert dem Verein auch in dieser schwierigen Zeit kritische Sympathie. Aber zugleich geht der Klub eine immens hohe Verpflichtung ein: den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt die, wie auch immer geartetete – womöglich gar schmerzhafte – Wahrheit zu vermitteln. Mit der Taktik des „Weiter so“, der Hoffnung auf Spielerverkäufe, der Erwartung auf zukünftige Einnahmen, ist es nicht mehr getan.

Die Anhänger wollen Handfestes. Im Moment ist die Situation eine andere: „Wir stehen da und seh‘n betroffen: den Vorhang zu – und alle Fragen offen.“ Das hat weder der Fan noch der Klub verdient. Nur die Geschäftsführung kann dieses Dilemma jetzt lösen.

Bundeskanzler2020
20.02.2004, 11:22
unter www.westline.de
sport/bvb ist ein feines organigramm der vereinsstruktur dargestellt!
was sagen die finanzexperten dazu, ist das was besonderes oder alles normal?

Bundeskanzler2020
20.02.2004, 11:23
www.westline.de
fussball/bvb natürlich und dann den icon aufsichtsrat auf der rechten seite anklicken....

Tommek
20.02.2004, 11:57
http://www.westline.de/fussball/bvb/bvb_aufsicht.gif

Bundeskanzler2020
20.02.2004, 12:49
sorry!!http://www.my-smileys.de/smileys_1/070.gif

Tommek
21.02.2004, 12:26
Netzeitung (http://www.netzeitung.de/sport/bundesliga/274315.html) BVB erwirkt einstweilige Verfügung
gegen «SZ» und «Kicker»

20. Feb 17:41
Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist wegen der Berichterstattung über die finanzielle Lage des Klubs vor Gericht gezogen. Und hat eine Unterlassungsanordnung durchgesetzt.

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist mit seiner Klage gegen die Berichterstattung in der «Süddeutschen Zeitung» und dem «Kicker» über die Finanzsituation des Klubs vor Gericht durchgekommen.

Das Landgericht Dortmund hat am Freitag einstweilige Verfügungen gegen beide Publikationen sowie die jeweiligen Autoren der Artikel erlassen. Damit wird den Beteiligten untersagt, die beanstandeten Behauptungen, die in den Ausgaben vom 18. Februar veröffentlicht worden waren, auch weiterhin aufzustellen oder zu verbreiten.
Beide Zeitungen hatten sinngemäß behauptet, Borussia Dortmund befinde sich im Zahlungsrückstand gegenüber der Stadionvermietungsgesellschaft. Demgegenüber hat die Stadiongesellschaft mit Schreiben vom 18. Februar bestätigt, dass Borussia Dortmund alle Mietzahlungen bis zum heutigen Tage vorgenommen hat. (nz)


War das viel Lärm um nichts?

E-Proll
22.02.2004, 20:03
Original geschrieben von Tommek
Netzeitung (http://www.netzeitung.de/sport/bundesliga/274315.html)

War das viel Lärm um nichts?

Was bleibt den Verantwortlichen denn anderes übrig? Wenn sie das Ding durchgehen lassen, bekommen die nicht einmal mehr Kredit in Österreich.

steph
25.02.2004, 13:03
Original geschrieben von Pedde
http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/12/26985/

...und kann die Leasingraten für sein Stadion nicht mehr zahlen.


Also das stimmt definitiv nicht. Bisher wurden alle Raten pünktlich überweisen.
Das kann ich mit Gewissheit sagen, da meine Firma auch Fonds-Anteile des Westfalenstadions vertreibt...

locke-spiegel.d
26.02.2004, 13:36
von Sport1.de

BVB plant ohne Europapokal-Einnahmen

München - Die Borussia Dortmund KGaA rechnet nächste Saison nicht mit Einnahmen aus internationalen Wettbewerben. Grund dafür sind die sportlichen Rückschläge in dieser Saison.

Einen Tag vor der Präsentation der Halbjahres-Bilanz kündigte der Präsident des Vereins, Gerd Niebaum, in der "Westfälischen Rundschau" ein Programm zur Kostensenkung an.

Es soll Transfer-Erlöse und Einsparungen in "zweistelliger Millionenhöhe" genauso wie weitere Konsolidierungsmaßnahmen umfassen.

Dann müssen die aber in einem hohen zweistelligen Bereich Einsparungen bzw. Verkäufe tätigen..

Ich habe schon vor Wochen gehört, daß es morgen den ganz großen Knall geben wird..

Gruß Locke

BR98 Carsten
26.02.2004, 21:42
Original geschrieben von locke-spiegel.d
von Sport1.de

BVB plant ohne Europapokal-Einnahmen

München - Die Borussia Dortmund KGaA rechnet nächste Saison nicht mit Einnahmen aus internationalen Wettbewerben. Grund dafür sind die sportlichen Rückschläge in dieser Saison.

Einen Tag vor der Präsentation der Halbjahres-Bilanz kündigte der Präsident des Vereins, Gerd Niebaum, in der "Westfälischen Rundschau" ein Programm zur Kostensenkung an.

Es soll Transfer-Erlöse und Einsparungen in "zweistelliger Millionenhöhe" genauso wie weitere Konsolidierungsmaßnahmen umfassen.

Dann müssen die aber in einem hohen zweistelligen Bereich Einsparungen bzw. Verkäufe tätigen..

Ich habe schon vor Wochen gehört, daß es morgen den ganz großen Knall geben wird..

Gruß Locke

Hab ich auch gehört:)

bangi
27.02.2004, 07:54
dpa-afx
DGAP-Ad hoc: Borussia Dortmund
Freitag 27. Februar 2004, 08:15 Uhr

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Borussia Dortmund Gm...
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Borussia Dortmund (Xetra: 549309.DE - Nachrichten) legt Halbjahresbericht vor
Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. --------------------------------------------------------------------------------

Borussia Dortmund legt Halbjahresbericht vor: Fehlende Erlöse aus internationalen Wettbewerben überlagern positive operative Geschäftsentwicklung

Trotz Erlössteigerungen in nahezu allen Geschäftsbereichen haben die verpasste Qualifikation für die Champions League sowie das frühe Ausscheiden aus dem UEFA- Cup Spuren im Halbjahresbericht der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA für den Zeitraum Juli bis Dezember 2003 hinterlassen. Der operative Fehlbetrag (EBITDA) beträgt 13,2 Mio. EUR. Das negative Ergebnis vor Steuern (EBT) beläuft sich auf 29,4 Mio. EUR.

Die klassischen Einnahmequellen haben sich zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum wie folgt entwickelt:

Zeitraum Zuname 07-12/2003 07-12/2002 Abnahme TEUR TEUR TEUR

A. Ticketing 11.290 9.302 + 1.988 B. Sponsoring 14.493 9.765 + 4.728 C. Merchandising Catering 9.906 6.428 + 3.478 D. Transfer 2.769 155 + 2.614 38.458 25.650 E. TV-Rechte - national 8.513 7.634 + 879 - international 2.343 18.948 -16.605 10.856 26.581 --------------------------------------------------------------- Umsatzerlöse 49.314 52.231 - 2.917

Erfreulich ist die positive Steigerung der Erlöse im Sponsoring, Ticketing, Merchandising, Catering und Transfer. Der Umsatz dieser Einnahmequellen wurde im Vergleich zum Vorjahr um 50,0 % auf 38,5 Mio. EUR. gesteigert. Einen erheblichen Einbruch verzeichnen dagegen die Erlöse aus der TV-Vermarktung im internationalen Wettbewerb um 88 %. Das frühe Ausscheiden aus den internationalen Clubwettbewerben führt im Vergleich zum Vorjahr zu Mindererlösen in Höhe von 16,6 Mio. EUR.

Wesentliche sonstige betriebliche Erträge, die im Vorjahr im Zuge des Beteiligungsumbaus an der Westfalenstadion GmbH & Co. KGaA noch in erheblicher Höhe angefallen waren, wurden im Berichtszeitraum nicht erzielt.

Insgesamt erreicht die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA eine Gesamtleistung von 50,4 Mio. EUR (Vorjahr 78,3 Mio. EUR).

Die größte Aufwandsposition bildet mit 29,7 Mio. EUR der gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % rückläufige Personalaufwand. Nach Berücksichtigung des Materialaufwands von 5,8 Mio. EUR (Vorjahr 1,8 Mio. EUR) sowie u.a. durch erhöhte Stadionmieten gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen von 28,2 Mio. EUR (Vorjahr 23,5 Mio. EUR) ergibt sich ein negatives Ergebnis vor Abschreibung Zinsen und Steuern EBITDA von 13,2 Mio. Bei unverändert hohen Abschreibungen von 15,7 Mio. EUR und einem um 2,7 Mio. EUR verbesserten Finanzergebnis stellt sich der Halbjahresfehlbetrag auf 29,4 Mio. EUR ein.

Die Bilanzsumme der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA hat sich um rund 10 Mio. EUR auf 249,0 Mio. EUR erhöht. Das langfristig gebundene Anlagevermögen in Höhe von 123,8 Mio. EUR ist trotz des Halbjahresverlustes nahezu vollständig durch Eigenkapital in Höhe von 119,9 Mio. EUR gedeckt. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 48,2 %. Die Investitionen belaufen sich im Berichtszeitraum auf 25,0 Mio. EUR (Vorjahr 29,8 Mio. EUR). Das Umlaufvermögen beträgt zum 31.12.2003 117,3 Mio. EUR, es ist unter Berücksichtigung fehlender TV-Einnahmen durch Ausweitung des Kreditengagements finanziert worden.

Die Geschäftsführung hat ein umfangreiches, nachhaltiges Maßnahmenpaket zur Ergebnissicherung verabschiedet, dessen erste Auswirkungen sich bereits im ersten Halbjahr niedergeschlagen haben. Der volle Umfang dieser Maßnahmen wird sich jedoch erst im Ergebnis zum 30.06.2004 und auch im folgenden Geschäftsjahr auswirken, zumal die Geschäftsführung auf Transfererlöse zum 31.12.2003 verzichtet hat, um den sportlichen Erfolg zu sichern. Die Geschäftsführung unternimmt alle Anstrengungen, eine Verbesserung des operativen Ergebnisses zum 30.06.2004 zu erreichen.

Weitere Informationen zum Halbjahresbericht der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA gibt es unter http://www.borussia-aktie.de

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 27.02.2004 -------------------------------------------------------------------------------- WKN: 549309; ISIN: DE0005493092; Index: Notiert: Amtlicher Markt in Frankfurt (General Standard); Freiverkehr in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart

bangi
27.02.2004, 08:46
Von 72.080.000€ auf 111.453.000€

+39.373.000€

Versteh ich nicht....

"Marktwert des Kaders lt. HypoVereinsbank : 130 Mio €
Tranfers werden in Betracht gezogen, ohne die sportlichen Ambitionen aus dem Blick zu verlieren"

Ich denke, dass die Marktwerte aber nur bei leistungsträgern erzielt werden könnten.

Der BVB muss in internationale Geschäft, wobei ich die TV-Gelder im UEFA-Cup nicht gerade als Gelddruckmaschine ansehe.

Eigentlich MÜSSEN sie in die CL....

AufscwhungNord
27.02.2004, 09:01
Laut HA-Ticker:

Borussia Dortmund tief in Rote Zahlen gestürzt

Dortmund (dpa) - Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2003/2004 mit einem Rekord-Verlust abgeschlossen. Vor Steuern erwirtschaftete der Club im Zeitraum Juli bis Dezember 2003 einen Fehlbetrag von 29,4 Millionen Euro. Das teilte die Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA mit. Grund seien fehlende Erlöse aus internationalen Wettbewerben wie dem UEFA-Cup und der Champions-League. BVB-Präsident Gerd Niebaum kündigte Sparmaßnahmen in Höhe von «mindestens 20 Millionen Euro» an.

christian12345
27.02.2004, 11:06
Wenn Sammer auch nicht eine absolute Topmannschaft zur Verfuegung gestellt wird, dann koennen sie sich acuh schonmal das Geld fuer einen neuen Trainer zusammensparen, denn so schlecht wie der ist, kann er mit unerfahrenen kaum arbeiten.

Tommek
27.02.2004, 19:51
Im übrigen war es die Halbjahresbilanz! Laut kicker (http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?folder=3100&object=295124&liga=1&saison=2003/04&spieltag=22&gruppe=9044) wird "... bis zum Saisonende (30.6.) wird mit einem Anwachsen des Fehlbetrags auf rund 50 Millionen Euro gerechnet."

HSV-Realist
27.02.2004, 22:03
Verantwortungsbewusst: Beh Vau Beh!! :D hsvklatsch :D

E-Proll
28.02.2004, 09:18
Original geschrieben von Tommek
Im übrigen war es die Halbjahresbilanz! Laut kicker (http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?folder=3100&object=295124&liga=1&saison=2003/04&spieltag=22&gruppe=9044) wird "... bis zum Saisonende (30.6.) wird mit einem Anwachsen des Fehlbetrags auf rund 50 Millionen Euro gerechnet."

Und das verstehe ich nicht. Da nun alle internationalen Spiele wegfallen und zudem noch ein Heimspiel weniger im Programm steht - nennenswerte Verkäufe nicht getätigt wurden, dafür aber jede Menge verletze Spieler wieder an Board sind, müsste der Verlust eigentlich noch höher ausfallen als in der Hinrunde.

Einzige Möglichkeit: Die DK-Erlöse 2004/05 werden schon einmal in die Bilanz für 1.HJ 2004 gebucht.

Naja, bei BVB wohl normales Vorgehen...

Joerginho
28.02.2004, 11:24
"süddeutsche zeitung", 28.02.

Die bittere Wahrheit

Borussia Dortmund übertrifft mit einem Rekordverlust von 29,4 Millionen Euro die finstersten Prognosen

Dortmund – Der Halbjahresverlust von Borussia Dortmund ist noch deutlich höher ausgefallen, als bisher von Experten befürchtet. Mit 29,4 Millionen Euro für die erste Saisonhälfte meldete der börsennotierte Bundesligist am Freitag Defizite, die alles bisher Dagewesene im deutschen Fußball in den Schatten stellen. Für den Rest des Geschäftsjahres dürfte sich der
Jahresverlust auf über 60 Millionen Euro steigern, wie Banken- und Finanzexperten hochrechnen.

Dortmunds Präsident Gerd Niebaum hatte bereits am Freitag „einen Super-GAU“ eingestanden, glaubt aber mit einem „Sparkonzept“ die Wende einleiten zu können. Niebaum nennt Einsparungen in der Größenordnung von 20 Millionen Euro. Wie mit diesem Betrag ein Budget ausgeglichen werden soll, das allein im laufenden Geschäftsjahr 2003/2004 voraussichtlich rund 60 Millionen Euro Verlust erzielen wird, sagte Niebaum nicht. Immerhin gibt Niebaum erstmals zu, dass die Liquiditätssituation des Unternehmens Borussia angespannt sei.

Für den renommierten Analysten Peter-Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank liegt die Problematik vor allem in der „drastischen Erhöhung der Nettoverschuldung“. Dortmund weist in der Bilanz fast 112 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus. Offenbar seien allein in den letzten sechs Monaten mindestens 27 Millionen Euro neue Bankschulden aufgenommen worden. „Diese Zahlungsmittelabflüsse durch erhöhte Kredite sind die eigentlich schlechte Nachricht“, sagt Hasler, der die BVB-Aktie bereits im Januar, verbunden mit einer Studie, auf den schlechten Wert „underperform“ zurückgestuft hatte. „Diese 27 Millionen, das geht aus den Zahlungsflüssen ja hervor, sind futsch, also zum Stopfen von Löchern verwendet worden. Das ist eine sehr hohe burn-Rate.“ Insgesamt ist der Schuldenstand sogar rund 40 Millionen Euro höher als vor zwölf Monaten.

Die Verschuldung bei Banken sei „beträchtlich“, meint Hasler, doch hinzu kämen ganz erhebliche regelmäßige Belastungen, etwa die Stadionmiete oder jene 20 Prozent, die der BVB von allen Sponsoring-Einnahmen an den Partner sportfive (ehemals Ufa) zu überweisen hat. Dortmund hatte bereits vor vier Jahren 50 Millionen Euro von der Ufa bekommen und muss dafür 20 Prozent seiner Sponsoring-Einnahmen an „sportfive“ weitergeben. Allein im Geschäftsjahr 2003/2004 sollen dies acht Millionen Euro sein.

Rechtsanwalt Stefan ten Doornkaat von der „Schutzgemeinschaft der Kleinanleger“ (siehe auch Interview der Woche) schätzt die jährlichen Zinsen, die der BVB für seine 112 Millionen Verbindlichkeiten aufzubringen hat, auf „mindestens acht Millionen Euro“. Der Aktionärsschützer beklagt vor allem die Bilanzierung der „flüssigen Mittel“ des Klubs. „Da wird suggeriert, es wären 72 Millionen Euro an liquiden Mitteln vorhanden. Darin sind aber offenkundig rund 51 Millionen aus einem verpfändeten Finanzdepot enthalten. Dieses Geld ist für den späteren Rückkauf des Stadion verpfändet und steht nun beim besten Willen nicht cash zur Verfügung.“ Ten Doornkaat sieht in dieser Bilanzierung einen Verstoß gegen das Bilanzrecht.

In einer noch nicht öffentlichen Studie der Westdeutschen Landesbank (WestLB) wird dem BVB eine „prekäre Situation“ bescheinigt, vor allem, weil der Kreditrahmen praktisch bis zum Anschlag ausgeschöpft sei. Weitere Kredite seien praktisch nicht möglich. Allenfalls eine Anleihe beim in London ansässigen Finanzmakler Stephen Schechter komme noch in Frage, habe aber den Nachteil einer weiteren Zinsbelastung auf die Zukunft.

Während Borussia Dortmunds Management unter Gerd Niebaum und Michael Meier für die „Konsolidierung“ der Finanzlage „den gezielten Transfer“ der Spieler Rosicky, Koller, Dede und Ewerthon in Aussicht stellt, wird der offenbar ungebrochene Optimismus der Klubführung in Zweifel gezogen. So ist aus Kreisen des FC Bayern München zu hören, dass ein Spieler wie Dede bei der augenblicklich schlechten Lage auf dem Transfermarkt allenfalls zwischen vier und fünf Millionen Euro wert sei. Das Eigenkapital von Borussia Dortmund wird in der Bilanz zwar mit beinahe 120 Millionen Euro ausgewiesen, es rekrutiert sich aber zu 90 Prozent aus dem Transferwert der Spieler. Das Eigenkapital von Dortmund liege wegen der tatsächlichen Situation auf dem Transfermarkt erheblich niedriger, meinen Experten.

Peter-Thilo Hasler warnt „Bilanzlaien“ vor allem vor der Fehleinschätzung, der Posten „Kapitalrücklage“ deute auf irgendwelche Reserven hin: „Das ist Unsinn“, sagt Analyst Hasler, „dies ist ein rein bilanzieller Posten, ein Buchwert, der natürlich keine eventuellen Geldmittel darstellt.“ Leider, wie die enttäuschten BVB-Fans sich sagen werden.

Zu denken gibt auch die Auskunft des BVB-Finanzchefs Gerd Thiemann, dass die seit Wochen vom BVB verbreitete Gehaltskürzung bei den Profis um 20 Prozent gar nicht endgültig ist. Sollte der BVB am Saisonende einen internationalen Wettbewerb erreichen, so muss ein Großteil der zunächst einbehaltenen 20 Prozent doch noch ausbezahlt werden. Gedanken wird sich über die Bilanz demnächst die DFL machen. Bereits am 15. März muss Borussia Dortmund alle Unterlagen für das Lizenzverfahren der kommenden Saison eingereicht haben. DFL-Insider vermuten, dass Dortmund auf keinen Fall ohne Auflagen oder Bedingungen eine Lizenz für die kommende Saison bekommen wird. „Die DFL“, so ein intimer Kenner der Verhältnisse, „darf sich auf den Hinweis auf eventuelle künftige Spielertransfers gar nicht einlassen. Denn die sind ja reine Spekulation. Wer weiß, wer überhaupt zu verkaufen ist?“ Bedenkzeit bis zum Wochenanfang hat sich der Finanzchef des BVB-Großaktionärs Norman Rentrop, Jens Große-Allermann, erbeten. Er will erst in der nächsten Woche „nach intensiver Lektüre“ die Bilanz bewerten. Wie aus Finanzkreisen allerdings verlautet, sind danach harte Maßnahmen vom (nach dem Verein selbst) größten Aktionär zu erwarten. Aktionärsanwalt ten Doornkaat: „Das Management des Klubs muss sich fragen lassen, ob es geschlafen hat – oder warum es sonst einen solch gigantischen Verlust auf sich zukommen lässt. Und sogar noch bis zwei Tage vor der Bilanz leugnet, dass es überhaupt Verluste geben wird.“

Freddie Röckenhaus

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Kommentar der sz:

Borussia auf Entzug

Von Klaus Hoeltzenbein

Bilanzen gelten als langweilig, gerade in einem so emotionsgeladenen Gewerbe wie dem Fußball. Die Zahlenketten, die dort das Interesse bündeln, sind erst das Spielergebnis und dann die Tabelle. Die Tabelle lügt nie, sagen die Engländer, und da die Rangliste aus Punkten und Toren so fasziniert, kann man sich prima hinter diesem Ziffernwerk verstecken. Zumal der Fan es oft toleriert, wenn der Zweck die Mittel heiligt, also mit Volldampf ins kaufmännische Risiko gegangen wird.

Falls es dann trotzdem runter geht, falls auch im Europacup verloren wird, also die Rendite fehlt, sitzt ein Verein in der Falle, der Kostenfalle. Und plötzlich bietet auch die Tabelle keinen Schutz mehr, wie es jetzt dem Sechsten, Borussia Dortmund, widerfährt. Der firmiert nicht mehr als Verein, sondern als KGaA, als börsennotierter Wirtschaftsbetrieb mit 29,4 Millionen Euro Verlust im letzten Halbjahr. Von sich aus hat die KGaA auf diese Notlage nicht aufmerksam gemacht, statt mit ad-hoc-Meldungen, wie an der Börse üblich, wurden Fans wie Aktionäre erst nach Recherchen von außen – der Süddeutschen Zeitung und des Kicker – auf die Verkündung vorbereitet. Verbunden seit Freitag mit den besten Absichten zur Genesung: Spieler sollen verkauft, die Borussia saniert werden.

Was aber wäre passiert, wenn die Medien nicht investigativ an dem Fall Borussia Dortmund gearbeitet hätten? Wenn sie sich von Dementis, juristischen Attacken und einem massiven Einschüchterungsszenario seitens des BVB-Managements hätten beirren lassen? Die KGaA stand beispielsweise in Gesprächen mit dem Investor Stephen Schechter, der Klubs Anleihen vermittelt –, um kurzfristig Lücken zu schließen, sollten langfristig die Zuschauereinnahmen verpfändet werden. Ähnlich einem Suchtkranken suchte der Patient Borussia stets neues Geld. Nun soll er abspecken und geht in Therapie. Ob diese vom gleichen Management geleitet werden muss, das im Schutz jahrelanger Erfolge ein Rekorddefizit anhäufte, darüber müssen die Banken entscheiden, die über die Kreditlinien wachen.


Also hier wird schon mit ueber 60Mio Euro Verlust gerechnet.

Gruss Joerginho

Gast7
28.02.2004, 13:12
tja... wenn ich sammer wäre, würde ich spieler wie koller, rosicky und co. am besten nicht mehr einsetzen. wenn die sich schwer verletzen geht borussia offenbar das letzte bisschen kapital flöten....

Gast7
28.02.2004, 16:32
Original geschrieben von ArthurDent
tja... wenn ich sammer wäre, würde ich spieler wie koller, rosicky und co. am besten nicht mehr einsetzen. wenn die sich schwer verletzen geht borussia offenbar das letzte bisschen kapital flöten....

ich sollte prophet werden: rosicky hat wohl heute eine unterarmbruch erlitten.
gute besserung!

thoke
28.02.2004, 16:47
Schließe mich an. ;)

AndreK
28.02.2004, 20:38
Original geschrieben von ArthurDent
tja... wenn ich sammer wäre, würde ich spieler wie koller, rosicky und co. am besten nicht mehr einsetzen. wenn die sich schwer verletzen geht borussia offenbar das letzte bisschen kapital flöten....

zu spät rosicky hat einen unterarmbruch und wird lange ausfallen...

mfg andre

Joerginho
01.03.2004, 10:56
Aus den heutigen kicker Berichten ueber Dortmund liest man eine gehoerige Portion Genugtuung.
Metzelder wird im uebrigen leise mit Real in Verbiindung gebracht - seltsam Metzelder ist doch Verteidiger ;)

Grusss Joerginho