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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die 10 unschönsten Trainerentlassungen


2foxy
26.03.2007, 10:03
"Ich weiß: Das ist befristet“

Das Fußballgeschäft lebt von der Hoffnung. Zum Beispiel, dass mit einem neuen Trainer alles besser wird. Doch oft kommt es anders. Und manchmal ganz anders. Eine Top Ten der Missverständnisse – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Platz 10:
Rudi Völler bei AS Rom, September 2004

Was hatte man Rudi Völler gefeiert, als er im Spätsommer 2004 nach Rom pilgerte, um „seiner“ Roma aus der Patsche zu helfen. Doch hätte er den Ort, an dem er einst als Spieler sein Glück (und die zweite Ehefrau) fand, diesmal besser gemieden, denn auch Völler bekam die vogelwilde Truppe um den exzentrischen Kapitän Totti nicht in den Griff. Nach ganzen 25 Tagen warf er das Handtuch, kurz davor hatte die Zeitung „Corriere della Serra“ geschrieben: „Völler ist der richtige Mann auf dem falschen Platz.“

Platz 9:
Otto Rehhagel beim FC Bayern, Juli 1995 bis April 1996

Nach 14 Jahren im beschaulichen Bremen wähnte sich der Provinzkönig Rehhagel bereit für den großen Wurf. Doch was mit einem halbwitzigen Spruch („Otto… find ich gut!“) auf Franz Beckenbauers Schirmmütze possierlich begann, entwickelte sich zu einer für beide Seiten unerfreulichen Angelegenheit. Rehhagel zeigte sich weder der meinungsfreudigen Führungsetage der Bayern noch der rauen Münchner Presselandschaft gewachsen und wurde vier Spieltage vor Saisonende entlassen, obwohl die Bayern zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei in der Liga und im Finale des UEFA-Cups standen. Der Kaiser höchstselbst übernahm und gewann den Europapokal, nicht aber die Meisterschaft.

Platz 8:
Aad de Mos bei Werder Bremen, Juli 1995 bis Januar 1996

Auch Rehhagels Nachfolger in Bremen war kein Fortune beschieden. Der renommierte Niederländer Aad de Mos galt als überragender Theoretiker. Er führte an der Weser die Viererkette ein, die Werders Spieler aber nur zögernd verinnerlichten. Nach dem Absturz auf Platz 15 und zahllosen Extrawürsten für Mario Basler weinte sich de Mos an einem feuchtfröhlichen Abend angeschickert bei Journalisten aus („Es wird nie etwas aus diesem Verein“). Als er die vom Klub geforderte Gegendarstellung nicht erwirken konnte, musste de Mos gehen.

Platz 7:
Josip Skoblar beim Hamburger SV, Juli bis November 1987

Zugegeben, die Nachfolge eines Ernst Happel anzutreten, ist keine dankbare Aufgabe. Josip Skoblar aber manövrierte sich ohne Not selbst in die Bredouille, als er seinen Landsmann Mladen Pralija als Keeper installierte. Mit dem Fliegenfänger im Kasten erlitt der HSV schwere Schlappen in München (0:6), gegen den KSC (0:4) und in Mönchengladbach (2:8). Am 9. November 1987 musste Skoblar gehen. Pralija kurz darauf auch.

Platz 6:
Thomas Hörster bei Bayer Leverkusen, Frühjahr 2003

Nein, er war für diesen Job nicht gemacht. Wenn sich Thomas Hörster als Coach von Bayer in der Öffentlichkeit bewegte, wirkte er immer, als würde er am liebsten zurück zur Mami, und hopp auf den Arm. Nachdem der zurückhaltende Mann in einem Fernsehinterview mit gesenktem Kopf bekannt hatte, er glaube nicht mehr an den Klassenerhalt, war er von seinem Leiden erlöst. „Wenn ein Trainer so etwas sagt, muss man ihn nicht entlassen, sondern erschießen“, kommentierte „Experte“ Udo Lattek gewohnt markig. Der Angeklagte wurde freilich nicht exekutiert, sondern kehrte in die Jugendarbeit zurück.

Platz 5:
Winnie Schäfer beim VfB Stuttgart, Juli bis November 1998

Winfried Schäfer übernahm einen aufstrebenden VfB, der sich unter Jogi Löw für den UEFA-Cup qualifiziert hatte. Doch irgendwie schaffte er es, sich innerhalb kürzester Zeit mit der gesamten Mannschaft anzulegen, insbesondere den drei großen „B“ Balakov, Bobic und Berthold. Bezeichnendes Zitat von Thomas Berthold: „Wenn Schäfer am Samstag noch Trainer ist, muss er doch von einer Armee geschützt werden.“ Musste er nicht.

Platz 4:
Wolfgang Sidka bei Arminia Bielefeld, Sommer 1994

Sidka war auserkoren, den damaligen Regionalligisten Arminia um die Stars Fritz Walter und Thomas von Heesen zurück in den Profi fußball zu führen, doch die Ahnungslosigkeit, mit der er agierte, war atemberaubend. Sidka kannte sich im eigenen Kader nicht aus, schickte einen Betreuer zum Üben ans Kopfballpendel und nannte Publikumsliebling Stefan „Studti“ Studtrucker konsequent „Stucki“. Eine teaminterne Abstimmung mit dem Ergebnis von 0:23 brach ihm dann das Genick. Nach vier Spielen, der ersten Niederlage und dem ersten Gegentor flog er raus. Auch eine Leistung.

Platz 3:
Jörg Berger bei Bursaspor, Juli bis Oktober 2000

Jörg Berger hat eine Menge erlebt, aber die Zeit beim türkischen Erstligisten Bursaspor nimmt auch in seiner Vita eine Sonderstellung ein. Wegen des Einsatzes der beiden von Berger mitgebrachten Spieler Marc Ziegler und Martin Spanring kam es zum Streit mit der Klubführung, der rasch eskalierte. Erst sperrte der Verein Berger das Handy, dann wurden die Fensterscheiben seines Hauses zertrümmert. Als er zum Entlassungsrapport bestellt wurde, lag eine Pistole auf dem Tisch, was ein Vorstandsmitglied mit den Worten kommentierte: „Das ist unsere Sprache.“

Platz 2:
Reinhold Fanz beim Karlsruher SC, Winter 2004/05

Am Tag vor Silvester wurde er verpflichtet, kurz nach Neujahr war er bereits wieder gefeuert. Die sechs Tage, die Reinhold Fanz beim Karlsruher SC, nun ja, arbeitete, markieren die kürzeste Amtszeit in der Geschichte des deutschen Profifußballs. Und sind ein Lehrbeispiel über den Einfluss der Sponsoren in der Fußballmoderne. Denn die Demission des just verpflichteten Fanz erfolgte auf massiven Druck des KSC-Hauptsponsors EnBW, dessen Boss Utz Claassen – ein Mann, der ungefähr so aussieht, wie er heißt – sich einst als Vorstandsvorsitzender von Hannover 96 mit dem Coach überworfen hatte. So durfte EnBW eine Presseerklärung verbreiten, in der Fanz das „nötige Format“ für den Job abgesprochen wurde. Und der Klub, der ohne die Gelder des Sponsors pleite gewesen wäre, machte artig Männchen dazu.

Platz 1:
Rolf Schafstall bei Dynamo Dresden, Frühjahr 1999

„Dreck, wohin du guckst. Dem Zeugwart muss man in den Arsch treten, dass er seinen Job macht und nicht in den Tag reinquasselt und von alten Zeiten erzählt. Die sehen keinen Dreck hier. Das haben die früher nicht sehen müssen. Die sind nicht zur Arbeit, nicht zur Ordnung, zu nichts erzogen worden. Da steht keiner auf, da hört keiner zu – kein Anstand, lauter Ossis. Soll ich dafür Sorge tragen, dass die im richtigen Moment nicht den Tritt in den Arsch bekommen haben? Ich weiß: Das ist befristet. Und dann mache ich den Abflug hier.“ Nun, es ging schneller, als Rolf Schafstall dachte: Wenige Tage nach diesen Aussagen, mit denen er sich als Ahnherr von Edmund Stoiber profilierte, wurde Schafstall in Dresden entlassen, nach einer Amtszeit von gerade mal 56 Tagen.

Quelle: www.11freunde.de (http://www.11freunde.de/bundesligen/100860?current_page=1)

Flamengo
26.03.2007, 10:16
Als er zum Entlassungsrapport bestellt wurde, lag eine Pistole auf dem Tisch, was ein Vorstandsmitglied mit den Worten kommentierte: „Das ist unsere Sprache.“




Kann ich mir sogar bildlich ganz gut vorstellen :eek: :D

sugarland
26.03.2007, 10:17
Quelle: www.11freunde.de (http://www.11freunde.de/bundesligen/100860?current_page=1)

Die legendärste Trainerentlassung hat noch immer Jean Löring bei Fortuna Köln vorgenommen, als er Toni Schumacher in der Halbzeitpause eines Spiels rausgeschmissen hat.

2foxy
26.03.2007, 10:21
Die legendärste Trainerentlassung hat noch immer Jean Löring bei Fortuna Köln vorgenommen, als er Toni Schumacher in der Halbzeitpause eines Spiels rausgeschmissen hat.

Stimmt, ein unverzeihlicher Faux-pas der 11Freunde.:eek:

Steinschlag
26.03.2007, 10:33
Die legendärste Trainerentlassung hat noch immer Jean Löring bei Fortuna Köln vorgenommen, als er Toni Schumacher in der Halbzeitpause eines Spiels rausgeschmissen hat.

…und zur Krönung die Wortwahl, wie er ihn aus der Kabine rauskomplimentierte: "Du hast hier nichts mehr zu sagen, du W….er!" Und später zu den Medien: "ICH als Verein musste ja reagieren."

sugarland
26.03.2007, 10:41
…und zur Krönung die Wortwahl, wie er ihn aus der Kabine rauskomplimentierte: "Du hast hier nichts mehr zu sagen, du W….er!" Und später zu den Medien: "ICH als Verein musste ja reagieren."

Stimmt. War einfach nur genial.

Pelu
26.03.2007, 10:54
Utz Claassen – ein Mann, der ungefähr so aussieht, wie er heißt

Ich schmeiß mich weg :D
Und sie haben vollkommen Recht!
http://www.zdf.de/ZDFde/img/47/0,1886,2328239,00.jpg

Dave
26.03.2007, 13:54
Ganz schwach von 11Freunde. Es fehlt Willi Entenmann nach einem Sieg mit dem Club gegen die Bayern (!) und Schäng Lörings Rauswurf von Schuhmacher in der Halbzeit.

Rijeka
26.03.2007, 14:02
nur so nebenbei :

...bzgl. Punkt 7 fällt mir auf, dass alle Nase lang immer wieder mal über Herrn Pralija berichtet (gehetzt ?) wird, teils von Leuten, die damals noch nicht mal eingeschult waren.

1.) Bei seinem ersten Spiel in München ging gar nix....da gibt es nix schön zu reden
2.) Von den oft zitierten 8 Dingern in Gladbach hat Richard Golz 5 kassiert als der verletzte Pralija mit Turban nach dem dritten Tor ausgewechselt wurde...3 oder 8 ist ein riesen Unterschied !
3.)Z.B.beim 3:0 Sieg gegen Stuttgart hat Herr P. so ca. 5 gefühlte Tausendprozentige vereitelt - er war Spieler des Tages. Er hat also auch anständige Spiele gehabt...
4.)Immerhin wurde Pralija ein jahr später mit Hajduk Split jugoslawischer Meister, während unser HSV über die Dörfer tingeln musste...


...ich finde manchmal muss man einfach mal der Chronistenpflicht nachkommen und darf nicht immer nur pauschalisieren...

sugarland
26.03.2007, 14:02
Ganz schwach von 11Freunde. Es fehlt Willi Entenmann nach einem Sieg mit dem Club gegen die Bayern (!) und Schäng Lörings Rauswurf von Schuhmacher in der Halbzeit.

Wurde bereits thematisiert. :p

JensHSV
26.03.2007, 14:07
Ganz schwach von 11Freunde. Es fehlt Willi Entenmann nach einem Sieg mit dem Club gegen die Bayern (!) und Schäng Lörings Rauswurf von Schuhmacher in der Halbzeit.

Und Schumacher anschliessend doch Trainer blieb.

Kiebitz
26.03.2007, 14:17
…und zur Krönung die Wortwahl, wie er ihn aus der Kabine rauskomplimentierte: "Du hast hier nichts mehr zu sagen, du W….er!" Und später zu den Medien: "ICH als Verein musste ja reagieren."
In der Tat großes Kino damals.

Warum wurde TD eigentlich nicht in der Halbzeit des Cottbusspiels entlassen? Soweit ich mich erinnern kann, wurde das doch seinerzeit vehement auf dem Board gefordert. :D

HSVer1988
26.03.2007, 18:40
Wo war die den,wo das management ihn entalssen hatte und er nachm Spiel weiter Interviews gab,ohne zu wisssen das er schon entlassen wurde und darauf von einem Reporter angesprochen wurde??

Falko Götz 1860???

oder wie war das da genau...bin mir nicht sicher ... ;)

Rautengeil1887
26.03.2007, 19:02
Wo war die den,wo das management ihn entalssen hatte und er nachm Spiel weiter Interviews gab,ohne zu wisssen das er schon entlassen wurde und darauf von einem Reporter angesprochen wurde??

Falko Götz 1860???

oder wie war das da genau...bin mir nicht sicher ... ;)

Das war Falko Götz. Er sagte, mit ihm hätte noch keiner gesprochen. Karl Auer hatte es aber schon rausposaunt. (?)

Campari
26.03.2007, 19:56
War nicht auch Reinhard Saftig mal Trainer in Leverkusen, hat Frankfurt aus dem Pokal geworfen, zog mit Bayer 04 ins Finale ein nach Berlin. Da saß dann Stepanovic bei Leverkusen auf der Bank........ mieses Geschäft! muss 1993 gewesen sein!

Fuxi
27.03.2007, 01:06
Utz Claassen – ein Mann, der ungefähr so aussieht, wie er heißt

Ich schmeiß mich weg :D
Und sie haben vollkommen Recht!
http://www.zdf.de/ZDFde/img/47/0,1886,2328239,00.jpg

Ist das nicht der, der Staatsvertreter mit WM-Karten bestochen haben soll?

Dave
27.03.2007, 01:08
Ist das nicht der, der Staatsvertreter mit WM-Karten bestochen haben soll?

eben dieser.

Sunny
27.03.2007, 01:28
Das war Falko Götz. Er sagte, mit ihm hätte noch keiner gesprochen. Karl Auer hatte es aber schon rausposaunt. (?)

Jupp.. Das war doch sogar nach dem Heimspiel von 1860 gegen unseren HSV.

smurf
27.03.2007, 02:37
Ist das nicht der, der Staatsvertreter mit WM-Karten bestochen haben soll?

der macht bestimmt noch ganz andere sachen...solche "wie er aussieht" eben!
:eek: :D

timewaster
27.03.2007, 10:05
Die Assauer - Rangnick Posse mit dem Höhepunkt der sogenannten Rangnickrunde sollte bei den größten Missverständnissen auch nicht unerwähnt bleiben.

xy285
27.03.2007, 10:43
Was ist eigentlich mit Thomas Doll ?:confused: :D :D :D

calvin
27.03.2007, 10:47
also für mich persönlich war das hier

http://www.westtribuene.at/images/betreuer/coordes-egon.jpg

die schönste trainerentlassung, das kam mir damals vor wie ein nachträgliches geburtstagsgeschenk... :p

sugarland
27.03.2007, 11:18
also für mich persönlich war das hier

http://www.westtribuene.at/images/betreuer/coordes-egon.jpg

die schönste trainerentlassung, das kam mir damals vor wie ein nachträgliches geburtstagsgeschenk... :p

Da würde mir adhoc ein recht aktuelles Foto eines anderen Trainers einfallen, der kürzlich selbiges in mir ausgelöst hat.

the-fan-mario
27.03.2007, 11:24
Da würde mir adhoc ein recht aktuelles Foto eines anderen Trainers einfallen, der kürzlich selbiges in mir ausgelöst hat.

:Dhsvklatsch

























































http://www.bild.t-online.de/BTO/sport/bundesliga/2007/03/18/spielbericht-dortmund-nuernberg/mfb-6427554-doll-thomas-quer,templateId=renderScaled,property=Bild,width=1 46.jpg

sugarland
27.03.2007, 11:26
:Dhsvklatsch

























































http://www.bild.t-online.de/BTO/sport/bundesliga/2007/03/18/spielbericht-dortmund-nuernberg/mfb-6427554-doll-thomas-quer,templateId=renderScaled,property=Bild,width=1 46.jpg

Was Du schon wieder von mir denkst. :D

HSV-Schlumpf
27.03.2007, 14:20
Platz 9:
Otto Rehhagel beim FC Bayern, Juli 1995 bis April 1996

Nach 14 Jahren im beschaulichen Bremen wähnte sich der Provinzkönig Rehhagel bereit für den großen Wurf. Doch was mit einem halbwitzigen Spruch („Otto… find ich gut!“) auf Franz Beckenbauers Schirmmütze possierlich begann, entwickelte sich zu einer für beide Seiten unerfreulichen Angelegenheit. Rehhagel zeigte sich weder der meinungsfreudigen Führungsetage der Bayern noch der rauen Münchner Presselandschaft gewachsen und wurde vier Spieltage vor Saisonende entlassen, obwohl die Bayern zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei in der Liga und im Finale des UEFA-Cups standen. Der Kaiser höchstselbst übernahm und gewann den Europapokal, nicht aber die Meisterschaft.

das war für mich das mieseste, Rehhagel hatte anscheinend gute arbeit geleistet, aber die führungsetage wollte ihn aus anderen gründen nicht mehr haben. Franz B. und Uli H. ... zum kotzen... aber er hat es ihnen ja heimgezahlt :D